Back to work

Hey, ich bin wieder da! Alle, die während meines Urlaubs schon unter Entzugserscheinungen gelitten haben, weil das hier nicht weiter ging, können jetzt aufatmen: „Break’s over …“

Habe ich eigentlich schon mal irgendwann beiläufig erwähnt, daß fliegen nervig ist? Nix gegen das Transportmittel als solches, ist ja schon irgendwo praktischer, als wenn man solche Strecken mit der Bahn fahren müßte, aber das ganze drumherum ist mittlerweile einigermaßen abtörnend, wenn man nicht nur, wie auf dem Hinflug, lediglich mit Handgepäck unterwegs ist. Es fing schon in Hannover damit an, daß beim Scannen des aufgegebenen Gepäcks in der Sperrgutannahme mein Dremel auffiel, den ich mit seiner Schachtel elegant im Koffer plaziert hatte. Nachdem die Dame nicht reinsehen wollte, sondern nur meinte „der sei ja sicher elektrisch“, ohne Widerspruch von meiner Seite zu ernten, war das Thema kurz darauf aber durch.

Bestimmt gibt es den auch in einer elektrischen Version …

Der mit drei Dieselpumpen, Schaltern, Steckdosen, Arduinos, Raspberrys und fast 500m verzinnter Litze in allen möglichen Farben und Querschnitten sowie dem ganzen zur Standheizung gehörigen Kleinkram vollgestopfte 42L-Tagestank, den ich auf eine faltbare (aber nicht gefaltete 🙂 ) Sackkarre geschnallt hatte, machte wider Erwarten überhaupt keine Probleme. Von drei Seiten gescannt, wurde er umgehend abgenickt. Nachdem ich mein Gepäck somit tatsächlich vollständig aufgegeben hatte, konnte Babsi wieder nach Hause fahren, ohne irgendwas wieder mitnehmen zu müssen. Damit waren die ersten 69Kg schon mal abgefrühstückt. Soweit, so gut. 

Meine beiden Handgepäckstücke waren dann schon etwas hinderlicher beim Security-Check. Die beiden , noch komplett in Luftpolsterfolie eingewickelten und verklebten Winches wollte in Hannover keiner sehen, dafür haben sie sich an den beiden Dosen Mettwurst hochgezogen, bis wir uns schließlich drauf geeinigt haben, daß das bestimmt harte Mettwurst sei. Keine Ahnung, was das beim Fliegen für einen Unterschied macht, aber nachdem er schon explizit danach gefragt hat …

Blieb noch mein Peli-Trolley mit Laptop, diversen Ladegeräten, Iphone, Festplatten, SSDs und jeder Menge Kabeln. Das Ding ist jetzt garantiert steril, so oft wie das Mädel den Koffer von allen Seiten durchleuchtet hat, um dann irgendwann festzustellen „das ist doch ein Feuerzeug da, ganz bestimmt ist das ein Feuerzeug!„.

Inzwischen war ich zum zweiten Mal zum Boarding aufgerufen worden und hatte schon seit fast zehn Minuten versucht, die Tante dazu zu bewegen, den Koffer endlich aus dem Scanner zu nehmen und mich ihn aufmachen zu lassen, damit sie  einfach nachsehen könnten, statt an irgendwelchen bunten Röntgenbildern rumzuraten.

Irgendwann ist ihrem Kollegen dann wohl der Kragen geplatzt, ich habe das Ding endlich aufmachen können und er griff zielstrebig hinein, um ihr dann triumphierend meinen USB-Verteiler unter die Nase zu halten. Das direkt daneben liegende Piezo-Turbo-Gasherd-Anzündegerät hat er freundlicherweise ignoriert :roll:

Thema durch.

Kann man schon mal verwechseln 🙂

Nun ja. Der Flieger hatte netterweise so lange gewartet und nachdem ich die beiden 23Kg-„Handgepäcke“ unter ungeduldigen Blicken noch irgendwo in ein Gepäckfach gewuppt hatte und mich in meinen Mittelsitz gezwängt hatte, ging es auch umgehend los.

