Wochenend und Sonnenschein …

Der Winter naht? Eher nicht… Die letzten drei Tage waren mit um die 34°C eher ein Vorgeschmack auf den zu erwartenden Sommer. Alle stöhnen rum, ihnen wäre heiß, und soweit das überhaupt noch steigerbar war, breitet sich eine allgemeine Motivationslosigkeit aus. Zumindest war ich die Woche über von allen Handwerkern verlassen, Simon mal außen vor. Schätze, wenn ich hier irgendwann wegkommen will, muß ich den Rest wohl selber angehen. Was ich mit meinem Z-Antrieb anfange, weiß ich noch nicht so recht. Andries hatte mir durch Danny ausrichten lassen, er hätte sein Handy verloren und sei deswegen nicht so recht erreichbar. Auf jeden Fall hat er sich die ganze Woche nicht blicken lassen. Vielleicht hatte Danny ihm von dem Ölverlust am Dichtring der Propeller-Welle berichtet, und er traut sich jetzt nicht mehr her…

Aber vielleicht kann ich ja für kleines Geld demnächst den baugleichen Antrieb der „Lady Africa“ in Port Elizabeth kaufen, von dem zumindest eine Video-Dokumentation über eine Komplett-Überholung bei Youtube steht. Ricky und Simone waren im Videolog dieser Woche  fast in  Tränen der Rührung ausgebrochen, als sie berichteten, daß ihnen ein Verlag aus Utah/USA zwei nagelneue Einbaudiesel finanziert. Woraufhin sie ihren frisch überholten Perkins-Diesel (oder was immer das war)  gar nicht erst eingebaut, den Antrieb an die Seite gepackt und den Spiegel zulaminiert haben. 

Irgendwas mache ich wohl falsch. Nicht, daß ich es ihnen nicht gönnen würde, sie machen bei ihrem Refit einen Top-Job und die wöchentlichen Videos sind in der Tat interessant (und auf jeden Fall lehrreich, wenn man zufällig gerade einen baugleichen Katamaran restauriert :-)), aber diese Woche zwei Motoren + Saildrives (geschätzt 18.000,-€, hier in SA sicher nochmal deutlich mehr), vorletzte Woche ein neues SUP und Dinghy von Vetus, irgendjemand hat ihnen neulich einen 5PS Außenborder mit 2 Betriebsstunden für’s Dinghy geschenkt?? Alter… 8-O

Ich fange auch an, Videos von meinen Aktionen hier zu drehen und stelle die bei Youtube rein …

(Allerdings hab ich dann ein kleines Personalproblem: Erfahrungs-gemäß steigt die Spendierfreudigkeit bei den Patreons und sonstigen Sponsoren ganz deutlich, wenn zumindest einer der Video-Akteure weiblich, einigermaßen präsentabel und am besten unter 40 ist. Da habe ich wohl schlechte Karten :oops:)

Andererseits: Barry, „The old Seadog„, ist in meinem Alter, segelt nach einer legendären 72-Tage-Überfahrt von Panama aus seit einer Weile im Südpazifik rum und hat sich, so rein optisch, auch nicht viel besser gehalten als ich :mrgreen:. Und ist mit seinem YT-Kanal doch  ebenfalls einigermaßen erfolgreich, obwohl er genauso lediglich von seinem Alltag berichtet, wie alle anderen Segel-Vlogger auch.

Drei Boote neben mir, stehen Patrick und Rebecca Childress mit ihrer „Brick House„, die sie seit Monaten refitten. Das Boot hatte wohl ein winziges Osmose-Problem und sieht inzwischen aus, wie ein Emmenthaler. Auf jeden Fall noch nach ziemlich viel Arbeit. Auch Patrick dreht nebenher Videos von seinen Refit-Arbeiten. Qualitativ eher so auf dem Level einer GoPro3, aber nichtsdestotrotz: knapp 120.000 Views in drei Monaten ist ein Wort für eine Folge, bei der es eigentlich nur um sowas „hochinteressantes“ wie einen Segelboot-Kiel geht. :-?

Egal. Ich hab keine Zeit für so’nen Firlefanz :wink:

Samstag habe ich mir das zum Generator gehörende Umspannwerk, vulgo „Genverter“ geheißen, geschnappt und eingebaut, Noch nicht komplett angeschlossen, aber er sitzt da, wo er hinsollte und kann nicht mehr weg. Der Rest sind noch ein paar anzuschließende Kabel, der Generator muß noch einen Auspuff kriegen und die Dieselleitung ist auch noch nicht verlegt, aber nix großes mehr.

Um da unter der Koje rumzukriechen und damit weiter zu machen, war es mir heute wirklich zu warm, also habe ich stattdessen dafür gesorgt, daß ich abends mein Dach länger offen lassen kann, ohne übermäßig von Mücken zerstochen zu werden. Ich hatte Morgan ja damals zusammen mit den Luken gleich noch Abdeckungen und Fliegengitter bestellen lassen, und da ich zwischenzeitlich beschlossen hatte, die Decke nun erstmal nicht weiter zu dämmen oder zu verkleiden, war jetzt der Zeitpunkt, so ein Ding mal einzubauen.

vorher
nachher. Sieht zugegebenermaßen ein wenig gefälliger aus.

Na klar war der Rahmen der Abdeckung aufgrund der nun nicht eingebauten Dämmung+Verkleidung knapp zu hoch, als daß das Ding vernünftig an der Decke hätte anliegen können. Theoretisch kein Problem, der Rahmen besteht nur aus 1mm formgepreßtem Polyethylen und kann, so die Anleitung, mit der Schere oder einer Dremel-Minikreissäge o.ä. auf die entsprechende Höhe gestutzt werden. Nachdem ich die ersten 5 Zentimeter mit meiner Küchenschere gekappt hatte, war mir das zu unegal, und ich habe den im Schraubstock eingespannten Multimaster mitsamt Oszillationssägeblatt in ein passendes Werkzeug für den Rest verwandelt, um einen gleichmäßig hohen Streifen abzusägen.

Paßt! Als nächstes regnet es jetzt vermutlich irgendwann demnächst mal in mein darunterstehendes Notebook, weil ich abends vergessen habe die Luke zuzumachen und nachts der Wind gedreht hat …

Essen war diese Woche eher mau. Von dem schon beschriebenen Eintopf abgesehen, gab es eigentlich nur heute nochmal warmes Essen, weil ich mit Peter beim Thai verabredet war. Keine Bilder 🙂

Nachtrag zum Thema: Anker

Eigentlich war da ja eine neue Edelstahlplatte hingekommen, damit der Anker beim Aufholen keine Löcher ins GFK schlägt. Nachdem ich das nun ein paar Mal probiert habe stellt sich raus: Im Normalfall liegen die Fluken ohnehin genau andersrum und das Problem stellt sich gar nicht. Auch gut. So, wie er auf dem Bild sitzt, ist er jedenfalls bombenfest arretiert und kann nirgendwo hin, solange der von Danny da angebratene U-Bügel obendrüber nicht abreißt.

eingerastet