… oder auch nicht

Wie konnte ich auch glauben, daß das mit dem Hardtop nahtlos und konstant einfach so weitergehen würde? Nachdem es dann gestern Abend doch noch ziemlich regnerisch und nochmal deutlich kühler wurde, riss mich Stephen heute morgen um 6:15 (!) telefonisch aus dem Tiefschlaf, um mir mitzuteilen, daß das mit der geplanten Laminiererei zur Fixierung des Provisoriums heute angesichts des Wetters wohl nichts werden würde. Er würde dann stattdessen zuhause im Workshop schon mal die künftigen neuen Seitenteile vorbereiten. Ich könnte aber derweil mal die gestern als Stabilisierung zusammengefrickelten Holzteile in einen Müllsack einwickeln, damit sie nicht so naß werden. Das kam, nach einer Nacht mit äußerst ergiebigen Regenschauern, nun vielleicht eine Winzigkeit zu spät. Mein Dinghy, das ich am Wochenende abgekärchert und danach hinterm Boot abgelegt hatte, stand heute morgen halb voll Wasser …

Nach diesem höchst sonderbaren Weckanruf habe ich mich wieder hingelegt und bin auch umgehend wieder eingeknackt. Offenbar dermaßen tief und fest, daß ich erst kurz nach 10h wieder hochschreckte und völlig neben der Spur war. Keine Ahnung, ob Simon heute überhaupt hier war und versucht hat, mich irgendwie wachzukriegen. Als ich endlich wach wurde, war er jedenfalls nirgends zu sehen. Wie peinlich…

Trotzdem hätte ich gefühlt auch genausogut wieder ins Bett gehen können. Ich war immer noch hundemüde, es regnete und mit 24° war es auch nicht sonderlich warm. Da ich mich zudem einigermaßen kodderig fühlte, kam mir der Gedanke, mal meinen Blutdruck zu messen: Trotz der Tatsache, daß ich meine Tabletten vor einer Woche komplett abgesetzt habe, nachdem ich die Ration auf Anraten meiner Ärztin zwei Wochen vorher bereits halbiert hatte, bei den regelmäßigen Kontrollmessungen aber trotzdem immer niedrigere Werte rauskamen, lag der heute morgen gerade mal noch bei 115:82. Sowas hatte ich vor 30 Jahren als Normalzustand. Werd das mal im Auge behalten und wenn das so bleibt, betrachte ich meine Hypertonie somit als gewichtsbedingt vorläufig geheilt. 🙂

Nach einem Kaffen und einem getoasteten halben Ciabatta ging es mir dann auch wieder besser.

Trotzdem fühlte sich das irgendwie nach einem gebrauchten Tag an, und war so richtig schön unmotivierend, noch irgend etwas sinnvolles anzufangen, nachdem der halbe Tag nun schon gelaufen war. Also beschränkte ich mich auf ein bischen Aufräumen und Putzen, zog mir die Zeitung rein und warf dann kurz nach Mittag den Herd an, um das Montag eingekaufte Lammbein, das heute weg mußte, in einen eßbaren Zustand zu versetzen. Also wurden die 380g Beinscheiben entkernt und zerschnippelt und kurz mariniert in Olivenöl mit Curry und Paprika, und dann angebraten mit einer Paprikaschote und zwei Kofizehen, noch ein bischen Soße dazu und das ganze mit 50g Reis serviert. Was soll ich sagen: Der abgebildete Teller voll war insgesamt vor dem Braten noch knapp eine 3/4 Tasse voll Fleisch und (ungekocht) nicht mal eine halbe Tasse Reis. Selbst davon habe ich nichtmal mehr die Hälfte geschafft…