Und immer noch Löcher im Boot

Der Luken-Rekonstruktionsprozess schreitet langsam, aber unaufhörlich voran. Nachdem sie gestern die neu gefertigten Flanschrahmen für die Luken in den Achterkabinen einlaminiert hatten, ging es heute morgen weiter mit dem Feintuning derselben. Die Flansche sind jetzt mit drei Lagen Glasgewebe verstärkt, dann kam gestern eine Lage Abreißgewebe drauf, und heute morgen haben Eric und sein Stift das ganze nochmal mit zwei Lagen Glasgewebe verstärkt. Wenn das nun keine entsprechend stabile Grundlage für die Luke darstellt, weiß ich’s wirklich nicht.

Wenn ich bedenke, daß ich bei der ähnlich großen Luke damals in der Virgin Wood den Flansch komplett weggelassen habe,  den Lukenrahmen einfach mit Sikaflex abgedichtet und dann direkt aufs Deck geschraubt habe; Ojottojott, wie unprofessionell.

Ausschnitt ausgesägt und großzügig bis aufs Laminat freigelegt

Hält aber auch schon seit ungefähr 8 Jahren dicht und hat inclusive Aussägen des vergrößerten Ausschnitts und allen sonstigen Arbeiten damals ungefähr einen Samstag-Vormittag gedauert. Wenn ich mir dies hier so betrachte und mal hochrechne wie lange sie sich wohl noch daran aufhalten werden bis die Luken tatsächlich drin und wieder Farbe auf dem Deck ist, wird das für diese beiden blöden Luken mindestens eine Wochenaufgabe für zwei Leute. Und das waren dann erst zwei von sechs insgesamt zu ersetzenden Oberlichtern im Seitendeck ….

Neuer Lukenflansch fixiert und anlaminiert

 

Sicher, die beiden Laminatoren arbeiten hier für umgerechnet dreieurofuffzig die Stunde, da darf das schon mal etwas länger dauern. Ich will mich auch sicher nicht über die abgelieferte Qualität beschweren, die ist ok und so wie sie es machen, ist es sicher die professionellere Art und Weise, als wenn man so eine Luke einfach nur so aufs Deck schraubt.

Aber ich schätze, die beiden kleinen Edelstahlluken, die ich noch im Gepäck habe und eigentlich zusätzlich noch über der Navi-Ecke einbauen wollte, werde ich dann wohl stillschweigend selbst einbauen, sobald ich hier mal irgendwann weg bin 🙂 Auch ohne die 2cm Flanscherhöhung wird da kein Wasser reinlaufen, solange man sie bei Regen oder höherem Seegang einfach nicht aufmacht…

Wie heißt es so schön im englischen: You get what you paid for.

Auch wenn die Jungs für ein Taschengeld arbeiten, läppert sich das dann doch irgendwann. Bestes Beispiel heute: Brad hat uns einen neuen Hiwi geschickt, um die weit überstehenden Schrauben der im Vorjahr neu eingesetzten Scheiben auf eine akzeptable Länger zu stutzen. Der hat heute sage und schreibe den ganzen Tag damit verbracht,ungefähr  70 Edelstahlschrauben (6mm) mit der Puksäge um 15-20mm zu verkürzen. Hätten wir mit der kleinen Akku-Flex innerhalb einer dreiviertel Stunde sicher auch selber gekonnt, aber solange die Arbeitszeit weniger als zwei entsprechende VHSS Flex-Scheiben kostet: Was soll’s? 

Anmerkung mit dem Wissensstand von einigen Wochen später: Well, bei genauer Betrachtung war genau dies der Punkt in der Beziehung zu Morgan, der das Faß schließlich zum überlaufen brachte…

mühsam nährt sich das Eichhörnchen …

Wo wir nun schon mal dabei sind und das Deck im Lukenbereich ohnehin neu lackiert werden muß, werden wir die gesamten Decksbeschläge inclusive der vier Genua-Schienen und der Umlenkblöcke für die Kutterfock- und Genua-Schoten ebenfalls mal abschrauben und neu abdichten, bevor wir das Achterdeck neu pinseln. Die beiden von der Lady Africa mußten ihr Achterdeck komplett aufflexen und den nur noch aus Torf bestehenden Sandwichkern vollständig ersetzen, da deren Beschläge wohl nicht brauchbar abgedichtet wurden und jahrelang Wasser eingedrungen war.

Thelxinoes Deck hat zwar den Klopftest bestanden und fühlt sich auch nicht weich an, aber jetzt ist die Gelegenheit, das auch gleich vernünftig mit zu erledigen. Gepinselt werden muß sowieso, da kommt es auf ein paar zu entferndende  Schrauben und einen Liter Farbe mehr oder weniger dann auch nicht mehr an.