Operation Sandwurf vertagt

Heute war er wieder da, mein Simon. Saß sicher schon eine Viertelstunde im Cockpit, bevor er sich getraut hat, mich durch deutlicher werdendes Klopfen zu wecken, oder ich habe es schlicht nicht gehört. Meine Nacht war nämlich irgendwie nicht so doll, mindestens ein halbes Dutzend Male bin ich zwischendurch wach geworden, hatte tierische Kopf- und Rückenschmerzen und erst gegen 6h bin ich dann wohl doch noch im Tiefschlaf versunken. Jedenfalls war ich um viertel nach Acht, als er mich endlich wachgekriegt hatte, ziemlich neben der Spur und eigentlich den halben Vormittag zu nix zu gebrauchen, bis die Painkiller endlich zögerlich ihre Arbeit aufnahmen. Dafür bin ich dann während Simon’s Lunchtime hier am Salontisch eingepennt, und konnte die nächste halbe Stunde kaum noch den Kopf drehen. Altwerden ist blöd…

Wettertechnisch ließ es sich Vormittags gut an: 25 Grad, kaum Wind, und ein bischen Sonne. Ideal eigentlich, um das Deck zu besanden. Also bin ich losgezogen, habe noch ein paar neue Pinsel, mehr Harz und mehr Sand besorgt, während Simon schon mal mit Abkleben begann. Bis wir dann mit der ganzen Abkleberei der zu besandenden Flächen und der noch verbauten Decksbeschläge endlich fertig waren, war es allerdings Nachmittag und der Wind hatte zwischenzeitlich wieder auf 20-25kts zugenommen. Damit war das Thema „Sand streuen“ erstmal vom Tisch. Schließlich soll das hinterher wenigstens halbwegs gleichmäßig aussehen und das Zeug auf dem Deck landen, statt direkt vom Winde verweht zu werden. Immerhin kostet so ein Kilo handverlesener Feinsand hier im Yachtshop auch 20,-R und außerdem will ich Sand auf dem Deck einlaminieren, und nicht Kiefernzapfen oder -Nadeln.

Mein neulich dafür erstandenes „Spezialwerkzeug“ hat sich im Praxistest für die gewählte Korngröße allerdings als untauglich herausgestellt. Von der Idee her gut, aber wenn man oben eine Tasse voll von dem „extra feinen“ Sand reinkippt, ist die nach zwei Sekunden unten wieder rausgeflossen und bildet ein hübsches Häufchen, statt sich regelmäßig verteilen zu lassen. Gröberen Sand will ich allerdings nicht.

Auf der kürzlich so behandelten Badeplattform der True North nebenan fühlt es sich mit dem verwendeten gröberen Zeugs beim rüberwischen so an, als hätten sie geshredderte Glasflaschen draufgestreut und übergepinselt. Ist sicher sehr rutschfest, solange man nicht barfuß oder auf Knien an Deck rumhantiert, muß ich aber nicht haben. Schließlich heißt meine geplante Route nicht umsonst „Barfußroute“. Also werde ich wohl eins meiner Küchensiebe für diesen Zweck opfern; die sind engmaschiger und ein diesbezüglicher Versuch sah jedenfalls schon mal deutlich vielversprechender aus als mit dem Mehlstreuer, oder wofür auch immer das Ding eigentlich mal gedacht gewesen sein mag. (Von der Maschenweite her dann vielleicht eher was für Paniermehl oder „Semmelnbröseln“ …)

Der Strom ist übrigens seit 14h30 schon wieder weg. Offenbar hat es erneut den gesamten Ort lahmgelegt. Inzwischen hatte ich in meinem Fundus allerdings ein Kabel mit südafrikanischem Stecker auf der einen, und Kaltgerätestecker auf der anderen Seite gefunden. Das in Landanschluß und Inverter gesteckt führt dank dessen „Netzvorrangschaltung“ dazu, daß er auch im ausgeschalteten Zustand die 230V direkt durchleitet zum dahinter sitzenden Bordnetz-Stromkasten, und ich jetzt bei Stromausfall lediglich noch den Inverter einschalten und damit auf Batterieversorgung gehen muß, ohne irgendwas umzustöpseln. Lediglich das derzeit noch hinter dem FI direkt im Sicherungskasten angeschlossene Ladegerät muß ich jetzt noch parallel zum Inverter davor anklemmen. Batterien laden aus dem Inverter wird auf Dauer außer etwas Wärme wohl nicht viel bringen. So gut ist der Wirkungsgrad nun auch wieder nicht 🙂

Und auch, wenn meine mitgebrachten Solarpanels nach dem letzten Einsatz derweil in „Andis Zimmer“ auf ihren nächsten warten, sobald der künftige Einbauort mal fertiggepinselt ist: Die beiden uralten 70Wp-Panels auf dem Geräteträger arbeiten immer noch an dem chinesischen noname-MPPT-Regler, den ich 2015 mal mitgebracht hatte, und reichen immerhin knapp aus, um den Bedarf der beiden Kühlschränke und der gesamten Innen-Beleuchtung zu decken, wenn mal wieder einen Tag lang der Landanschluß tot ist. Erstaunlich.

Morgen wird es dann mutmaßlich wohl keinen Blogeintrag geben; ich gehe aus 🙂

Wenn der Club (namentlich: Kirsten!) schon mal ein paar der südafrikanischen Rock- und Blueslegenden zu einem Open Air hier in der Braai-Area bewegen kann, werde ich mir das wohl nicht entgehen lassen. Mal hören, ob die Herren was können…