Ein Urlaubstag

Eigentlich habe ich heute nichts weiter getan, als tatsächlich mal faul in der Sonne zu sitzen bzw. später zu liegen und dem Treiben hier im Hafen zuzusehen.

Nachdem es mich ausgerechnet an einem Sonntag kurz nach 6h30 aus dem Bett getrieben hatte, gab es nur eine Schale Cornflakes und anschließend hatte ich die Duschen für mich allein. Um die Uhrzeit ist hier absolut noch gar nichts los. Die ARCies sind, bis auf zwei übergebliebene, inzwischen alle weg, und der Tag sah vielversprechend aus.

Milde 23°, eine leichte Brise… hätte ein perfekter Segeltag werden können, wenn man denn ein einsatzklares Boot hat. Kirsten hatte zwar am Montag abend noch rumgetönt, daß er mich während meines Aufenthaltes hier nochmal mit rausnehmen wollte,  sich  dann aber die ganze Woche nicht mehr blicken lassen, so daß ich leider völlig in der Luft hing, wann oder ob überhaupt das stattfinden sollte.

So saß ich dann gegen 11h am äußersten Ende des Clubgeländes, als die Maranatha  rund 300m entfernt an mir vorbei Richtung Hafenausfahrt motorte. Torfnase 🙂

Offenbar sind sie aber nicht raus auf’s Meer, denn nachdem er die Segel oben hatte, sah ich ihn wenden und nach rechts Richtung Industriehafen aus dem Blickfeld verschwinden, was ja auch schon ein ganz ordentliches Areal ist.

Nachdem sie außer Sicht waren, habe ich die Stellung gewechselt und mir an der Beachbar erstmal eine Cola gegönnt. Sonntag ist hier traditionell „Familyday“: Frau steht im Wasser, angelt und trinkt Bier, die Kids planschen rum, Mann grillt,  und irgendwann gegen 13h wurde mir das dann dank der zahllosen rumtobenden 2-10jährigen doch etwas zu laut und etwas zu turbulent und ich machte mich auf den Weg zurück zum Boot.

An Thelxinoes altem Stellplatz hatte ich vor ein paar Tage bereits meine beiden Motoren entdeckt, den ausgebauten VW, und den letztes Jahr gebraucht gekauften VolvoPenta. Eigentlich hatte ich den Volvo in Kirstens Garage vermutet, aber immerhin war er in Folie eingeschlagen und verschnürt, also was solls.

Da mir zum Einbau immer noch ein passender Adapterflansch für die Getriebeglocke bzw. den 270er Z-Antrieb fehlt, Andreas Lietz aber verlauten lassen hatte, er habe drei verschiedene gebrauchte da und ich sollte mal ein Foto machen, habe ich das Ding aus der Umhüllung befreit, und von allen Seiten fotografiert. Wenn ich mir das nun so betrachte, kommen mir doch leichte Zweifel, wie man da vernünftig einen Auspuff dran befestigen will. Immerhin sitzt der im Bild sichtbare Flansch bestenfalls 20cm vor dem Spiegel der Nacelle, wenn überhaupt, das könnte wohl etwas umständlich werden…

Volvo MD22L

Hab das Ding wieder eingetütet und zugetüddelt, und auf dem weiteren Weg zur Thelxinoe lief mir Alfred über den Weg, der hier an seinem Tiki 26 rumwerkelt. Nachdem  wir ein paar Minuten gequatscht hatten, verspürte ich nun allmählich doch ein leichtes Knurren im Magen und bereitete mir ein leicht  verspätetes Frühstück mit Rührei, Bacon, und ein paar gebratenen „smoked Viennas“ (kleine Würstchen) zu.

Anschließend habe ich meine Cockpitpolster hervorgekramt, mein Kissen mit rausgeschleppt und gepflegte zwei Stunden flachgelegen. Als ich irgendwann so gegen 16h wieder wach wurde, gab es  Hafenkino vom Feinsten:

Die beiden mit dem Kat in der Bildmitte kamen rein, legten ein Lehrbuchmäßiges 180°-Wendemanöver „auf dem Teller“ hin und  lagen danach eigentlich schon  perfekt längsseits am Außensteg,  wo sie allerdings dreimal abdrifteten und neu anfahren mußten, weil die schmächtige Frau es  partout nicht auf die Reihe bekam,  eine Festmacherschlaufe über einen  Poller  zu werfen, der im Grunde genommen schon fast direkt unter ihr, max. aber 50cm entfernt war. Göttlich 🙂 Ein Festmacherhaken (oder einfach mal bücken) hätte möglicherweise geholfen…

Nach dem dritten Fehlversuch ist ihm dann der Kragen geplatzt und er kam angehechtet, um das Ding selbst um den Poller zu legen.

Kein Tag ohne neue Schäden:

Eben hat es meine Fußwasserpumpe in der Pantry zerlegt. Draufgetreten, „KNACK“, und das war’s mit der Pumperei. Auch wenn ich damit das Wasser nur aus dem unter der Spüle stehenden Kanister zum Auslaufhahn hochpumpe, werde ich mir das morgen wohl mal ansehen müssen. Hier lagen ja noch zwei weitere rum, vielleicht kann ich eine davon recyclen, sofern es diese hier wirklich hinter sich hat.