un Fridachs jit et Fisch …

Nachdem ja nun heute Freitag ist, galt es, mal etwas Abwechslung in die sonst eher eintönige Menüabfolge an Bord zu bringen. Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß ich mit dem Dinghy zum Angeln vor der Hafeneinfahrt war und dabei einen kleinen Thunfisch gefangen habe? Nein? Naja, das wär auch gelogen gewesen. :mrgreen: Aber einen geschätzt 4-5Kg schweren Thun gab es trotzdem heute an Bord. Allerdings nicht von mir geangelt, sondern von Simon frisch vom zurückkehrenden Skipper der „Hercules“ (das ist das Ding mit den beiden V8s, der hier jeden Tag morgens raus- und abends wieder reingeblubbert kommt) gekauft oder gekungelt. Bin aus seinen diesbezüglichen Ausführungen nicht ganz schlau geworden.

Als ich das unverhofft in einem Eimer auf meiner Badeplattform aufgetauchte Vieh fotografiert hatte, fragte mich Simon unvermittelt, ob ich wohl gerne Fisch äße. Aber ja doch …

Jedenfalls, nachdem er das Viech gegen 14h30 mit meinen Filetiermessern zerstückelt (im englischen hätte man vermutlich ge“-butchert“ verwendet. Filetieren geht definitiv anders :D ) hatte, wollte er mir ein ungefähr eineinhalb Kilo-Stück davon abgeben, was ich aber dann dankend ablehnte, und auf ein Viertel davon reduzierte. Was glaubt der wohl, was ich so am Tag vertilge? 🙂

380g frischestes Thunfischfilet. Nur gerade so eben schon tot 🙂

Und den gab es nun heute zum Abendessen. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob das nun ein großer Bonito*, oder ein (zu) kleiner Redfin-Tuna* war, geschmeckt hat er jedenfalls vorzüglich. Simon hat den großen Rest davon zusammen mit ein paar von seinen Kumpels irgendwo auf einen Grill geworfen, aber da mein Cobb noch in der Garage rumliegt und mein normaler Bord-Gasgrill an der Reling wegen fortgeschrittenen Rostfraßes nicht mehr zu gebrauchen ist, mußte ich die Filets notgedrungen in der Pfanne braten. Hab sie vorher paniert (macht man das überhaupt mit Thunfisch?), bischen Pfeffer und Salz drauf, und dann in Butter gebraten. Dazu gab es Yasmin-Reis. Mjamm!

(*) Nachdem ich eben mal Wikipedia bemüht habe: Das war ein Skipjack-Tuna (Katsuwonus pelamis). Wird bis zu einem Meter groß und ist nach Anchovis der meistgefangene Fisch weltweit. Ist also nicht so, als hätte ich irgendeinen letzten Vertreter seiner Art in die Pfanne gehauen.

Paniert und gesalzen
Vier Minuten von jeder Seite
Das war lecker! (Und ich hab den tatsächlich schon wieder nicht geschafft, sondern mußte mir ein Stück für’s morgige Frühstück aufheben.)

Richtig gut. Von der Konsistenz her an Hähnchen erinnernd, vom Geschmack her an … naja, Thunfisch eben. Nur halt nicht vom anderen Ende der Welt eingeflogen, sondern vor drei Stunden 15 Meilen von hier aus dem Wasser gezogen. Frischer geht wohl nur noch, wenn ich dann irgendwann unterwegs selber angele. Dann beträgt die Entfernung von „aus dem Wasser“ bis „auf den Grill“ nur noch 1m20 🙂

Außer Fisch gab es natürlich heute auch noch ein bischen was anderes, nämlich Farbe an Deck. Nachdem es  zur Abwechslung mal nicht geregnet hat, aber auch nicht gleich wieder so brüllend heiß war, haben wir vormittags endlich die überfälligen Seitendecks mit drei Schichten Farbe versehen.

Selbst die vergurkte Luke sieht in Farbe gar nicht mehr soo schlimm aus.

Die vor ein paar Wochen gerade erst gestrichene Salondecke bzw. das Deck darüber sieht dagegen jetzt schon wieder richtig alt aus. Dieser allgegenwärtige Kohlenstaub ist echt ätzend. Das sind sicher auch deutlich mehr als 40mg, die hier in der Luft rumschwirren…

Während Simon schließlich das Malgerät saubermachen war, habe ich in der Zeit dann noch mal Foodgrade-Epoxy angemischt und beiden Wassertanks eine dritte Schicht zukommen lassen. Jetzt sieht es in der Tat glatt genug und brauchbar aus, um da Trinkwasser drin zu bunkern.

Die schlechte Nachricht des Tages kam gegen Mittag von Andries: Der hatte gestern mein Z-Antrieb-Unterteil mitgenommen, um es  zu zerlegen und neu abzudichten. Beim Öffnen des oberen Deckels hatten wir schon vorher festgestellt, daß der Lagerring rostig war, was nichts gutes verhieß. Das Ding sieht innen wohl tatsächlich einigermaßen übel aus. Mal sehen, was davon zu retten ist.