In London war dann die Mettwurst nach kurzer Inspektion und ohne Rückfragen genehmigt, das Feuerzeug im Trolley blieb diesmal unentdeckt, dafür mußte ich die beiden Winches auspacken, damit sie auf Sprengstoffspuren abgeschnüffelt werden konnten, nachdem sich die zierliche Zollinspektorin mit leicht asiatischem Einschlag fast einen Bruch gehoben hätte bei dem Versuch, die Tasche mit den Winches vom Rollband auf einen Tisch zu heben.

Alles in allem ging das aber deutlich zügiger vonstatten als in Hannover, so daß Zeit genug blieb, noch was essen zu gehen. Morgens hatte ich nur einen Joghurt gehabt, und auf dem ersten Hüpfer nach London gab es natürlich nix, schon gar nicht umsonst. Und der Kaffee für 2.70 Pfund war dem Ruf der englischen Küche angemessen, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Das Hähnchen-Curry bei Wetherspoon im Flughafen hingegen war ausgezeichnet, angemessen scharf, und kam innerhalb von 10 Minuten nach Bestellung auf den Tisch. Richtig gut, wenn man die indische Küche mag.

Zeit hatte ich genügend: Schon am Vortag hatte die BA-App die Aussage getroffen, der Flug würde erst eine halbe Stunde später starten, somit hatte ich insgesamt fast vier Stunden Aufenthalt totzuschlagen. Da einem in Heathrow auch erst eine knappe Stunde vor dem Start auf den Anzeigetafeln mitgeteilt wird, an welchem Gate das überhaupt stattfindet, kann man in der Zeit eigentlich nur entweder irgendwo dumm rumsitzen oder, und das wird wohl der Hauptgrund für die späte Bekanntgabe sein, man schlendert durch das Terminal und erliegt der Versuchung, in einem der unzähligen Shops ganz viel Geld für vermeintliche Schnäppchen oder sinnlosen Mumpitz wie zwei Tennisballgroße Schoko-Fußbälle in Union-Jack-Verpackung für supergünstige 15,- Pfund auszugeben. Ich nehme jedenfalls nicht an, daß die da erst eine Stunde vor dem Start entscheiden, wo welcher Flieger zu stehen hat.

Da ich eh keinen Platz und keine Verwendung für irgendwas hatte, habe ich mich auf die erste Variante beschränkt und zwischendurch lediglich noch einen Cappucino getrunken. (Der war dann übrigens auch deutlich besser als der Kaffee unterwegs)

Der Flug selber war, naja. Eine Boing 787, Platz 33H rechts am Gang in einer somit vollbesetzten Dreier-Reihe. Das Mädel neben mir nahm nicht wirklich viel Platz weg und gehörte wohl zu einer Gruppe, die um uns rum verteilt saßen und zumindest die ersten beiden Stunden nach dem Start ununterbrochen am sabbeln waren, also habe ich mir die Ohrhörer eingestöpselt und die gefühlt 47. oder so Auflage von „Mission Impossible“ angesehen. Nachdem die Welt wieder mal vom IMF vor einer nuklearen Katastrophe  gerettet worden war, wurde es nebenan bereits etwas ruhiger, ich schaltete den Monitor aus und als ich das nächste Mal danach wieder wach wurde, hatte ich ein Tablett mit Essen vor mir stehen. Auch nett.

Der Rest des Fluges verlief weitgehend im Dunkeln und somit habe ich die meiste Zeit verdöst. Irgendwann morgens um kurz nach Vier stubste mich eine Stewardess an und fragte (vermutlich zum wiederholten Male), ob ich lieber „Tea or Coffee“ zu meinem Rührei hätte. Und trotz des verspäteten Abfluges: Mit lediglich 5 Minuten Verspätung landeten wir unwesentlich danach dann fast pünktlich in Durban.

