Landausflug

Wir waren unterwegs. Eine Woche lang waren wir Boot-los und haben in einem richtigen Bett geschlafen, was auch mal ganz nett war. Die letzte Woche haben wir in Pretoria bei Lou’s Familie verbracht und einfach mal sowas wie Urlaub gemacht.  Nicht wirklich spektakulär, aber sehr erholsam. Nachdem wir beim ersten Mal über die N2 hingefahren und anschließend querfeldein zurückgekommen waren, haben wir diesmal  die N3 von Durban nach Johannesburg und auch wieder zurück genommen. Die ist, im Gegensatz zur N2 ziemlich gerade, vierspurig ausgebaut, hat vergleichsweise sehr wenig Schlaglöcher, und man kommt gut voran. Die Strecke zieht sich zwar trotzdem mächtig hin, schließlich ist es ein recht großes Land, hat aber landschaftlich auf jeden Fall ihre Reize. Mehr Bilder dazu gibt’s weiter  unten.

Eines  der Tagesausflugsziele, die wir in dieser Urlaubs-Woche „abgefrühstückt“ haben, war der Haartebeesportdam, ein Stausee eine halbe Autostunde westlich von Pretoria. Sehr ansprechende Gegend, und auch wenn von der Ausdehnung her nicht wirklich für Boote mit 36ft oder mehr prädestiniert, gab es hier doch den einen oder anderen Kat in unserer Größe zu sehen. :-)

Blick vom Westufer nach Osten über den Stausee
von der Staumauer aus nach Norden gesehen
… Gegenrichtung

Alles in Allem, ein netter Tagesausflug. Auf dem Rückweg haben wir kurz  vor unserer Unterkunft noch einen Zwischenstop bei einer Straßenhändlerin eingelegt, um zwei Hühner für’s Abendessen zu erstehen. Als uns die überreicht wurden, fühlte ich mich unwillkürlich an den uralten Hallervorden-Sketch mit der Flasche Pommes erinnert:

„Guten Tag, ich hätt‘ gern zwei Hühner“. „Klar doch, ham’se ne Tüte dabei?“

Rustikal, aber scheinbar normal. In Afrika ist manches eben doch anders als in Nordeuropa :-) Eine halbe Stunde später war das Federviehzeuchs gerupft, zerlegt und im Kochtopf. Randnotiz: Diese beiden Vögel haben 120R (ca. 6.90€) gekostet. Für 20R mehr hätte man bei den meisten Supermärkten auch zwei fertig gegrillte kaufen können, ohne selbst schlachten und braten zu müssen …

Seit dem letzten  Blog ist hier ansonsten verhältnismäßig wenig aufregendes geschehen. Südafrika ist dank endlich massiv voranschreitender Impfungen und damit einhergehend, rückläufigen Infektionszahlen, mittlerweile auf Stufe 1 des Lockdown zurückgekehrt, das Wetter benimmt sich frühsommerlich ungebührlich mit Starkwind, Regen oder alternativ mit schweißtreibenden 34°C einen Tag später, das Boot  ist in einem „irgendwie-so-einigermaßen-fertigen“ Zustand, und meine Basteltätigkeiten beschränken sich inzwischen weitgehend auf sekundäre  Baustellen, wie z.B. die neuerdings auf 12V umgestellte Warmwasseraufbereitung oder ähnlichen Frickelkram.

Kai in der Kiste? Basteln auf beengtem Raum …

Die Kokosnuß-Ernte fand statt! In einem meiner ersten Blog-Einträge hier vom Club aus hatte ich ja mal das Bild eines an die Palme genagelten Warnschildes gepostet. Keine Ahnung, ob das hier nun nur eine Vorsichtsmaßnahme gegen herabfallende Nüsse war oder ob der Club seinen Manager in Naturalien bezahlt, auf jeden Fall war vorletzte Woche ein Team mit Hubsteiger und Säge auf dem Gelände unterwegs, und hat Nüsse gepflückt, die dann anschließend auf einem großen Haufen in Kirstens Garten landeten.

Nußernte mit Hubsteiger

Was ist sonst noch passiert? Mein antiker Sharan, ursprünglich mal für ganz kleines Geld zum Transport meiner Ausrüstung hierher und anschließende drei Monate [haha …] hiesiger Weiter-Nutzung   angeschafft, löst sich nach kaum vier Jahren so allmählich in seine Bestandteile auf. :motz:

Nicht nur, daß er das hiesige Küstenklima mit heftigen Rostattacken quittiert, nein, beim Überfahren einer eigentlich eher harmlosen Bodenwelle im Schritt-Tempo mit leichter Bodenberührung hat er letzte Woche auch noch das (außen untergeschraubte) Reserverad verloren. Wenigstens hing es noch am Sicherungsseil und flog nicht wild in der Gegend umher, aber der Hochkurbelapperatismus hat es wohl hinter sich, also ist das Rad jetzt in den Kofferraum gewandert. Eigentlich hätte nur noch gefehlt, daß es sich „am Bande baumelnd“ unter dem Auto verkeilt und/oder die Stoßstange abreißt, aber das ist uns erspart geblieben.

Egal. Bis auf ein paar spontane Startverweigerungen in den letzten paar Wochen, die mich dazu brachten, die schon vor einem Jahr angeschaffte neue Batterie vor unserem 2000Km-Ausflug nun lieber tatsächlich endlich mal einzubauen, hat er seinen Dienst ganz ordentlich erfüllt und hält mich/uns schon deutlich länger mobil, als je geplant.

Und Bilder wie  diese hätte ich vom Flieger aus sicher auch nicht hinbekommen :

Impressionen von der N3

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