Lockdown, Tag 11

Halbzeit, sozusagen. Jedenfalls, wenn sich die Regierung an die ursprüngliche Ansage hält und den Lockdown nicht doch noch spontan verlängert. Ich muß zugeben, für jemanden, der nur blöd auf’m Boot rumsitzen muß und die Zeit eigentlich einfach abwarten kann, war das bislang gar nicht so schlimm. Fühlt sich an, wie Urlaub, nur ruhiger. Daß das für Betriebe und Geldverdiener eine völlig andere Baustelle ist, geschenkt.

Heute war ich zur Inkwazi-Mall, Brot, Eier und Gemüse kaufen. Erwartungsgemäß waren neben den Restaurants auch alle Geschäfte geschlossen, die nicht nur oder zumindest überwiegend Lebensmittel verkaufen. Bei Woolworths‘ war, soweit ich das sehen konnte, der Laden selbst dicht, während lediglich die Foodabteilung geöffnet und intern mit Flatterband ein Gang dorthin abtrassiert war. Skurril …

Der Zugang zu den einzelnen Läden wird übrigens durch zusätzliche Wachleute reglementiert. Theoretisch, jedenfall laut des handgemalten Schildes, das da bei Checker’s am Eingang stand, ist der Zugang sogar auf eine Person pro Familie gleichzeitig limitiert, was ich beim Betrachten der Wartenden dann allerdings für ziemlich illusorisch hielt. Die von der Regierung verfügte Anordnung, daß in jedem Auto nur eine Person fahren darf, scheint  somit wohl auch nicht wirklich durchgesetzt zu werden. 

Wie auch immer: Vor jedem Laden steht eine Schlange von Leuten, die brav mit 1.50m Abstand an den auf den Boden geklebten Markierungen warten, bis jemand den Laden verläßt und dafür der nächste eingelassen wird. Dauert dann schonmal 10 Minuten, bis man sich bis zum eigentlichen Eingang vorgearbeitet hat und seinen Einkaufstrolley in Empfang nehmen darf, aber wat soll’s.

Im Laden selbst ging es sehr ruhig zu. Ich schätze, daß der Zugang wohl auf um die 100-150 Leute limitiert worden ist, die sich in der Riesenbude dann doch ziemlich verlieren. Kein Gedränge, wie sonst üblich, in fast jedem Gang ein Angestellter mit Auffüllen beschäftigt, von Hamstereien keine Spur. Im Gegensatz zu PnP letzte Woche, waren die Regale bei Checker’s auch mit Mehl gut gefüllt, also konnte ich mich damit ebenfalls gleich noch versorgen. Daß es kein Ciabatta und auch kein normales Mett gab und die Fischabteilung ebenso komplett geschlossen war wie der kleine interne Weinladen, habe ich verkraftet.

Dafür dauerte, da fast alle Kassen besetzt waren und man eigentlich überall sofort dran kam, der Checkout nur einen Bruchteil so lange wie üblich. Selbst mit der zusätzlichen  Wartezeit vor dem Einlass, war ich immer noch schneller wieder draußen als normalerweise. Nach einer guten Stunde war ich unbeschadet und hoffentlich weiterhin unvervirt zurück am Boot.

Da es mir derzeit ein klein wenig an Motivation mangelt, hier irgend etwas sinnvolles anzufangen, hatte ich morgens  mal den kürzlich zusammen mit dem restlichen Gerödel aus der Garage geräumten Hängesessel aufgehängt und nach Mittag ausgiebig getestet. Man sitzt bzw. liegt, zugegeben, doch recht  bequem in dem Ding, während es so vom Geräteträger über der Badeplattform  baumelt. 🙂

In den letzten Tagen hatte ich, wetterbedingt, ebenfalls recht viel Zeit am PC verbracht und nebenbei auch noch ein bischen Musik gebastelt. Hier ist das neueste Machwerk namens „Lockdown“:

Zu Essen gab es heute:Frittierte Kingklip-Filets. Eigentlich wollte ich frischen Fisch kaufen, aber da die Abteilung wie erwähnt komplett dicht war, mußte dann tiefgefrorener her. Hatte ein bischen was von Fischstäbchen, war aber mal eine nette Abwechslung von den Hake-Filets, die man hier sonst so verabreicht kriegt, wenn man irgendwo Fisch bestellt.  🙂