Der Winter naht!

Wie unschwer zu erkennen, findet der Sonnenuntergang an meinem bevorzugten Sundowner-Platz im Cockpit mittlerweile schon wieder hinter der Konifere stattt. Kaum zwei Monate her, daß die Sonne fünf Häuser weiter  links unter der Kimm verschwand. Wird wohl allmählich Zeit, die Standheizung einzubauen (oder hier endlich weg zu kommen), heute waren auch nur gerade noch 36 Grad, nachdem es gestern den ganzen Tag lang nicht über 26° wurden.

Überhaupt habe ich die letzten beiden Tage überwiegend damit verbracht, mal einen Teil der längst mitgebrachten und immer noch in der Steuerbordkabine eingelagerten Gerätschaften zu sortieren, halbwegs geordnet weg zu stauen, oder endlich zusammenzubauen, um Kartons loszuwerden, so wie den Außenteil der Wetterstation oben im Bild, der jetzt fast drei Jahre lang hier rumlag.

Das Ding soll dann später irgendwo hinten am Gerätebügel seinen Platz finden und für die Langzeit-Wetterdatenerfassung werkeln. Im Gepäck hatte ich Dienstag u.a. meinen allerersten RaspberryPi, auf dem ich vor Jahren mal angefangen hatte, einen Webserver zu installieren, der die Daten der Station ausliest und auf eine Website mit Echtzeitdarstellung bastelt. Vielleicht schaffe ich es ja mal irgendwann, das Ding  soweit umzustricken, daß es die Daten hierhin hochlädt …

Temperaturdaten seit Dezember

Nachdem ich die Außeneinheit zusammengebastelt hatte, mußte sie noch an das Display angelernt werden. Da man dieses dafür aber ausschalten muß, habe ich mir spaßeshalber vorher die Werte des letzten halben Jahres runtergeladen und angesehen:

Der bisher heißeste Tag im Boot war tatsächlich in der Woche vor Weihnachten mit knapp 43°, und das nicht etwa unter der Decke gemessen, sondern in 1.30m Höhe am Innen-Schott. Der Februar, für den sie mir hier über 50°C angedroht hatten, war dagegen zwar insgesamt wärmer als der Dezember, hat aber nur ein paar mal an der 40-Grad-Marke gekratzt.

Tja. Der oben abgebildete Bombay Orange Crush ist dann wohl vorläufig erstmal der Letzte seiner Art. Heute hat es nämlich, nach drei Monaten Dauereinsatz abgesehen von den letzten 14 Tagen, die Eiswürfelmaschine zerlegt. So wie sich das darstellt, ist wohl eine der beiden Infrarot-LEDs für die „Voll!“-Erkennungs-Lichtschranke dahingeschieden. Die Kiste glaubt jetzt permanent, das Eiswürfelfach sei gefüllt und macht daraufhin nix mehr. Paßte aber irgendwie prima zum verkorksten Rest des Tages …

Wo ich schon mal beim Aufräumen war, habe ich dann auch die seit mindestens Anfang Oktober im Netz unter der Decke hängenden restlichen drei Orangen mal abgehängt und eine davon aufgeschnitten. Die Dinger sahen drei Wochen nach dem Kauf immer noch genauso aus wie vorher, daraufhin hatte ich beschlossen, sie einfach hängen zu lassen und ab und zu mal zu testen, wann sie sich in Richtung „ungenießbar“ entwickelt haben. Bis Ende Dezember hatte ich bis auf diese drei alle gegessen, und da die sich kein Stück verändert hatten, ging es an den Langzeitversuch.

Nun ja. Kein Schimmel, nicht geschrumpelt, aber nach dem Aufschneiden innen jetzt knochentrocken. Zum Auspressen wären die jedenfalls nicht mehr geeignet gewesen, bestenfalls für Trockenobst.

Nein, das ist nicht der Blutmond, sondern eine Apfelsine bei Sonnenuntergang 🙂

Also, auf die Merkliste für die künftige Proviantierung: Orangen sind selbst bei den hier herschenden Temperaturen einigermaßen problemlos drei Monate lang haltbar. Taugt also auch als Skorbut-Prophylaxe  …

Im Kühlschrank stehen übrigens auch noch zwei, immer noch völlig normal aussehende, Becher Yoghurt, die ich ungefähr Weihnachten da reingestellt hatte. Wenn man sowas in Deutschland probiert, sind die vermutlich spätestens nach drei Wochen geplatzt. Offenbar verwenden die hier doch etwas andere Konservierungsstoffe, was mich ja damals schon bei der Schlagsahne verblüfft hatte.

Gestern morgen hatte ich mit Stephen telefoniert. Ich war jetzt nicht wirklich überrascht, als er mir erzählte, der Dodger sei „noch nicht ganz fertig“, aber er hätte immerhin schon die ganzen GFK-Platten für Ober- und Seitenteile laminiert. Nach kaum acht Wochen, grrr….

Schätze, ich muß wohl mal nach Empangeni fahren und mir ansehen, was der da so treibt. Das Ding sollte eigentlich vor drei Wochen schon wieder aufgebaut gewesen sein 🙁

Dafür war Andries heute hier, nachdem er mich gestern hängen lassen hatte. Der Antrieb ist überholt, neu gelagert und wieder soweit zusammen und funktioniert angeblich bei manuellem Durchdrehen völlig geräusch- und problemlos. Nun ja. Wir werden erleben, wie sich das verhält, wenn er tatsächlich am Motor sitzt und für Vortrieb sorgen soll. Anfang der Woche soll das nun wohl stattfinden.