Wer hat an der Uhr gedreht … ?

Es ist der 11.1.2019, tatsächlich schon die zweite Januarwoche rum und es ist schon wieder Freitag. Irgendwie kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, ich hätte hier das ganze Jahr lang noch nichts wirklich auf die Reihe gekriegt. Jede Menge Möckelkram, aber zumindest gefühlt keinerlei echte Fortschritte. Auch heute hatte ich den größten Teil des Tages das unterschwellige Empfinden, gegen eine Gummi-Wand zu rennen. Jedesmal, wenn ich irgend etwas angefangen habe, kam was unvorhergesehenes dazwischen.

Die Steuerbordbilge war heute angenehmerweise endlich staubtrocken, der Tank war ja immerhin auch schon seit zwei Tagen leer. In der Backbordbilge war gerade mal der Boden feucht, obwohl in diesem Tank knapp 300L stehen, was mich vermuten läßt, daß das genau wie auf der anderen Seite hoffentlich einfach nur unter den Tank und später wieder zurück gelaufen ist, nachdem wir alle Schellen richtig angeknallt und die Bilge ausgetrocknet hatten. Das bleibt jetzt einfach erstmal so und wird weiter beobachtet.

Also haben wir die Rückwandkanten nochmal geschliffen und anschließend habe ich die Rückwände mit einer Epoxy-Hohlkehle nochmal stabilisiert. Als ich den rechts wieder ausgebauten Kunststoff-Stutzen in der Hand hatte, kam mir das Ding doch um einiges dicker im Gewinde vor als der Edelstahlstutzen, den ich eigentlich da einbauen wollte. War dann auch so: Edelstahl 21mm, Plastik 25mm bei jeweils 3/8 Schlauchanschluß. Toll, gaanz toll!

Der Versuch, im Shop einen passenden Edelstahlstutzen zu erstehen, blieb erfolglos. Nicht nur, daß es keine 3/8″-Stutzen mit zölligem Gewinde gibt, sondern bestenfalls 1/2″-Stutzen, sie hätten sie auch erst bestellen müssen. Von den zuletzt verbauten Plastikstutzen waren auch keine mehr vorrätig. Immerhin: Nach einiger Diskussion und Sucherei wurde dann wenigstens ein entsprechendes Pendant von VETUS von irgendwo aus dem Hut gezaubert. Im Gegensatz zu dem vorher eingebauten, ist die Mutter des VETUS-Stutzens wenigstens nur 32mm, statt 36.

Einen 32er Ringschlüssel habe ich immerhin als größtes in meiner Werkzeugtasche und somit die Hoffnung, die Mutter dann  morgen auch anständig festziehen zu können, wenn der Spachtel komplett durchgehärtet ist. Mit dem Engländer war das bei dem anderen Stutzen doch ein klein wenig beengt.

Simon war heute wohl ebenfalls irgendwie leicht neben der Spur. Da ich in die Backbordbilge nun mal leider nicht reinpasse, hatte er die Aufgabe, die vor der Spachtelei auszutrocknen, anzuschleifen und anschließend die Außenkanten zu spachteln. Das Ding ist eng, wurde ja schon erwähnt. Neben dem Tankanschluß samt Schlauch ist immer noch ein eineinhalbzölliger Schlauch von der manuellen Bilgenpumpe drin und querdurch laufen zwei weitere Wasserschläuche, die von Kirsten damals wild durchs Boot verlegte Gasleitung, sowie diverse  Kabel. Nachdem er das meiste davon irgendwie an die Seite geräumt hatte, war  immer noch der Tankstutzen beim Austupfen im Weg und so fragte er dann, ob er nicht einfach solange den Schlauch abziehen könne, um besser unten dran zu kommen. Jackpot! Mit 290 Liter Wasser im Tank, die sich sich spontan in die Bilge ergießen  …

Nachdem wir geklärt hatten, daß das wohl eine eher blöde Idee wäre, hat er es dann irgendwie auch so geschafft, sie trocken zu legen und selbst seine gespachtelten Hohlkehlen sahen schließlich halbwegs brauchbar aus. Sollte den Zweck wohl jetzt erfüllen.

