„Sie haben Post“

Dass das mit der „himmlischen Ruhe“ kein Dauerzustand werden würde, war ja abzusehen gewesen. Am Dienstag hatten sie offenbar alle die gleiche Idee (oder irgendwer hat ein Sonderangebot gefunden) und bis Mittag stand das Club-Gelände voll mit zwergigen Yamaha 2.5kW Benzingeneratoren , die vor jedem Office und unter jeder Boots-Baustelle fröhlich vor sich hinrappelten.  Wat ’ne Randale…

Immerhin, in den vergangenen drei Tagen mit bestem Sonnenschein habe ich (völlig geräuschlos) rund 3kWh Strom produziert. Für meine Zwecke völlig ausreichend und deutlich nervenschonender.  Wenn ich den tatsächlich verbraucht hätte, wär’s vermutlich auch noch um einiges mehr geworden, da der MPPT-Regler den Rest wohl schlicht verheizt, wenn die Batterien mit 14.4V knackvoll sind und er in den „Float“-Ladezustand übergeht.

Seit 16h ist der Landstrom übrigens wieder da. Offensichtlich sah man sich bei der Gemeinde genötigt, der erwirkten Einstweiligen Verfügung nun doch tatsächlich Folge zu leisten. Als ich vorhin vom Einkaufen wiederkam, fiel mir dann erstmals das am Eingang der Commodore Close (an dem u.a. die drei Clubgelände liegen) stehende, folgende Schild auf, das ich vorher nie so wirklich bewußt gelesen hatte:Man kann zumindest nicht behaupten, es hätte niemand vorher was gesagt…

Eher störender Nebeneffekt dieser drei Landstromlosen Tage war, daß es im Club bzw. in den Waschräumen für die Segler kein warmes Wasser gab. Nachdem ich nun schon zwei Tage lang notgedrungen kalt geduscht hatte, brachte mich Greg heute morgen auf die Idee, daß da ja noch ein Waschraum für die Camper auf der komplett anderen Seite des Clubgebäudes sei. Siehe da, da das Clubgebäude vom Generator versorgt wurde, gab es dann auch in der Tat heißes Wasser, auch wenn die Räume so rein optisch den Anschein erwecken, sie hätten vor 25 Jahren ruhig schon mal renoviert werden können. Was soll’s.

Ansonsten war heute Pakete-Tag. Gestern hatte ich bereits eine Tracking-Mail erhalten, daß mein vor Monaten bestellter Aircooler geliefert worden sei (man muß fairerweise dazusagen, daß sich der chinesische Verkäufer echt Mühe gegeben hat. Nachdem ich mich mokiert hatte, daß die Tracking-Infos ausschließlich auf Chinesisch im Netz standen, haben sie mir bei jeder Status-Änderung prompt eine Mail auf Englisch geschickt.) Warum da nun lediglich einer statt der bestellten zwei im Paket war, ist wohl so eine chinesische Zollvermeidungsklamotte. Ich hoffe mal, daß der andere Würfel auch noch irgendwann auftaucht.

Ich ging zwar nicht davon aus, daß das Ding tatsächlich im Club-Office lag, aber zumindest der übliche „Wir konnten Ihr Paket nicht zustellen“-Zettel würde heute wohl da sein. War dann auch so, als ich nach dem Duschen dort vorbeischaute. Und freundlicherweise war, nach nur dreieinhalb Wochen Laufzeit, auch das Paket von Sara mit meinem Tupper-Reiskocher (*), meinem Brotmesser, den bestellten Umschaltern für Generator/Landanschluß und jeder Menge anderen Kleinkrams „nicht zustellbar“ gewesen und konnte im Meerensee-Postamt abgeholt werden. Fein.

(*) Der natürlich noch nix nützt, da ich ja noch gar keine Microwelle habe.

Im ersten Anlauf wurde ich prompt wieder mal ausgebremst, weil mich in der Zwischenzeit der Travellift zugeparkt hatte um das Boot vor der Fortuna rechts vor mir weg zu bewegen, und ich mein Auto nicht ausparken konnte. Naja, nach dreieinhalb Wochen Wartezeit kam es auf drei Stunden mehr nun auch nicht an. Kurz vor Mittag hatten sie sich samt Boot da weg bequemt, und ich machte mich auf den Weg zum Postamt.

