Fehlschlag, die Erste …

An manchen Tagen ist es hier einfach nur frustrierend. Für heute hatte ich mir Andries herzitiert, damit nun wenigstens in diesem Jahr noch Motor und Antrieb mal mehr als nur ein paar Sekunden lang getestet werden. Diesel war angeschlossen, Wasserschlauch war angeschlossen, nur noch die Batterie anklemmen, Öl im Antrieb endgültig auf Maximum bringen, Motoröl nochmal kontrollieren, das nach der „daneben-bohr-Aktion“ von neulich noch fehlende Wasser im inneren Kreislauf durch Frostschutz ersetzen, und dann konnte es losgehen.

Mal abgesehen davon, daß mein umgebautes Instrumentenpanel mit den erneuerten Lampen für Öldruck, Temperatur, Batterie usw. genauso wenig anzeigt, wie mit den alten kaputten und auch die Lichtmaschine nicht lädt, sprang der Motor auf Anhieb an und der Drehzahlmesser zeigte eine Drehzahl an. Das Ganze allerdings mit höllisch lauten, schlagenden  Geräuschen verbunden, die nach ein paar Sekunden dann spontan aufhörten und in einen normal klingenden  Motorlauf übergingen. Beim letzten Mal war das doch definitiv nicht so ein Gerumpel gewesen?

Der Motorlauf blieb rund und ruhig, alles schien soweit dicht zu sein, und nachdem wir ihn ein paar Minuten lang warm laufen lassen hatten, versuchte ich, einen Gang einzulegen. Keine Reaktion am Propeller, obwohl die Schaltung scheinbar tat, was sie sollte …

Also: Motor aus, nachdenken, Werkzeug herkramen, Antrieb wieder ab. So wie es aussieht, ist die verzahnte Schiebemuffe im Kreuzgelenk, die auf die Antriebswelle vom Motor greift und letzten Endes für die Kraftübertragung zu sorgen hat, zu kurz und saß nur mit 0.5-1cm auf der Welle, ist abgerutscht und hat sich anschließend verkantet, bis sich das Kreuzgelenk bei drehender Welle irgendwann soweit zur Seite bzw. nach unten gedreht hatte, daß Ruhe war. Ich gehe mal stark davon aus, daß das vorher nur deswegen nicht passiert war, weil bis dahin niemand den Antrieb soweit angehoben hatte, wie ich das mit meiner Flaschenzug-Konstruktion getan habe, und dabei das Kreuzgelenk bereits von der Welle gerutscht ist.

Also entweder steht der Motor zu weit vorn, woran wir nichts ändern könnten, denn weiter nach hinten paßt er platzmäßig definitiv nicht mehr, Andries‘ gedrehter Adapter ist zu lang, so daß Motor und Antrieb jetzt weiter von einander entfernt sitzen als vorgesehen, oder das Kreuzgelenk ist durch die Hitze hier eingelaufen. Oder aber, der Antrieb ist schlicht nicht dafür gedacht, dermaßen weit angehoben zu werden und die Schiebemuffe per se zu kurz dafür.

Was auch immer nun der Grund sein mag: Ich habe jetzt zwar einen gut laufenden Motor im Boot, der nur dummerweise seine eigentliche Aufgabe nicht erfüllt und finde das, gelinde gesagt, einfach ziemlich zum Kotzen. Monatelang hatte er Zeit, dieses Ding fertigzustellen und testweise länger laufen zu lassen. Jetzt bin ich antriebsmäßig ungefähr wieder da, wo ich Anfang des Jahres schon war 🙁

Nachdem er dann zwanzig Minuten lang mit meinem Meßschieber rumakadiert hatte, schien er jedenfalls überzeugt, daß die Muffe für den aktuellen Zustand zu kurz ist. Er und Hein und haben das ganze Ding ins Auto verfrachtet und eine Lösung bis Sonntag versprochen. Was bin ich aber auch gespannt … Vielleicht sollte ich vorsorglich einen dicken Knoten in den unteren Teil meiner Lift-Strippe machen, damit ich den Antrieb garnicht mehr soweit anheben kann, daß das nochmal passiert.