Später sind wir dann das erste Mal seit er für mich arbeitet tatsächlich ein wenig aneinander geraten:

Nach Mittag hatte ich ihn aufs Vorschiff geschickt, den zweiten Ankerkasten leerzuräumen, sauber zu machen und zu schleifen, und schließlich mit Danboline zu streichen.  Also genau so, wie Anfangs der Woche den anderen Ankerkasten, bei dem ich ihm explizit erklärt hatte, was er machen sollte. Kurz vor Feierabend kam er wieder und erklärte, die erste Farbschicht sei jetzt fertig.

Wie, erste Farbschicht? Wenn man Danboline aufrollt, kann man das normalerweise wunderbar in einem Durchgang gleichmäßig und deckend hinkriegen. :-?

Wie sich dann rausstellte, hatte er statt des neuen Farbrollers, den ich ihm dafür in die Hand gedrückt hatte, sein offenkundiges Lieblingswerkzeug, den Eckenpinsel benutzt um den ganzen Ankerkasten zu streichen. Die 2 1/2L-Dose Danboline, die ich vorgestern für 1.269,-R (immerhin 80,-€) vom Shop abgeholt hatte, ist jetzt nach einem halbfertigen Ankerkasten halb leer und der Ankerkasten sieht so aus, wie es halt aussieht, wenn man sowas mit einem 30mm breiten Pinsel streicht.  Arghhh  :wall:

Mit Blattgold auskleiden wäre vermutlich auch nicht nennenswert teurer geworden, hätte aber sicher mehr hergemacht.

Hab ihm jetzt für morgen frei gegeben. Ich glaube, ich brauch mal einen Tag Abstand und für mich alleine. Immerhin ist ja auch Wochenende.

Mein Dodger steht übrigens immer noch unterm Carport-Kat. Von Stephen war heute den ganzen Tag nichts zu sehen oder zu hören. Bestimmt sucht er immer noch jemanden, der ihm einen Anhänger leiht …

Bei meinen zahllosen Besuchen im Shop heute habe ich dann mal in Erfahrung zu bringen versucht, ob die das vorgestern erwähnte Lampendings mit Deckstrahler und Dampferlicht wohl ebenfalls besorgen könnten, und was das wohl kosten möge. Nun ja. Ja, sie könnten das bestellen, würde etwa drei Wochen dauern und kostet die Kleinigkeit  von 3.360,-R (211,-€) ohne Leuchtmittel, die obskure Sofitte nochmal 330,-R zusätzlich und für die 12V20W Halogenlampe gab es nichtmal einen Preis. 8-O

Ich habe dann eine Stunde später das Nachfolgemodell mit LED statt Halogen-Lampen für 47,-€ beim Segelladen bestellt. Wenn ich die ursprüngliche hätte haben wollen, wäre die da schon für 27,-€ zu haben gewesen.

Manchmal gewinnnt man schon leicht den Eindruck, sie nehmen einem hier ab, was immer sie kriegen können, wenn man nicht ab und zu mal vehement protestiert,  ganz besonders bei   Bestellartikeln. Für die Locals hier gibt es ja auch nicht wirklich viele Alternativen vor Ort.

Man muß hier wirklich höllisch aufpassen, oder  zumindest schon mal eine ungefähre Größenordnung im Kopf haben, sonst flöhen die einen ohne mit der Wimper zu zucken ab, daß einem die Augen bluten.

Dafür habe ich aber für 699,-R (44,-€) eine Heckdusche erstanden. Von Lalizas, mit 3m Schlauch, Edelstahl- warm/kalt-Mischer und sämtlichen Anschlußleitungen und Edelstahl-Befestigungsmaterial, in einer netten kleinen Einbau-Box mit Klappdeckel und nur halb so groß (und ein Viertel so teuer) wie die von Whale, aus der auch nur Wasser kommt. Die war dann hier umgerechnet 9,-€ billiger als die gleiche beim Segelladen und ich konnte sie direkt mitnehmen. Muß man alles nicht verstehen.

Klein genug, um in den Winchkasten im Cockpit zu passen, wo die Dusche dann genau in Griffhöhe sitzt.

ps: Die erste Verwendung, die mir für meinen Rest Sahne einfiel, war gar nicht so schwierig: Kaffee ist da, Rum (natürlich nur für medizinische Zwecke) ist da, Sahne ist da. Und da in Europa ja gerade Winter ist, bot sich ein Pharisäer geradezu an 🙂

Hat zwar trotz der medizinischen Komponente nicht gegen meine Rückenschmerzen geholfen, mir war danach aber wenigstens nicht kalt. (Ist es bei 28° Außentemperatur allerdings auch nur selten) :mrgreen: