Badeverbot!

Seit ich diesen anderthalb Meter langen Fisch auf der Badeplattform liegen hatte, war ich ehrlich gesagt ohnehin schon nicht mehr im Wasser, weil ja auch Winter und das Wasser deutlich zu kalt wurde, aber inzwischen gibt es eine offizielle Warnung und ein absolutes Badeverbot im und um den Hafen von Seiten der Clubleitung:

Dear Members
Until further notice please be advised that due to a crocodile or two in the area, NO SWIMMING is allowed around the Zululand Yacht Club, Ski Boat Club, Pelican Island, Canal or Small Craft Harbour. Ezemvelo are at present trying to catch the crocodile/s. 🐊🐊
Regards
Exco
 
Das ist ungefähr 250m Luftlinie von meinem Liegeplatz entfernt  in Wurfweite von Peters ehemaligem Liegeplatz in TuziGazi 😎 Links knapp außerhalb des Bildes ist das Café Cubana, vor dem normalerweise bei sonnigem Wetter immer irgendwelche Kids rumplanschen …
(c) Zululand Observer

Also auch wenn der Sommer mit Macht heraufdräut und die Temperaturen steigen: Keine Badefreuden im Hafen, bis die geschuppten Gesellen geschnappt und deportiert wurden.

Waren die vergangenen beiden Tage noch einigermaßen arbeitssam mit Saubermachen und Wäschewaschen angefüllt, entwickelte sich der Donnerstag eher zu einem Faulenzer-Tag: Aus unerfindlichen Gründen war ich morgens um drei Uhr wachgeworden und fühlte mich eigentlich ausgeschlafen genug, um aufzubleiben. Also warf ich den Wasserkocher für einen ersten Kaffee an, lud mir die Zeitung herunter und informierte mich über das Geschehen in der Welt. Gegen fünf war ich damit durch, schob eine Stunde im Booteforum ein und beschloß, ein paar Cornflakes zu frühstücken.

Bis um Sieben war es zwar so halbwegs hell geworden, hatte sich aber in der Zwischenzeit komplett bewölkt, und nieselte bei nur noch 21°C so leise vor sich hin. Der zweite Teil meines Bettzeugs, den ich gestern nachmittag noch in die kleine Waschmaschine geworfen hatte, wird da wohl noch einen weiteren Tag verbringen müssen. Um Neun war der Nieselregen zu einem ausgewachsenen Guß geworden und der Wind frischte auf 15-20 Knoten auf. Aus Südwest natürlich, was auch sonst. Schließlich hatte ich ja gestern das Boot abgekärchert und somit wieder Platz für neuen Kohlenstaub geschaffen …

Die Gelegenheit, gleich ein wenig Ursachenforschung in Sachen „nasser Teppich und volle Bilge“ zu betreiben, und in der Tat: Der Riß in der Scheibe scheint gewachsen zu sein, jedenfalls intensiviert sich die Tropfgeschwindigkeit bei ausreichend starkem Regen auf ungefähr 1 alle 5 Sekunden. Bei tagelang Regen läppert sich das auch irgendwann :-/

Gegen zehn kam eine WhatsApp von John, der mich auf einen Vortrag von Roy Starkey, seines Zeichens 6-facher low-budget-Weltumsegler in den vergangenen 45 Jahren, heute Abend im Clubhaus aufmerksam machte. Das könnte sich ja mal als ganz interessant erweisen. Warum das Event allerdings weder auf der offiziellen Clubseite, noch auf der Facebookseite des ZYC angekündigt wurde, erschließt sich mir nicht so ganz.

Nachtrag: Nun ja. Der Vortrag, abgesehen davon, daß er sich auf eine 45-minütige Diashow mit durcheinandergewürfelten Fotos aus 40 Jahren Segelei, halbnackten Frauen und gefangenen Fischen und Krustentieren beschränkte, war in erster Linie dadurch geprägt, daß die Anwesenden arge Probleme hatten, den nuschelnden Vortrager zu verstehen. Jedenfalls, wenn sie nicht direkt vor ihm saßen und englische Muttersprachler waren. Ich jedenfalls hatte leichte Schwierigkeiten, seinem Vortrag zu folgen, und allem Anschein nach, war ich nicht der Einzige. Egal, es war mal eine willkommene Abwechslung hier im Alltag.

Freitag gab es das erste Mal seit dem Wochenende wieder eine warme Mahlzeit: Am Mittwoch hatte ich mir vom PnP ein gebratenes PeriPeri-Huhn mitgebracht und die letzten beiden Tage Stücke abgesägt und  „kaltes Huhn auf Toast“ oder „Brathuhn im Ciabatta“ gegessen. Der große Rest lungerte immer noch im Kühlschrank, und somit gab es heute PeriPeri-Chicken mit gebratenem Reis und Sweetcorn-Chakalaka. Auch mal ganz lecker, allerdings hätte ich davon vermutlich noch zwei weitere Personen satt gekriegt. Aber das Wochenende ist ja lang …

 

 

 

 

 

 

Kurz nach der Abfahrt in Durban am Montag, ich war just auf dem Highway gewesen, hatte mein Sharan mich um Öl angebettelt. Erfahrungsgemäß heißt das, es fehlen ungefähr eineinhalb Liter bis Maximum, also habe ich das für den Rest des Heimwegs ignoriert und bin halt sinnig gefahren. Heute morgen nun, wollte ich in die Stadt, um Öl zu kaufen, als mir auffiel, daß der Sharan hinten links leicht tiefergelegt aussah. Ich hatte meine Jungs zwar vor ein paar Jahren vor dem Beladen ohnehin ein 35mm-Fahrwerk einbauen lassen, aber normalerweise ist der auf beiden Seiten wenigstens gleich hoch.

Kuck an: Ein Platter. Jedenfalls so ein bischen. Vor etlichen Monaten hatte mich auf dem Parkplatz der Inkwazi-Mall schon mal einer der „Parkboys“ darauf angesprochen, daß derselbe Reifen etwas schwächelte, woraufhin ich für einen Zwanziger (€) im SpareShop nebenan einen kleinen 12V-Kompressor gekauft hatte und seitdem mit mir rumfahre. Bin mir bis heute nicht so ganz sicher, ob der mir damals einfach die Luft rausgelassen hatte während ich einkaufen war, und drauf gelauert hat, mich mit irgendeiner Art von Hilfeleistung abzuzocken. Vielleicht war er aber auch einfach nur nett.

Wie auch immer, zu sehen war jedenfalls damals wie heute nichts. Keine Schraube, kein Nagel drin, ein bischen Spucke aufs Ventil ergab auch kein Resultat, also habe ich ihn wieder auf 2.5bar aufgepumpt und warte ab, was passiert. Und Öl ist inzwischen auch aufgefüllt, ja 🙂 Nicht, daß ich am Wochenende noch irgendwo in der Wildnis strande …

Ab Samstag bin ich nämlich das erste Mal in mittlerweile über viereinhalb Jahren Aufenthalt in Südafrika für mehr als nur ein paar Stunden in einem Nationalpark. Ursprünglich hatte ich nach Ende des Lockdown ein paar davon mit Shaheda zusammen besuchen wollen, das hat sich aber ja nun zerschlagen. Und bevor ich hier unverrichteter Dinge wegsegele, will ich wenigstens ein bischen was von Afrika gesehen haben, also habe ich ein langes Wochenende im Pongola Game Reserve, einem Park am Lake Pongola an der Grenze zu Swasiland und somit einer der näher gelegenen, gebucht, werde ein paar Nächte im Zelt schlafen und hoffe, daß ich auch irgendwas an Viehzeugs vor die Linse kriege. Crocs gabs ja schon; mal sehen, was sich sonst noch so rumtreibt. 🙂

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