Nachdem ich ihn vorhin per WhatsApp auf diese Überlegung hingewiesen hatte, kam mit „Dont worry Im sorting things out.“ genau die Art von Antwort, die ich befürchtet hatte. So wie ich Andries bisher kennengelernt habe, tausche ich gerade einen Antrieb, den ich  wegen zu kurzer Schiebemuffe nicht komplett aus dem Wasser heben kann, gegen einen Antrieb, bei dem das Kreuzgelenk rappelt, weil er ein Stück abgeflext und die Muffe stumpf mit einem zwischengeschweißten Rohr verlängert hat …

Harren wir also der Dinge, die da kommen werden.

Die Weihnachts-Feiertage sind hier äußerst ruhig verlaufen. Ich habe zur Abwechslung mal wirklich so gut wie garnichts am Boot getan, weil es immer noch brüllheiß war, nur noch ein paar weitere Maschinen Wäsche mit dem Klima-Kondenswasser gewaschen, und ansonsten die drei Tage im Cockpit liegend verschwitzt, Musik gehört, gelesen und ein bischen mit den Kameras rumgespielt, was mich dank einer ungeschickten Bewegung in der Drehung dann gestern prompt meine einzige wasserdichte Kamera, die Hero 6, gekostet hat. Ist samt Stativ und Gimbal platt vom Tisch gekippt, und mußte natürlich ausgerechnet mit der offenen Klappe über der Buchse des Ladekabels aufschlagen, die sich daraufhin verabschiedet hat. Ganz toll …

Heiligabend war ich gegen Mittag ja nochmal ins Getümmel gezogen, um auf die Schnelle noch ein paar Zigaretten und dieses todschicke Santa-Claus-Käppi zu erstehen, das im letzten Beitrag zu sehen war. Letzteres gab es im Crazy Shop direkt neben PnP, so eine Art „chinesischer 1€-Laden“ auf südafrikanische Art, und da fand ich zufällig auch einen adäquaten Ersatz für meinen letzte Woche wohl endgültig dahingeschiedenen Blackberry, der seit seinem Dienstzeitende die letzten 10 Jahre lediglich noch auf meinem Schreibtisch oder jetzt hier auf dem Regal stand, um mir die Uhrzeit anzuzeigen.

Lassen sich auch viel einfacher ablesen, als so ein zwerpeliger Blackberry

Wenigstens hat seit heute morgen die Hitze ein vorläufiges Ende gefunden. Derzeit sind  kühle 21°C, dafür regnet es, und der Wind hat wieder mal auf Süd gedreht und deutlich aufgefrischt. Prima Gelegenheit, hier drinnen weiter aufzuräumen. 🙂

Eben war ich in einer Regenpause noch kurz bei Jaques, um in Erfahrung zu bringen, ob er wohl meinen Badeleiterkasten fertig hat und den ggf. noch dieses Jahr anzubringen gedenkt: Nein, natürlich nicht, welch‘ Überraschung…

Irgendwie kamen wir im Gespräch auf Silvester und meine Beobachtung vom letzten Jahr zu sprechen, als die mir am nächsten niedergehende (illegal entsorgte) Fallschirmrakete keine 25m von mir entfernt aufschlug und fröhlich weiterbrannte, und er fühlte sich bemüßigt, mir zur Vorsicht einen seiner rumstehenden Feuerlöscher aufzudrängen. Man weiß ja nie. Der ist immerhin erst seit letztem Monat abgelaufen und nicht wie meine eigenen, seit 2014, auch wenn dessen Manometer ebenfalls noch voll im grünen Bereich anzeigt.

Den Zettel mit dem „Hippo Alert!“ fand ich heute übrigens neben der Tür zu den Duschen angetackert. Man ist hier aber auch wirklich vor garnix sicher 🙂 Gesehen habe ich es allerdings auch dieses Mal noch nicht.