Vermasselt!

Heute haben wir’s glatt vergeigt. Typischer Fall von mangelhafter Arbeitszuteilung oder Zeitplanung, sozusagen. Gegen 8h30 tauchte Simon auf und durfte sich als erstes über den derzeit als Segellast fungierenden Ankerkasten an Steuerbord hermachen. Der war, bis auf den Spinnaker und ein bischen Kleinkram, fast leer und nachdem er den Inhalt in den danebenliegenden umgepackt hatte, ging es mit saubermachen, abschleifen und mit Aceton-auswaschen weiter. Es war trocken, bewölkt, erträglich warm und windstill.

Ideal, um mal den Spark wieder hervorzuholen. Die Akkus hatte ich frühmorgens schon geladen, und das erste, was dann heute morgen auf dem Bildschirm auftauchte, war die Meldung „Flugdatenbank aktualisieren!“. Anhand dieser weiß der Spark dank eingebautem GPS, ob man gerade versucht, über einen Flughafen oder ähnliche Flugverbotszonen zu fliegen und unterbindet das (im Normalfall) von vornherein. Da das Ding die letzten Wochen im Schrank lag, war die zweifellos überholt. Naja, die erste halbe Stunde verging mit dem vergeblichen Versuch, diese blöde Datenbank runterzuladen und zu installieren. Nachdem ich die Meldung dann irgendwann einfach ignoriert hatte, kam als nächstes „IMU kalibrieren!“. Äh? Hab ich schon mal irgendwann gemacht, also „Start IMU calibration“ angeklickt und gewartet. Und gewartet. Und gewartet …

Nach einer weiteren halben Stunde kam ich drauf, mal bei Youtube nachzusehen, wie genau man eigentlich die IMU kalibriert. Siehe da, man muß das Fliegedings auch noch drehen und auf den Kopf stellen. Ach stimmt, zeigt er ja auf dem Handy-Display sogar symbolisiert an:wall:

Naja, irgendwann ein paar Sekunden später war er dann auch mit Kalibrieren fertig und nachdem ich den inzwischen fast leeren Akku gegen einen vollen getauscht hatte, konnte es losgehen. Eineinhalb Stunden Vorbereitung für 8 Minuten fliegen. Fast schlimmer als beim A400M…

Überwiegend weiß …

Letztlich habe ich dann doch noch ein Video gemacht und ein paar Screenshots davon extrahiert. Schade eigentlich, daß der Spark diesen „Video und alle 5 Sekunden ein Foto“-Modus meiner uralten GoPro Hero3 nicht hat, das hat sowas immer deutlich einfacher gemacht.

Also: So ganz allein als „letztes Boot an Land“ bin ich auf dem Platz nun doch nicht. Bin zwar offenbar derzeit der Einzige, der seins tatsächlich bewohnt, aber es  stehen durchaus noch ein paar rum.

Eine witzige (oder auch in dem Moment eher  nicht) Begegnung hatte ich dann auch noch: Während ich noch im Steigflug war, sah ich aus den Augenwinkeln von schräg oben irgendwas ziemlich großes heransegeln. Ich weiß zwar nicht, ob die hier auch schon „Drohnen-Abfang-Falken“ oder ähnliches Getier einsetzen, dafür war das Viech  auch deutlich zu groß und sah eigentlich eher nach einem Seeadler aus, aber es steuerte ziemlich zielstrebig von hinten auf den Spark zu, der glücklicherweise von ihm aus gesehen hinter diversen Wanten und Stagen des Seglers zwei Reihen neben mir hoverte. Simple Neugier, Schmacht oder aggressives Revierverhalten? Keine Ahnung. Ich hab es vorgezogen, den Spark zügig ein paar Meter durchsacken zu lassen, bis er nur noch drei Meter über dem Boot war. Das Federvieh drehte ein paar Meter vorher ab und machte sich vom Acker.

In der Zwischenzeit hatte Simon unseren Restvorrat Danboline im Ankerkasten vertüncht, allerdings war der jetzt erst zur Hälfte ausgemalt. Die Folge-Dose, die ich vorsorglich vorletzte Woche im Shop bestellt hatte, war natürlich heute morgen immer noch nicht da (sind ja noch Christmas-Holidays), also auf zur nächsten Baustelle. Die Seitendecks erhielten einen vierten Anstrich in weiß und nun ist auch gut.

