Captain’s Dinner mit Mar-Thar

Nachdem das Wetter gestern auch nicht wirklich dazu einlud, zum Sundowner im Cockpit zu sitzen, war ich tatsächlich um 21h30 im Bett und habe durchgeschlafen bis 6h heute morgen. Es war immer noch bös windig, trotz Sonne einigermaßen maikühl und auf jeden Fall zu unbeständig, um die Triefluke über der Pantry heute nochmal auf die Schnelle wieder rauszunehmen und abzudichten. Außerdem war ich heute den ganzen Tag ohnehin äußerst unmotiviert, was irgendwelche Arbeiten am Boot anging, also habe ich Simon, als er gegen 8h  auftauchte, ins Bad gesteckt um die Decke weiter gerade zu schleifen, habe mir die Zeitung runtergeladen und den ganzen Vormittag eigentlich nichts sinnvolles getan außer zu lesen, im Booteforum zu  surfen und diverse Freunde und Familienmitglieder per WhatsApp zu belästigen.

Deswegen gibt’s heute auch nur einen Beitrag aus der allseits beliebten Rubrik

Der Käptn kocht

Heute sogar mit bebilderter Anleitung zum Nachbauen 🙂

Gegen 11h fiel mir ein, daß da ja noch die Lamb Leg Chops von Montag und der Rosenkohl im Kühlschrank lagen und ihrer Verarbeitung harrten. Nachdem ich festgestellt hatte, was denn noch so alles an Eßbarem rumlag, fiel die Entscheidung zur Menügestaltung leicht:

Lammgeschnetzeltes in Rahmsoße  mit Grünzeug und Klößen.

Beinscheiben vom Kleinschaf

Nachdem ich die Lammbeine von allem befreit hatte, was irgendwie nach Fett, Sehne oder Knochen aussah, zerschnippelte ich den Rest in mundgerechte Stücke und warf die, zusammen mit einer gehäckselten halben Zwiebel (immer noch von den 80Kg, die Andi nach dem Beispiel von Wilfried Erdmann für mich eingekauft hatte:-) ), einer grünen Paprika und  ein paar Knoblauchzehen

in zwei EL siedendes Kokosfett und briet sie scharf an. In der Zwischenzeit wurde der Rosenkohl für ein paar Minuten blanchiert,

dann halbiert und anschließend zusammen mit einer Handvoll Shimeji-Pilzen und einem halben Dutzend Cocktailtomaten ebenfalls in die Pfanne expediert, wo sie auf kleiner Flamme vor sich hinköchelten.

in dem jetzt freigewordenen Topf wurde auf die Schnelle eine Rahmsauce zusammengerührt, die kurz darauf ebenfalls den Weg in die Pfanne fand, da ich nur diesen einen Topf besitze, und den jetzt für die Knödel brauchte, die sich in dem CARE-Paket gefunden hatten, das Sara mir neulich zum Geburtstag geschickt hatte.

Während die „Semmelngnödeln“ ihrer Garung entgegen kochten, schmurgelte der Rest weiter auf kleiner Flamme vor sich hin und wurde mit Pfeffer, Salz, Paprika, PeriPeri (gaanz wenig), Rosmarin, Thymian und einem Schuß von dem neulich im PnP Liquorshop gefundenen „Fortified Wine“ abgeschmeckt, der eigentlich eher sowas  wie ein Portwein

oder Sherry zu sein scheint. Auf jeden Fall hat er 17.5 Umdrehungen und geht ganz gut in die Birne, wenn man ihn aus normal großen Weingläsern trinkt. Brauche wohl doch noch ein paar Sherrygläser für den Bordgebrauch…

Das Endergebis war jedenfalls ausgesprochen lecker, das Lamm superzart und Rosenkohl und Pilze immer noch al dente. So’n bischen was scheint ja damals doch hängen geblieben zu sein, als ich mich in der 7. oder 8. Klasse mit Frau Hoffman im WPK „Kochen“ rumgeschlagen habe (und das als einziger Junge, soweit ich mich erinnern kann) 🙂

Der übergebliebene Rest reicht definitiv noch aus, um mich morgen auch nochmal satt zu machen.

Der Rest des Tages verlief dann ähnlich produktiv. Gegen 15h habe ich Simon für heute rausgeworfen und mich für eine Stunde hingelegt. Der Sundowner fällt auch heute wetterbedingt wieder flach, satt bin ich immer noch, also werde ich mir jetzt einen Mokka machen, und mir im Zuge der Montag an Bord begonnenen „Quentin Tarantino“-Themenwoche nach Jackie Brown gestern und Inglorious Basterds vorgestern heute den ersten Teil von Kill Bill reinziehen, Teil zwei dann wohl morgen. Pulp Fiction habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und Hateful 8 liegt schon seit Jahren gerippt, aber immer noch ungesehen auf der Platte. Das läßt dann Django Unchained für einen gemütlichen Sonntag Abend übrig. Ich brauche dringend eine Microwelle, um Popcorn machen zu können 🙂