Archiv der Kategorie: Geschichten

Lockdown, Tag 469

Die Reaktionszeiten werden kürzer: Seit vorletztem Sonntag befindet sich Südafrika wieder im verschärften Lockdown Level 4, nachdem die Delta-Variante des dämlichen Virus in Gauteng (die Provinz um Jo’burg und Pretoria) in den Vorwochen zu einem dramatischen Anstieg der Fallzahlen geführt hatte, sodaß inzwischen den dortigen Krankenhäusern die Intensiv-Betten ausgehen und die ersten Patienten in andere Provinzen ausgelagert werden mußten. Abgesehen davon, ist die Provinz seither weitgehend abgeschottet, Reisen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Und auch im Rest des Landes gilt: Keine Bars oder Restaurants mehr offen, nur noch Takeaway und Lieferung möglich (was immerhin sehr gut funktioniert), kein Alkohol-Verkauf oder -ausschank, keine Versammlungen mehr, und die Schlangen vor den noch offenen Geschäften werden auch wieder länger.

Die dritte Welle hat lange gebraucht, um hier einzuschlagen, aber nun hat sie uns auch mit Macht erwischt.

Hatten wir die Woche davor noch damit verbracht, uns um ein Schengen-Visum für Lou zu bemühen und waren dafür in Durban gewesen, liegen unsere diesbezüglichen Reisepläne somit erstmal wieder auf Eis, bis ein Ende absehbar ist. Zwar ist der Lockdown (eigentlich) auf 14 Tage befristet, das hat beim ersten Mal aber ja auch schon nicht so recht funktioniert und endete damit, daß wir geschlagene fünf Monate in Isolation verbracht haben. Nu ja, harren wir der Dinge, die da kommen mögen.

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Crew-Zuwachs

Der Ein oder Andere mag sich in den letzten Monaten vielleicht die Frage gestellt haben, wer denn wohl eigentlich die ominöse „Lou“ sein mag, die ich gelegentlich im Blog erwähnt habe. Ich hatte das Thema bislang bewußt  nicht allzu sehr vertieft, aber da wir unserer Sache mittlerweile sicher sind und Anfang des Monats „Nägel mit  Köpfen“  gemacht haben, wird  es wohl Zeit, ein wenig Licht in diese Angelegenheit zu bringen.

Darf ich also vorstellen: Das ist Lou, die bis vor ein paar Tagen mit vollem Namen eigentlich Mmadikupe Helen Phiri hieß.

Sie ist Jahrgang 1978, kommt  aus Pretoria und ist seit einer Weile die „bessere Hälfte“ der Thelxinoe-Crew. Und weil sich nach ein paar Monaten des Zusammenlebens an Bord gezeigt hat, daß wir uns gut verstehen, das mit uns wohl ganz gut funktionieren wird, und wir uns in kurzer Zeit ineinander verliebt hatten, haben wir beschlossen, der Sache einen seriösen Anstrich zu geben, und Anfang Mai geheiratet. Dank Covid und der damit einhergehenden Beschränkungen recht unprätentiös und in allerkleinstem Rahmen, aber immerhin: Wir grüßen jetzt als Mr. und Mrs. Eggers :-) Crew-Zuwachs weiterlesen

Tücken der Technik

Nachdem ich ein paar Tage mit unregelmäßig, aber immer häufiger ausfallendem Internet gehadert und über den Provider geflucht hatte, kam mir der Gedanke, doch erstmal meinen eigenen Kram durchzuchecken, bevor ich dort erst die Welle schlage: Wie sich durch simples Anfassen feststellen ließ, war das an der Fritzbox am USB-Port angeflanschte 4G-Modem glühend heiß, kein gutes Zeichen. Ein testweise Verbinden direkt mit dem PC brachte die Erkenntnis, daß die eingesteckte Sim-Card sporadisch nicht mehr erkannt wurde. Kein Wunder also, daß das Internet nicht erreichbar war.

Glücklicherweise bin ich bei Technik-Gadgets ja ein Redundanz-Freak, und somit fand sich rein zufällig noch ein identisches Huawei-Modem nagelneu in einer meiner Kisten. Sim- und SD-Karten umgesteckt, das neue Ding an die Fritzbox gestöpselt und siehe da: Geht wieder, wie am ersten Tag. Dolle Wurst. Scheinbar sind diese Dinger nicht wirklich für den Dauereinsatz gedacht und geben irgendwann einfach den Geist auf.

