Lichtblick

Windyty hat’s vergeigt: Irgendwie kam die für heute Vormittag angekündigte Wetteränderung einen halben Tag zu früh, nämlich mitten in der Nacht und ohne daß ich davon wach geworden wäre. Nachdem ich gefrühstückt und dann leise vor mich  hinfluchend meine gestern Abend „noch nicht ganz trocken“ auf der Leine belassene Restwäsche aus dem Schmuddel-Pool, der im Verlauf der Nacht wieder mal ums Boot rum entstanden war, gefischt und meine Wäscheklammern wieder eingesammelt hatte, besah ich mir das einlaminierte Stück Holz, das ich aus unerfindlichen Gründen gestern Abend wenigstens vom Cockpittisch in die Achterkabine verfrachtet hatte und das deswegen nicht auch noch völlig durchweicht war, und sieh da: Sieht gut aus. Aufgrund der mageren 17°C noch nicht völlig ausgehärtet, aber macht einen brauchbaren Eindruck.

Es regnet und stürmt schon den gesamten Vormittag, also wird das heute wieder nix mit Leisten fräsen, Holz zusägen oder irgendwas anderem, was ich aus Staubschutzgründen nicht unbedingt im Boot erledigen will. Da von den Aktionen der vergangenen Tage, wie der Schleiferei in der Achterkabine, ohnehin noch genügend Staub im Boot verteilt ist, schnappte ich mir mir Staubsauger und Feudel, um wenigstens den Innenraum mal wieder halbwegs herzurichten.

Gegen 12Uhr tauchte, in strömendem Regen, Andries auf und präsentierte mir den Lichtblick des Tages:

Mein Getriebeglocken-Z-Antrieb-Adapter ist fertig! Jedenfalls fast, bis auf ein paar noch zu lange Schrauben zwischen den Einzelteilen.

Der fertige Adapter, probehalber am Motor angesetzt. Nur zum Verständnis, falls sich irgendwer fragt, ob das so „grobschlächtig“ bleiben soll: Von den hier sichtbaren Teilen bewegt sich im Betrieb nichts, das ist praktisch nur der Ersatz für den hinteren Teil der früheren Getriebeglocke mit der Aufnahme für den Dichtbalg. Drehen wird sich lediglich die Welle, die hier drin in einem Lager geführt wird. Den „alten Teil“ Hätte man natürlich aus ästhetischen Gründen auch neu anfertigen können, aber wozu, solange dies einwandfrei funktioniert?
Das grüne Teil wurde von der alten Getriebeglocke abgesägt, plangedreht und auf das kleinere neue Teil aufgeschweißt. Da drin sitzt die Führung für das Wellenlager
Motorseite. Das ganze Ding wurde abschließend außen auf Maß abgedreht und sitzt jetzt quasi in und vor der Saildrive-Glocke, die mit dem Motor kam.

Wenn sie nun noch die Abstände alle richtig ermittelt haben, steht einem Motoreinbau nichts mehr im Weg, sobald Morgan meine vor Ewigkeiten bestellten und bezahlten Dieseltanks endlich rüber wachsen läßt. Die sollten nämlich sinnvoller Weise vorher eingebaut und angeschlossen werden, weil man hinterher nicht mehr vernünftig drankommt.

Heute morgen fiel mir übrigens irgendwann mal auf, daß meine Batterien bei „nur noch“ 13.3V standen. Stutzig geworden, ging ich der Sache nach und fand schließlich raus, daß ich neulich den Victron Phoenix Lader zwar ordnungsgemäß verkabelt und angeschlossen, nach einer Testphase dann aber wieder ausgeschaltet hatte. Gnlpft. Hab‘ ganze Woche autark aus den Solarzellen gelebt und es nicht mal bemerkt…

Gegen 14h30 sprang mir siedendheiß wieder ins Gedächtnis, daß ich eigentlich noch ein Spezialwerkzeug für meine Laminiererei kaufen wollte, das es hier im Shop auf dem Gelände nicht gab:

Einen runden Fugenspachtel, um in gespachtelten Ecken eine schöne Hohlkehle hinzukriegen. Mein bevorzugter Tool-Shop hatte bereits zu, aber fündig geworden bin ich trotzdem noch, und zwar beim Checker’s. Ist zwar ein bischen blöd, daß die Dinger nur einzeln verkauft werden und dann auch noch so völlig bescheuert verpackt sind: In einer metallischen Plastikfolie steckt ein gefrorener Schutzmantel, den man erst wegtauen muß, bevor man an das eigentliche Werkzeug kommt, das zu 3/4 da drin steckt. Dabei ist das Werkzeug aus Holz, was ja bekanntlich nicht sonderlich temperaturempfindlich ist.

„Runde-Ecken-Spachtel“

Aber egal, ich hab jetzt jedenfalls eins. Wo ich schon mal in der Mall war, habe ich dann gleich noch die Zigaretten-, Fleisch- und Pizzavorräte aufgefüllt.

Einen  neuen Unterstellplatz für den Sharan habe ich jetzt auch, wie auf dem Titelbild zu sehen ist 🙂