Das Einchecken war unspektakulär wie immer, das Gepäck rotierte bereits fröhlich auf dem Band vor sich hin, als ich an der Ausgabe  ankam, und nachdem ich die beiden Koffer eingesammelt und anschließend mit wachsender Besorgnis über zehn Minuten darauf gewartet hatte, daß mein Tank endlich auftaucht, fiel mir schließlich auf, daß wohl irgend jemand das Ding schon vorab ausgeladen, und zum Sperrgepäck ein paar Meter weiter gestellt hatte. Klonk …

Im Gegensatz zu allen anderen Flügen, die ich bisher nach Durban gemacht habe, mußten heute ausnahmslos alle Einreisenden durch die Zollkontrolle. Mit meinen 109Kg Gepäck und Bootskram für ein paar Tausend Euronen dabei fürchtete ich schon das Schlimmste und stellte mich seelisch schon mal  auf eine längere Debatte ein, aber offenbar war das heute nur eine Art Ausbildungseinheit für neue Zollstifte oder sowas in der Art, jedenfalls sahen die ganzen anwesenden Herren Zöllner unbeteiligt zu, wie ich meine fünf sorgsam auf dem Trolley ausbalancierten Koffer und Taschen wieder abmontierte, auf das Band zum Durchleuchter wuchtete und mich anschließend direkt danach abmühte, den Kram wieder unfallfrei aufzuladen. Niemand hatte sich auch nur die Mühe gemacht, mal auf den Bildschirm von dem Teil zu sehen …

Fünf Minuten später stand ich unbehelligt vor dem Ausgang, atmete tief durch und zündete mir bei strahlend blauem Himmel und  angenehmen 25° C  Außentemperatur die erste Zigarette nach 20h an.

fast am Ziel

Den Mietwagen einzusammeln, war dieses Mal keine ernsthafte Herausforderung. Führerschein und Kreditkarte waren diesmal griffbereit, und als mich das nette Mädel bei Hertz mit meiner Fuhre Gepäck am Schalter vor sich stehen sah, hat sie mir unaufgefordert einen Corolla Stufenheck statt des eigentlich gebuchten Polos ausgehändigt. Mehr als zwei Personen hätten zusammen mit dem ganzen Gerödel allerdings auch in den nicht gepaßt 🙂

Eigentlich hatte ich den Mietwagen erst für 9h reserviert und war somit fast zwei Stunden zu früh. Da ich keine Lust hatte, morgen in aller Frühe das Ding am Flughafen hier in Richards Bay wieder abzugeben, haben wir uns darauf verständigt, daß das dann halt heute schon passiert. Als ich letzte Woche versucht habe, das genau so zu buchen, hieß es von Seiten Rentalcar.coms nur „Wir konnten keinen Anbieter für diese Miete finden“ und ich mußte für mindestens 24h buchen. Muß man alles nicht verstehen.

Die Fahrt nach Richards Bay war unspektakulär, ich wurde zweimal nicht geblitzt und kurz nach 9h war ich wieder zu Hause. Das Boot war noch da, und offenbar hatte auch niemand in meiner Abwesenheit versucht, einzubrechen oder irgendwas zu klauen. Auch der Sharan steht immer noch da, wo ich ihn abgestellt habe, stellt sich aber nach drei Wochen Nichtnutzung jetzt tot. Da werde ich wohl morgen mal ein wenig Batteriepflege treiben müssen.

Ansonsten sieht das Boot immerhin so aus, als hätte Simon versucht, daran rum zu polieren. So richtig gelungen ist das zwar alles nicht, und er hat es an mindestens zwei Stellen geschafft, das Gelcoat durchzuschleifen und jede Menge Hologramme rein zu polieren, aber zumindest auf den ersten Blick und von weiter weg sieht es schon mal besser aus als vorher. Der Wasserpass ist zwar entgegen seiner Anweisungen immer noch nicht gestrichen, aber immerhin hat er die ganzen Klebestreifen entfernt. Mal sehen, was er so zu berichten hat.

