Braii night again, zusammen mit der World ARC 2017

Es ist Montag, und das heißt: Grillen ist angesagt. Bin extra mit dem Taxi zur Mall gefahren (120ZAR hin und zurück, recht überschaubar), um beim Checker’s eine Flasche Wein und ein adäquates Stück Filet zu kaufen, das mir auf dem Grill dann auch noch auf den Punkt gelungen ist, insofern war der Abend gerettet.

Habe mich mit Kirsten zusammengesetzt, um mal zu klären, was da zwischen uns schiefgelaufen war in den vergangenen eineinhalb Jahren, aber letzlich hat er sich zigmal entschuldigt und gemeint, er und Antoinette hätten ein recht schwieriges Jahr hinter sich und es wäre alles seine Schuld. Egal, Schwamm drüber. Ich war ja schon heilfroh, daß es tatsächlich nicht meine Schuld in Form irgendeiner unbedachten Äußerung gewesen war, die da für fast ein Jahr Funkstille von seiner Seite gesorgt hatte, wie ich nach der Erfahrung mit Morgan die ganze Zeit befürchtet hatte.

Da passenderweise gestern auch die ersten beiden Boote der World ARC 2017-18 hier angekommen sind, war es im Vergleich zu den ansonsten doch eher familiären Braii-Abenden um die Jahreszeit eine relativ gut besuchte Veranstaltung.

Gegen 20h war ich mit Kirsten und Victor, einem der ARC-Betreuer, in einem 5m-Boot draußen, um die HANNA, den einzigen verbliebenen Kat der ARC-Flotte als viertes Schiff  im Ziel (aber ersten in der Multihull-Wertung, muhahaa 🙂  am Hafeneingang in Empfang zu nehmen und zur Kaimauer zu dirigieren. Da sich im Laufe der letzten Jahre eine ziemliche Sandbank mitten in der Zufahrt zum ZYC gebildet hat, eine nette Maßnahme, um Havarien in letzer Minute zu verhindern 🙂

Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, daß die HANNA von Istec-Mitarbeiter Thomas Wibberenz geskippert wird, den ich gerade erst vor 14 Tagen auf der HanseBoot gesehen hatte, hätte der meinen dort bestellen ParaSailor natürlich auch im Handgepäck mitnehmen und hier abwerfen können, wenn ich schonmal hier bin. Nuja, ist ja nicht eilig. Vielleicht sollte ich mir das Ding auch lieber nach Hause schicken lassen und dann im Auto mit hierher nehmen, bevor der auch noch geklaut wird…

Die Verlustliste hat nämlich inzwischen ein wirklich ärgerliches Maß angenommen: Daß die beiden beim letzten Besuch  mitgebrachten 46er Genua-Winches weg waren, hatte mir Morgan ja schon mitgeteilt. Außerdem fehlen meine vier  in 2015 gekauften 105Ah-Batterien inclusive Ladegerät und Kabeln, ein neuer 10.8V Bosch-Akkuschrauber, der Dremel, die beiden Creative-Lautsprecher, der Staubsauger, viele Kleinwerkzeuge von Schraubendreher-Satz über Lötkolben bis hin zum elektronischen Meßschieber und Endoskop-Kamera, sowie jede Menge Kleinzeug inclusive meiner Sandalen und der Kulturtasche samt Zahnbürste oder meine Braii-Kühltasche mit Tellern, Besteck und Gewürzen. Da fragt man sich doch: Welcher Idiot klaut  eine gebrauchte (nichtmal elektrische) Zahnbürste?

Alles in allem und ganz grob überschlagen rund 2500,-€ tatsächlicher Schaden, der Wiederbeschaffungswert der beiden Winches liegt alleine schon bei rund 2800,-€ wenn ich denn gewillt wäre, soviel für neue auszugeben. So werde ich halt mit den beiden 40er non-Selftailern leben müssen, die noch da sind  🙁

Wer auch immer sich meine Klamotten unter den Nagel gerissen hat, dem sei hiermit versichert, daß ich es ihm gönnen würde, wenn er mit seinem Kahn an irgendeinem Riff zerschellt. Was für ein Arschloch :-/

Nochmal zur HANNA: Der Eigner ist witzigerweise nicht mal an Bord. Wieso sich irgendjemand für schweineviel Geld einen 17m Katamaran bauen läßt, und dann eine bezahlte Crew damit um die Welt schickt ohne überhaupt dabei zu sein, kann man vermutlich auch nur verstehen, wenn man entsprechend viel Kohle hat. So richtig viel Sinn vermag ich darin jedenfalls nicht zu erkennen. Es sei denn natürlich, man segelt eigentlich gar nicht gern und möchte einfach nur sein eigenes Bett vorfinden, wenn man mal an irgendwelchen exotischen Locations Urlaub machen will … (oder, ganz gehässig, wenn man Wert drauf legt, sich hinterher die Urkunde für Platz 1 der World ARC Multihull-Wertung über den Schreibtisch zu hängen 🙂