Wassereinbruch, die x-te

Richards Bay, 41°C, windstill: Die Frisur hält 🙂 Da ich ja nächste Woche temporär in die Zivilisation zurückkehre, dachte ich mir, ich gehe vorher nochmal zum Friseur. Das Mädel mit der Mähmaschine hat dann auch extra dreimal nachgefragt, ob ich tatsächlich „3mm“ gemeint hatte, das sei aber wirklich „sehr kurz“. Ach was? 🙂

Die letzten zwei Tage hatte ich mich schon immer gewundert, wieso eigentlich meine Druckwasserpumpe spätestens alle 10 Minuten für eine halbe Sekunde anläuft. Normalerweise machen die das nur, wenn irgendwas undicht ist oder Luft im System. Luft konnte ich einigermaßen ausschließen, und undicht schien auch nichts zu sein. Bis ich dann heute morgen mal in die hintere Bilge an Backbord blickte und feststellen mußte, daß sie bis zum Rand vollstand. Da die beiden da rein gehörenden Bilgenpumpen immer noch ausgebaut waren, mußte ich anschließend wieder mal eine fliegend verdrahtete Pumpaktion  starten, um das Wasser rauszukriegen. Wenigstens habe ich bei der Gelegenheit rausgefunden, wieso die Pumpe immer wieder anlief:

Die neue Druckleitung von der Backbord-Druckwasserpumpe zum Verteilerstück vor dem Aktivkohlefilter auf der Steuerbordseite war’s. Irgendwer hat wohl die Schelle an einem Übergangsstück nicht richtig angeknallt, und da die Pumpen einen Wasserdruck von 4.5bar halten (sollen), fing es irgendwann  an zu tropfen. Nachdem ich die Schelle nachgezogen hatte, war dann auch prompt Ruhe und die Pumpe läuft jetzt noch genau dann an, wenn ich einen Wasserhahn aufmache, so wie das sein sollte.

Apropos Bilgenpumpe: Die elektrische Backbord-Pumpe machte ja schon nichts, als ich 2015 das erste Mal in diese Bilge gesehen hatte und sie testweise einschaltete. Heute habe ich dann auch rausgefunden, warum nicht: Wer immer das Teil damals eingebaut und angeschlossen hat, war ein Blödmann. Das Ding hat, da keine Automatikpumpe, nun wirklich nur zwei Kabel. Die waren prompt vertauscht, obwohl sich irgendwer extra die Mühe gemacht hatte, sie mit je einem männlichen und weiblichen Rundstecker und -kupplung eigentlich Idiotensicher zu verkabeln. Nur leider falsch rum, was durch simples Testen aber auch schon damals feststellbar gewesen wäre. :motz:

Simon hatte heute das definitiv angenehmere Arbeitsklima von uns beiden: Während ich mich bei gefühlten 48°C damit beschäftigt habe, unter der Koje in der Achterkabine eine Basis für den Generator zu basteln und in meinem eigenen Schweiß hockte, saß er unterm Boot im Schatten und war bei einem lauem Lüftchen damit beschäftigt, die ganzen abgebauten Fock- und Genuaschienen mal richtig zu reinigen und wieder einbaufertig zu machen. Was immer die damals als Dichtmasse da drunter geklebt haben, ist bis heute noch äußerst hartnäckig, wenn es ums Entfernen geht und klebt immer noch wie Hulle.

Ich wollte die Schienen eigentlich mit Butylband einsetzen, finde aber hier keins. Kennt keiner, verständnisloses Achselzucken, wo immer ich gefragt hatte. Entweder muß ich mir nächste Woche welches aus D mitbringen, oder die Schienen werden halt in Sikaflex gesetzt. Hauptsache, dicht.

Da ich während meiner Abwesenheit schlechterdings die beiden zuletzt eingebauten bzw. eingepaßten Luken nur lose draufliegen lassen will, habe ich sie heute nachmittag zunächst mit 25x6mm-Moosgummitape versehen und morgen werden sie auf’s Deck geschraubt. Und wenn das Boot dann nach meiner Rückkehr nicht halb voll Wasser steht und die Dinger somit soweit dichtgehalten haben, dann bleibt das einfach so. Sicherheitstechnisch sind sie jetzt ohnehin mindestens 3 Klassen besser als die alten, und wenn die nun „nur“ mit je 16 Schrauben am Deck festgeschraubt und nicht eingeklebt werden, sollte das wohl trotzdem halten. Bei den alten Luken waren es bekanntlich nur je 4 Schrauben und die waren auch nicht geklebt.

Ansonsten passiert hier recht wenig. Mein Klempner läßt mich seit vier Tagen hängen, was die letzten paar T-Stücke und Verbinder für die Kunststoffrohre angeht, so daß ich die Heckdusche immer noch nicht anschließen konnte, Andries kam gestern immerhin mit einem Zwischenstandsbericht zur Überholung des Z-Antriebs an, der aber bis Montag wohl auch kaum fertig werden dürfte, und von Stephen, der „ganz bestimmt bis zu meinem Abflug“ das neue Hardtop wieder aufgebaut haben wollte, habe ich nichts mehr gesehen oder gehört, seit er das Ding auf dem Anhänger hier weggeholt hat. Naja, vier Tage hat er ja noch bis dahin…

Dafür hatte ich heute Besuch von John. Der hatte neulich das wasserdichte Nüüd-Case gesehen, in dem mein altes iPad steckt und wollte nun wissen, wo man sowas herkriegt, nachdem ihm letzte Woche wohl eine bis ins Cockpit überkommende Gischt- Welle sein schickes i7-Notebook irreparabel geflutet hatte. Dumm gelaufen …

Zu Essen gab es heute nix, naja, außer zwei Toast zum Frühstück und eine Banane irgendwann gegen Mittag. Als ich um 21h vom Duschen zurückkam, waren immer noch knapp 32 Grad im Boot. Da tut es dann abends auch einfach mal eine Scheibe Knäckebrot.