Bei dem Versuch, dann das Steuerbord-Achterdeck (allen Erklärungen zum Trotz, warum ich damit eigentlich warten wollte, bis sowohl Andries & Co als auch  Stephen mit ihren Arbeiten fertig sind) auch noch spontan mit Farbe zu versehen, wurde es schlagartig bös windig mit allem möglichen umherfliegendem Baumzeugs, das auf die zu bemalende Fläche rieselte, und kurz bevor der erste Anstrich komplett war, fing es zu allem Überfluß auch noch an zu nieseln. Na, dann halt nicht. Hätten wir heute morgen gleich damit angefangen, wären jetzt auch da drei Schichten Farbe drauf gewesen…

Dieses Sigmadur 550 in Weiß ist übrigens eine wirklich furchtbar aufdringliche Farbe: Wenn man das Zeug in praller Sonne aufs Deck malt und auch noch ohne Sonnenbrille permanent hinsieht, was man tut, ist man in kürzester Zeit so gut wie blind. Blendet wie Seuche, das Kram. „Schneeblind in Afrika“ 🙂 Gut, daß das besser wird, sobald es erstmal trocken ist, ganz besonders auf den besandeten Stellen.

Nach Mittag ging es an die Wassertanks. Ich hatte die Tage schon vergebens versucht, meinen Männerarm zwischen Tank und Schott durchzuzwängen, um an die Mutter für den neuen Wasserauslass gut 50cm unter den Bodenbrettern zu kommen, also mußte Simon ran. Manchmal hat es auch seine Vorteile, so ein Spackel zu sein; der kam da jedenfalls ohne große Verrenkungen hin 🙂 Selbst die Schelle hat er anschließend problemlos festziehen können.

eng hier …

Die andere Seite werde ich dann wohl auch selber hinkriegen, da ist Platz genug auch für Erwachsenen-Arme. Auch das wieder eines der Symmetrie-Mysterien dieses Bootes: Der Steuerbord-Wassertank sitzt 20cm vor dem Schott, der Backbord-Tank gerade mal 9cm, wie ich vorhin mal gemessen habe.

Da beide Tanks angeblich je 300L fassen sollen und somit wohl mutmaßlich gleich groß sein sollten, wüßte ich wirklich nicht, was das, außer schlechtem Augenmaß beim Einbau vielleicht,  für einen Hintergrund gehabt haben soll.

Sobald das Silikon um den Auslaß ausgehärtet ist, werde ich morgen mal 300L Wasser in den Backbord-Tank plörren, um festzustellen, ob dieser jetzt reparierte Riß in der Rückwand denn wirklich die einzige undichte Stelle war. Ich hoffe doch stark, daß dem so ist …

Fertsch! Just add water

Nur für den Fall, daß es noch jemandem aufgefallen ist: Ja, die Oberkante des Auslasses sitzt ungefähr 8cm oberhalb des Tankbodens.

Spätestens, wenn der Wasserspiegel bis dahin abgesunken ist, wird also nur noch Luft angesaugt. Ich gehe jetzt mal wohlwollend davon aus, daß das so gewollt war, um nicht eventuellen Schmadder vom Boden mit anzusaugen und nicht nur deswegen so ist, weil halt irgend jemand das Loch da frei Schnauze reingebohrt hat. Aber ist ja eigentlich auch egal 🙂 Das ist jetzt der Wasseranschluß für die neue Druckwasser-Pumpe. Die Fußpumpe kriegt einen separaten neuen Anschluß mit Steigrohr im Tankdeckel spendiert, wobei das Rohr dann halt sinnvollerweise ein paar Zentimeter länger sein darf.

Ich muß zugeben, ich hatte ohnehin nicht verstanden, wieso man für eine Fußpumpe, die mit einem Doppelhub gerade mal 1/8L schafft, feiste Schläuche mit 16mm Innendurchmesser verlegt hat. Aber naja, nun ergibt es wenigstens Sinn.