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Lockdown, Tag 271

in der Tat, ein Dreiviertel Jahr lang befindet sich Südafrika jetzt inzwischen im Lockdown-Status. Seit am Freitag bekannt gegeben wurde, daß die neue Corona-Virus-Variante V501.02 nicht nur in Großbritannien und Australien auftritt, sondern wohl auch für den größten Teil des ziemlich rasanten Anstiegs der „zweiten Welle“ hierzulande verantwortlich ist und deutlich infektiöser zu sein scheint, als das ursprüngliche SARS COV-2 Virus, das die Welt seit Jahresbeginn im Griff hat, war’s das (allerdings auf Erlaß der Bundesregierung hin) erstmal mit der wiedergewonnenen Reisefreiheit. Bis (vorläufig) 6. Januar geht flugtechnisch zwischen Südafrika und Deutschland gar nichts. Und aus der Erfahrung des letzten Mals heraus würde ich die Prognose wagen, daß darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Nur gut, daß ich ohnehin nicht gerade verreisen wollte. Auf dem Landweg ist es hier derzeit noch ein wenig offener, auch wenn die Corona-Bürokratie an der Grenze zwischen Swasiland und RSA bei meiner Rückkehr schon leicht paranoide Züge annahm: Trotz vorgelegtem (negativem) Covid-Test, hangelt man sich bei der Reise in jede Richtung durch einen Wust von auszufüllenden Covid-Formularen, wird mindestens 2x Fiebergemessen und zusätzlich noch mit einer Infrarot-Kamera gescannt. Nachdem ich Maureen wieder nach Mbabane gebracht. und gestern auf dem Rückweg die Grenze zwischen Lavumisa und Golela passiert habe, lag die Außentemperatur trotz überwiegend bedecktem Himmel in dem Bereich von Big Bend bis Lavumisa bei um die 39°C.

Harley-Country vom feinsten: Kilometerweit schnurgerade, gut ausgebaute Straßen ohne auch nur den Ansatz einer Kurve bis zum Horizont. Nur ein bischen sehr warm ist es :-) (Sorry, ist nur ein Handy-Bild durch die Windschutzscheibe)

Möchte gar nicht wissen, wie viele Reisende da von vornherein überhöhte Temperatur haben, wenn sie an der Grenze im Gebäude der Gesundheitsbehörde aufschlagen. Meine lag jedenfalls, trotz immer noch einigermaßen funktionierender Klimaanlage im Sharan, auch schon bei 37°C und war somit schon grenzwertig … Lockdown, Tag 271 weiterlesen

Reparaturen

Manchmal schaffen es südafrikanische Firmen doch noch, mich positiv zu überraschen. Nicht übermäßig oft, aber hin und wieder doch. Heute morgen habe ich mich auf den Weg nach Richards Bay hinein gemacht. Zum Einen mußte ich zur Standard Bank, um ein wenig Cash abzuheben (die angedrohten 21.000R Rückzahlung von meiner inzwischen ein Jahr alten Krankenhaus-Vorauszahlung sind tatsächlich letzte Woche auf meinem Konto gelandet), um Jaques letzte kleine Rechnung über diversen Kleinkram wie die Davits etc. endlich zu bezahlen, war ich im Anschluß daran bei Woolworth, um meinen Wocheneinkauf zu tätigen.

Und da es noch früh am Tage war, fuhr ich anschließend zu Midbay Motors, dem hiesigen VW-Händler, um endlich den Fehlerspeicher des Sharans löschen zu lassen, der mich seit fast zwei Jahren, oder genauer: Seit die Bootsreinigungs-Tussi damals mein Auto geflutet hatte, das mit spaltbreit geöffneten Fenstern unter dem  von ihr damals gewaschenen Katamaran geparkt war, mit einer permanent leuchtenden Airbag-Kontroll-LED genervt hatte und seit meinem Wochenende in der Wildnis nun auch noch einen Fehler in der Motorsteuerung anzeigte. Und das ständige Reparaturen weiterlesen