Das scheint hier echt ein Standard-Spruch zu sein. Keine Ahnung, ob die Postler einfach nur so neugierig sind..
Kollateralschaden. Immerhin eins von dreien kam heile an…

Nachdem ich die beiden Dinger in Empfang genommen hatte, ging es angesichts der für’s Wochenende angesagten etwas heftigeren Wetterlage nochmal zu PickNPay, um die Vorräte aufzustocken, und danach machte ich mich  erneut auf den Weg zum ToolShop.

Da mir ja niemand sonst was zum Geburtstag geschenkt hat, habe ich das heute einfach nachträglich selbst erledigt.

Bosch GSB 160RE mit Tischbohrständer
Bosch Kreissäge GKS 190

Laufen beide problemlos auch am Inverter. Ich hatte zwar erst eine schicke Bosch Akku-Kreissäge  in der Hand, dachte mir dann aber, etwas mehr Leistung macht  vielleicht doch Sinn. Und außerdem spiele ich ja noch mit dem Gedanken, mir einen Sägetisch dafür zu bauen, was mit einer Akkusäge etwas umständlich zu bedienen sein dürfte.

Erstaunlicherweise sind die Bosch Geräte der Professional-Serie hier immer noch billiger als das, was man bei Ebay so als Angebot findet.

Und für einen neuen Wasserkocher, der jetzt mit nur noch 1500W auch am Inverter funktioniert, hat es auch noch gereicht. Wie mir im Nachhinein auffiel, ist das wohl der gleiche, den ich schon mal gekauft hatte und der dann mit geklaut wurde.

Gerade noch rechtzeitig war ich wieder auf dem Gelände und auf meinem Parkplatz, als der Travellift schon wieder anrückte und diesmal die Fortuna als Ziel hatte. Gestern hatte ich mit George, dem Eigner gesprochen und erfahren, daß er morgen ins Wasser will, auch wenn sein generalüberholter, gerade eingebauter Motor immer noch nicht brauchbar läuft.

Vorbereitung für den Launch morgen früh. Und immer noch wird am Motor gebastelt 🙂

Allmählich leert sich das Gelände hier um mich rum ein wenig. Wäre ja nett, wenn Andries demnächst mal mit meinem Getriebeglocken-Adapter aufschlägt und wir zumindest schon mal testen könnten, ob das denn tatsächlich alles so paßt. Gestern war er immerhin hier und hat mir auf dem Handy ein paar Bilder von dem CNC-gefrästen Ding gezeigt. Bis dahin sieht es schon ganz ordentlich aus. Wenn nun noch die Maße stimmen und die Länge paßt …

Dieser oben abgebildete, in Ambientebeleuchtung (auch mit Farbwechsel und glücklicherweise auch abschaltbar) dezent vor sich hin glimmende Kühlwürfel ist natürlich keine echte Klimaanlage, sondern im Grunde genommen lediglich ein 110mm PC-Lüfter, der einfach über einen USB-Anschluß betrieben dreistufig regelbar Luft über ein paar Filtermatten bläst, die in einem Fußbad stehen, welches aus einem 750ml-Wassertank gespeist wird, der für 8h reichen soll. Verdungstungskälte halt. Das Ganze in ein Gehäuse verpackt, das vermuten läßt, daß der Konstrukteur schon mal ein Apple-TV gesehen hat und zu einem Preis, der zum Zeitpunkt meiner Bestellung noch in etwa knapp ein Fünftel so hoch war, wie das vergleichbare Ding, das ich mir auf der letzten Hanseboot angesehen hatte. Aber das war ja auch speziell für Boote entwickelt 🙂

Wunder sind von der Kiste naturgemäß nicht zu erwarten, aber hier sind jetzt (21h15) draußen immer noch 28° und wenn man das Teil zwei Meter von sich entfernt in der kleinsten Stufe laufen hat und im Luftstrom sitzt, ist der Effekt deutlich spürbar und sehr angenehm. Auf See oder an einem schwelligen Liegeplatz wird das wohl nicht funktionieren, sofern man das Ding nicht freischwingend an die Decke hängt, weil dann mutmaßlich einfach das Fußbad überläuft.   Aber  an Land oder für einen ruhigen Hafenplatz: Guter Kauf!  (Gibt’s bei Ebay unter Mini Air Cooler inzwischen zum Spottpreis um die 25,-€)