Antrieb dran!

Man mag es kaum für möglich halten, aber seit Freitag Mittag ist ein weiteres Loch in meinem Boot verschlossen: Der Antrieb ist dran! Das Problem „woher mit dem Kühlwasser“ ist zwar immer noch nicht abschließend geklärt, sicher ist allerdings, daß es wohl nicht durch den Antrieb gefördert werden wird. Also gab es auch keinen Grund mehr, das Ding nicht endlich zu montieren. Montag werden wir mal testen, ob und wie das mit der Schaltung funktioniert, und dann kann ich hoffentlich im Verlauf der Woche endlich einen feisten Haken hinter den to-do-Listen-Punkt „Motor und Antrieb einbauen“ machen.

just add water …

Wenn hier schon sonst kaum einer was auf die Reihe kriegt, wollte ich über das Wochenende wenigstens mal irgend einen weiteren Punkt auf meiner, seit Monaten in fast unveränderter Zusammenstellung auf mein Whiteboard gemalten, Liste abhaken können, und habe mir übers Wochenende mal die Navi-Ecke vorgenommen. Bisher war das ganze zwar schon  angeschlossen, sah aber hinter der Fassade aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Die Steuerbordwasserpumpe ging nur an, wenn auch die Navi aktiv war, die Badezimmerleuchte war bislang nur fliegend verdrahtet, jede Menge Zusatzgeräte wie AIS, Antennensplitter, der Empfänger für die Windmeßanlage usw. lagen lose in dem Fach rum, und dergleichen Provisorien noch mehr. Also habe ich eins meiner neulich schon mal eingekauften und immer noch unverbauten Deckenpanele geopfert, daraus eine zweite Rückwand zum Kaschieren des Chaos‘ gebastelt, und diese eingezogen.

Neue Rückwand, um die ganzen Kabel zu verstecken

Hat zwar an der Funktionalität nicht so unheimlich viel geändert, sieht aber gleich viel ordentlicher aus als das wirre Kabelgewuse, was einem bislang so entgegensprang, sobald man hinter das Panel blickte. Das Bad-Licht hat eine saubere Verkabelung, eine 230V-Steckdose für Waschmaschine und Zahnbürste, sowie einen schicken Lichtschalter erhalten, ich habe ein paar weitere Löcher in diverse Schotts gebohrt und Kabel verlegt und im nächsten Schritt u.a. auch die bislang nur mal angetestete und ebenfalls nur provisorisch angeschlossene Duschsumpf-Pumpe rausgeschmissen und durch eine meiner Reservepumpen ersetzt, weil das China-Ding nur sporadisch im Automatic-Modus funktionierte, wenn man sie mal freundlich anklopfte, was doch eher unpraktisch war.

Jetzt sitzt eine identisch aussehende, wenn auch mit 750gph etwas überdimensionierte, ursprünglich für die achteren Bilgen vorgesehene, SeaFlo-Pumpe im Dusch-Sumpf, die nun auch so arbeitet, wie man sich das vorstellt.

Original und Fälschung? Typischer Fall von „You get what you pay for“, wie es hier so schön heißt.
Wie mir erst auffiel, als ich das Ding endgültig verkabeln wollte (und natürlich erst NACHDEM ich schon verlötet und schrumpfschlauchversiegelt hatte): Die Blödies haben diesen „Connect to + only“-Sticker tatsächlich an die falsche der beiden Plusleitungen gepappt, nämlich nicht an die Zuleitung in der der Schwimmerschalter sitzt, sondern an die Dauerplus-Leitung, die üblicherweise über einen manuellen Schalter laufen muß, sofern man sie überhaupt anschließt …

Irgend einen Haken mußte die Sache ja haben, wenn der Duschsumpf aus China nur ein Viertel soviel kostet, wie das gleiche Ding von Whale. Immerhin, ich könnte jetzt duschen, ohne daß mir anschließend der Duschsumpf in die Bilge überläuft . Und in eine der achteren Bilgen hätte sie eh nicht gepaßt, weil die dafür zu schmal sind…

Wo ich nun schon mal dabei war, habe ich auch meinen vor Jahren mal bei ebay geschossenen Fluxkompensator in der Kiste mit den Reserve- und noch zu verbauenden Teilen wieder ausgegraben und angeschlossen. Nach anfänglicher Verwirrung, was die Kabelbelegung anging, stellte sich prompt ein Erfolgserlebnis ein:

Digitaler Kompass

Auf dem angeschlossenen Kartenplotter zeigt Thelxinoe jetzt mit der Nase tatsächlich in die richtige Richtung und zappelt auch nicht mehr so rum wie das üblicherweise der Fall ist, wenn man halt nur GPS zur Verfügung hat, sich aber nicht bewegt. (Für die nicht-Segler: Das ist natürlich tatsächlich kein „Fluxkompensator“ , wie aus „Back to the Future“ bekannt, sondern ein elektronischer/digitaler Fluxgate Kompass. Wichtig ist der z.B. dafür, daß der Autopilot später weiß, wohin der Bug nun tatsächlich zeigt und auch für die MARPA-Funktion des Radars, mit der sich der Kurs erfaßter Radar-Ziele anzeigen läßt. Hab ich, wie erwähnt, mal für ganz kleines Geld gebraucht in der Bucht gekauft. Gibt es heute noch neu für „nur“ rund 600,-€ zu erwerben…)

Nun muß ich nur noch einen Platz finden, wo ich das Ding unterbringe. Waagerecht auf dem Boden und ungefähr in der Mitte des Bootes, wie vom Hersteller vorgesehen, dürfte etwas schwierig werden, wenn ich ihn nicht mitten im Salon zwischen denTischbeinen auf den Heizteppich schraube 🙂

Penne Rigate mit Chili-Boerewors und gemischten Bohnen