Meine in letzter Minute noch abgedichteten Luken scheinen wohl dichtgehalten zu haben. Zumindest die, die ich auch tatsächlich zugemacht hatte :wall: Die da untergestellten Wannen und Eimer waren jedenfalls staubtrocken. Eine hatte ich allerdings übersehen:

Als ich vor dem Hinflug in meinem Mietwagen saß und auf dem Weg nach Durban war, war mir kurz vor der Ausfahrt zum Flughafen siedendheiß eingefallen, daß ich das Porthole/Bullauge in der Pantry nicht zugemacht hatte.  Das ist ja, wie Portholes das so an sich haben, nicht übermäßig groß und sitzt halt seitlich in der Bordwand. Da ich zu dem Zeitpunkt eh nichts mehr dran ändern konnte und auch keiner ins Boot konnte, um das Ding zu schließen,  habe ich es dann dabei belassen und auf das Beste gehofft. Hat allerdings nur eingeschränkt funktioniert.

Es scheint dann wohl doch ein wenig heftiger geregnet zu haben in den vergangenen zweieinhalb Wochen. Das im Bild sind leere 250g Instantkaffee-Gläser mit lose aufgelegtem Deckel, die da zum Trocknen gestanden hatten. Nur gut, daß wenigstens die elektrische Kochplatte nicht auch noch direkt unter der Öffnung stand. Die Steckdose ist ja immerhin einigermaßen wassergeschützt …

Die Backbordbilge stand natürlich demzufolge wieder mal bis zum Stehkragen voll, was aber durch simples Schalterumlegen ein paar Minuten später Geschichte war. Bevor ich hier ablege, sollte ich vielleicht doch noch einen Wasserstandssensor oder automatische Bilgenschalter einbauen… Dafür habe ich rausgefunden, daß mein Getränkeschapp unter diesem Porthole zumindest nach unten hin dicht ist. Jedenfalls standen die Sachen darin gut zwei Zentimeter tief im Fußbad. 

Wenigstens DAS ist dicht 🙂

Also falls mir mal ein vergessener Tetrapak Milch explodiert, stinkt das wenigstens nicht anschließend unerreichbar ewig unterm Tank rum, sondern beschränkt sich auf diesen Schrank. Man muß es ja immer positiv sehen 8-)

Nachdem ich die Überschwemmung beseitigt und die Bilge ausgepumpt hatte, war die Außentemperatur auf gute 40 Grad geklettert und ich beschränkte mich für den Rest des Tages darauf, nur noch die Koffer auszuladen und auszupacken und den Mietwagen wieder voll zu tanken und zum Flughafen zu bringen, nachdem ich noch das nötigste frische Kram beim PnP eingekauft hatte. Theoretisch sollte das Hertz-Büro zwar bis 18h besetzt sein, um viertel vor war aber schon alles verrammelt, also habe ich den Schlüssel einfach in die Rückgabe-Box geworfen, mir ein Taxi gerufen und bin zum Yachtclub zurückgefahren.

Beim Koffer-Auspacken habe ich dann übrigens auch den kleinen Akkuschrauber wiedergefunden, den ich die letzte halbe Woche lang gesucht hatte. Keine Ahnung, wie oder wann der es in die Tiefen des Koffers geschafft hat. Wo er nun schon mal hier ist, mußte ich natürlich ausprobieren, ob er sich mit dem 12V-Ladegerät des eigentlich ziemlich identisch aussehenden Nachfolgemodells wenigstens laden läßt: Jau, geht. Beide funktionieren mit 12 oder 10.8V. Das macht die restlichen Verkleidungsarbeiten dann wenigstens etwas einfacher und spart das dauernde Wechseln von Bohrer und Bits. Einer zum Bohren, einer zum  Schrauben.

Nu bin ich mal gespannt, ob Simon morgen wohl auftaucht. Von allen anderen Arbeiten, die sonst noch so „in der Mache“ waren, hat es lediglich Andries geschafft, mir die beiden Gegenplatten für die Barbarossa-Winschen zu  schneiden und ins Cockpit zu legen. Von Stephen keine Spur, und der Dodger ist selbstverständlich auch noch nicht aufgebaut. Hatte ich aber eigentlich auch nicht ernsthaft erwartet.