Archiv der Kategorie: Boot

Hier erscheinen Beiträge zum Thema Technik an Bord, Ausrüstung und sonstiges bootsspezifisches

Boxing Day

Der 26.12. ist im englischsprachigen Raum der sogenannte Boxing Day, traditionell der Tag, an dem die „Servants“ ihr Päckchen  mit dem Weihnachtsgeschenk(en) erhalten. Behauptet jedenfalls Wikipedia. Ok, trifft mich nicht wirklich, ich habe keine  Bediensteten mehr. Insofern war das für mich ein schlichter Samstag, wie alle anderen auch. Irgendwann gegen 5h30 wurde ich wach, blieb noch eine halbe Stunde sinnierend liegen, da schließlich in Deutschland Feiertag ist und nicht mit einer neuen Tageszeitung zu rechnen war, und stand gegen 6h dann tatsächlich auf, weil mir langweilig wurde.

Das Wetter sah um die Zeit noch nicht wirklich vielversprechend aus, gerade mal 22°C, komplett bewölkt und eigentlich hätte es von der Optik her heute auch genausogut regnen können. Hat es dann doch nicht, also habe ich mir ein paar Eier, Würfelspeck und ein paar noch im Kühlschrank auf ihren Einsatz wartende Russians in die Pfanne geworfen, ein Ciabattabrötchen getoastet und gemütlich im Cockpit gefrühstückt. Für einen 2. Weihnachtsfeiertag ein ganz netter Anfang, auch wenn ich mir beim Brötchenaufschneiden allen Ernstes mit dem Brotmesser ungeschickterdings übelst in die Daumenkuppe gesägt habe. Sowas hatte ich auch lange nicht …

Frühstück 🙂

Als erste gute Tat des Tages mußte für ein bischen brauchbare Musikuntermalung gesorgt werden. Nachdem mir kürzlich aufgefallen war, daß der der Logitech Blutooth-Adapter, der bislang meinen PC mit dem Radio verbunden hatte, nicht nur einen Klinken-, sondern auch Cinch-Ausgänge besaß, und meine Cockpit-Lautsprecher über einen separaten Fusion-Verstärker mit Cinch-Eingängen betrieben wurden, solange ich noch ein funktionierendes Radio  besaß, lag es nahe, das mal eben umzustricken. Funktioniert, und nun habe ich mit dem Teufel Boomster auf der einen, und den Cockpitlautsprechern auf der anderen Leitung, wenigstens wieder halbwegs brauchbaren Sound. iTunes angeworfen, die BarJazz-Playlist ausgewählt, und der Tag war wenigstens akustisch schon mal gerettet.

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Tücken der Technik

Nachdem ich ein paar Tage mit unregelmäßig, aber immer häufiger ausfallendem Internet gehadert und über den Provider geflucht hatte, kam mir der Gedanke, doch erstmal meinen eigenen Kram durchzuchecken, bevor ich dort erst die Welle schlage: Wie sich durch simples Anfassen feststellen ließ, war das an der Fritzbox am USB-Port angeflanschte 4G-Modem glühend heiß, kein gutes Zeichen. Ein testweise Verbinden direkt mit dem PC brachte die Erkenntnis, daß die eingesteckte Sim-Card sporadisch nicht mehr erkannt wurde. Kein Wunder also, daß das Internet nicht erreichbar war.

Glücklicherweise bin ich bei Technik-Gadgets ja ein Redundanz-Freak, und somit fand sich rein zufällig noch ein identisches Huawei-Modem nagelneu in einer meiner Kisten. Sim- und SD-Karten umgesteckt, das neue Ding an die Fritzbox gestöpselt und siehe da: Geht wieder, wie am ersten Tag. Dolle Wurst. Scheinbar sind diese Dinger nicht wirklich für den Dauereinsatz gedacht und geben irgendwann einfach den Geist auf.

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Lockdown, Tag 194

Die Ausfallserie hier nimmt irgendwie kein Ende: Hatte es letzte Woche meine Backbord-Druckwasserpumpe nach nur 1 1/2 Jahren im Einsatz endgültig zerlegt und eine spontane Ersatzbeschaffung erfordert, war diese Woche das Radio an der Reihe. Vor knapp fünf Jahren mitgebracht und hier eingebaut, war dieses Fusion AV700i so ziemlich das teuerste „Autoradio“, das ich in meinem Leben bis dato gekauft hatte. Zugegeben, das Ding ist gut, hat einen prima Sound selbst mit den Einfach-Lautsprechern an Bord, und läßt sich mit der entsprechenden App über iphone/ipad und Android-Handies, sowie über den NMEA2000-Anschluß auch über die vernetzten Garmin-Plotter bedienen, was einer der Hauptgründe war, überhaupt soviel Geld auszugeben.

Seit gestern Morgen ist es tot. Vorgestern abend noch ganz normal ausgeschaltet wie jeden Abend, tut es seit Montag keinen Mucks mehr. Spannung kommt an, Sicherung ist ok, nur einschalten mag es sich nicht mehr. Echt toll …  Lockdown, Tag 194 weiterlesen

Lockdown, Tag 191

Gestern war Tag der deutschen Einheit. Nicht, daß das hierzulande irgend jemanden großartig interessiert hätte, hier war das ein ganz normaler Samstag. Er fing sonnig an, und pünktlich dreißig Minuten nachdem ich meine Maschine voll Wäsche aufgehängt hatte, bewölkte es sich, und kurz darauf fing es an zu regnen. Bestimmt hört das auch irgendwann wieder auf, also habe ich sie einfach hängen gelassen. Aufgefallen ist mir der Feiertag eigentlich nur durch zwei Dinge: Zum Einen kam die Wochenendausgabe der Zeitung schon am Freitag, und ebenfalls gestern bekam ich Post von Dr. Martin Schäfer.

Den kennt Ihr nicht? Ich bis dato auch nicht, bevor ich hierher kam, aber Lockdown, Tag 191 weiterlesen

Lockdown, Tag 188

Hier ist man echt vor nix sicher: Am Samstag Nachmittag gab es, neben ein paar kleineren Beben in der Kap-Region, im Meer rund 1600Km südlich von Port Elizabeth ein Erdbeben der Stärke 6.2 in 10 Km Tiefe. Hier an Bord war davon nichts zu spüren, und da ich davon auch erst Sonntag morgen gelesen habe, ist ein eventuell aufgetretener Tsunami unbemerkt unter mir durchgelaufen. Kann dann aber so ganz hoch wohl auch nicht gewesen sein, falls es überhaupt einen gab.

Mittwoch nieselte es bei 22 Grad so leise vor sich hin,und eigentlich hatte ich nicht wirklich mit Besuch gerechnet, aber überraschend standen gegen 11h dann doch Jaques und sein Hiwi Sipho vor dem Boot und brachten nicht nur die Roh-Version meiner Behelfsdavits quasi „zur Anprobe“ mit, die sie aus dem übergebliebenen 50mm-Edelstahlrohr gebastelt hatten, das ich ihnen in der Vorwoche überreicht hatte, sondern hatten auch Werkzeug dabei, um nun endlich am Mast weiter zu arbeiten. Nach mehrfachem Rauf und Runter am Mast, hatten wir immerhin drei neue Fallen eingezogen und die Genua in den Furler eingefädelt, und auch  der Radarreflektor sitzt angenietet endlich da, wo  er hingehört.

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