Bilge aufhübschen, Teil 3

Die Baustelle von gestern sieht heute noch genau so aus, daher gibt es davon auch keine neuen Bilder. Thema heute war, nachdem Andries heute Morgen schon wieder auftauchte und ankündigte, übernächste Woche den Motor einbauen zu wollen, die Motorbilge in der Nacelle. Ich wohne jetzt seit zweieinhalb Monaten hier an Bord, aber bislang gab es nicht viel Veranlassung, da mal rein zu sehen. Erwartungsgemäß sah die, nachdem ich die ganzen Abdeckungen zur Seite geräumt hatte, wieder annähernd genau so verpäkt aus wie im Dezember 2015, als ich mich das erste Mal darüber her gemacht hatte. Nur mit dem Unterschied, daß jetzt zwar auch wieder jede Menge Kohlenstaub, Kiefernnadeln und sonstiges reingespültes Gedöns drin rumlagen, aber immerhin ja  schon mal eine brauchbare Schicht Bilgenfarbe aufgetragen war und die Reinigungsaktion mit Kehrblech und Kärcher nicht mehr ganz so schmuddelig wurde, wie damals. Durchgefegt, ausgekärchert und gut war’s. Das beim letzten Mal erwähnte „Loch im Fußboden“, das Morgan eigentlich zum Verschließen mit auf seiner Liste stehen hatte, ist übrigens immer noch da. Werd‘ ich dann wohl selber zulaminieren müssen, bevor der Motor rein kommt. Heute war es nochmal ganz praktisch, da ich so wenigstens den ganzen Schmadder nicht rausschöpfen mußte, sondern es einfach ablief.

Da ich irgendwie das Frühstück verpaßt hatte, aber noch ein Drittel der Straußen-Lasagne und des Filets von gestern im Kühlschrank standen, zersägte ich das Filet in knapp zentimeterdicke Medallions, briet die von jeder Seite eine Minute in Olivenöl an und überhäufte sie dann mit der zwischenzeitlich aufgewärmten Nudelmasse. Optisch vielleicht nicht gerade Gourmet-tauglich, geschmacklich allerdings durchaus ein Genuss. 🙂

Ich weiß … schmeckte aber bedeutend besser, als es aussieht 🙂

Nach diesem anstrengenden Vormittag und dem ausschweifenden Gelage hatte ich mich gerade für 10 Minuten hingelegt und war just an der Schwelle, tatsächlich einzuschlafen, als Brad ans Boot bollerte, um mir mitzuteilen, daß Morgan sich  auf meine Anfrage (an Brad, der jetzt immer als Relaisstation fungieren muß) hin tatsächlich mal gefunden hatte, und einen fixen Quadratmeterpreis für die laminierten Panele bekannt gab: 850R/m² für fertig auf Maß zugesägte und lackierte Platten. Nicht übertrieben billig, aber mit rund 50,-€/m² noch im Rahmen des Erträglichen. Zumindest in den vorderen Kabinen und unter der Decke sollen ja noch welche hin, um die Wärme draußen zu halten. Selber machen kann ich sie dafür jedenfalls nicht, außerdem fehlt mir der erforderliche Vakuumtisch, um sie auch tatsächlich so glatt zu kriegen, wie die das machen.

Wo er schon mal hier war, habe ich ihn gefragt, wer denn wohl die Batteriefächer ausgemessen hatte und ihm die Baustelle von gestern gezeigt. Klar war er das, wer hätte das auch sonst machen sollen? Mann, war ihm das peinlich.  Hab‘ ihm versprochen, daß ich ihn nicht bei Morgan verpetzen werde 🙂

Gegen 15Uhr wurden die Nackenschmerzen, die mich schon seit Tagen nerven, dermaßen übel, daß ich die Bilge wieder zuklappte, zwei von „Grand-Pa’s Headache Tablets“ (Aspirin, Paracetamol und Coffein ) einwarf da mir die Ibus inzwischen ausgegangen sind, und für heute Schluß machte. Stunden später sind sie zwar immer noch da, aber inzwischen auf ein einigermaßen erträgliches Maß reduziert. Wenn das nicht bald aufhört, muß ich wohl doch mal eins dieser hier verstreuten „Thai-Massage“-Institute aufsuchen. Vielleicht können die mich auch wieder einrenken…

Zum Sundowner gab es dann demzufolge auch nur einen Mokka und, da die Sonne von meinem Sundowner-Sitzplatz aus gesehen im Gegensatz zum August nicht mehr direkt hinter der Konifere, sondern inzwischen deutlich links davon untergeht, nach langer Zeit mal wieder ein paar Sonnenuntergangsfotos  aus dem Cockpit.