Lockdown, Tag 161

Auch der heutige Tag war einer der besseren: Als ich gegen 7 Uhr Wach wurde, schien die Sonne, und irgendwie war mir heute nach Wühlerei. Nach dem Frühstück (die Zeitung habe ich heute irgendwie total verpaßt, fällt mir gerade auf :-?) habe ich mir Eimer und Schwamm geschnappt, erstmal all die in den letzten Wochen durch Wasser-Tropferei und Kohlenstaub verpäkten Schränke wieder in einen benutzbaren Zustand gebracht, und anschließend sämtliche Bilgen des Bootes leergeräumt, ausgewischt und getrocknet.

Alle bekannte Süßwasserleckagen sind eigentlich inzwischen beseitigt, also sollte jetzt noch irgendwo Wasser herkommen und in einer der Bilgen landen, müßte sich die Quelle wohl finden lassen. Auch wenn das ein Segler ist und die angeblich immer ein bischen Wasser irgendwo ansammeln: Bestimmt geht das auch ohne.

Am längsten hat mich naturgemäß die Nacelle aufgehalten. Schlicht, weil es die größte der 5 Bilgen ist und mit allem möglichem Kram wie Reservekanistern, Kärcher und ähnlichem vollgestellt war, abgesehen davon, daß natürlich auch noch der Motor drinsteht.

Erwartungsgemäß standen tatsächlich ungefähr 2l Wasser im hinteren Bereich. Bei heftigem Südwind und entsprechender Welle im Hafen, schlagen die gegen das Transom und durch die Schaltzugdurchführung wird Wasser reingedrückt. Da die Nacelle fast komplett über der Wasseroberfläche liegt, passiert das nur bei üblen Wellen von hinten, und die Menge ist äußerst überschaubar. Das war jetzt die Ausbeute von fast fünf Monaten, insofern …

Im Vorderen Bereich, vor meiner eingeklebten Delrin-Trennwand, schwappte allerdings ein halber Liter leicht rostig aussehende Brühe umher. Das war jetzt irgendwie nicht zu erwarten gewesen. Nähere Nachforschungen wiesen auf eine leicht rostige Laufspur von einer der beiden Leitungen zur Heizschlange des Boilers hin. Bin mir nicht ganz sicher, ob das nun schon war, bevor ich die Leitung innen angebohrt und anschließend ersetzt hatte, oder erst danach auftrat. Festgezogen ist sie, das gilt es also im Auge zu behalten.

Gegen elf wurde ich von Gesprächen auf dem Steg neben dem Boot unterbrochen: Customs (Zoll) standen mit 6 Leuten da rum, unterhielten sich und baten, als sie sahen daß ich sie bemerkt hatte, darum an Bord kommen zu dürfen. 8-O

Nachdem ich die Nacelle so halb wieder eingeräumt, und die Motorabdeckung und den Boden wieder eingesetzt hatte, kamen ein Senior-Officer und ein junges Mädchen, ganz offensichtlich in der Ausbildung, zu mir an Bord, während die anderen, die ebenfalls wie Filzstifte aussahen, weiter planlos auf dem Steg rumstanden und zusahen. Der ältere meiner Gäste bat um die Bootspapiere und meinen Pass, und das Mädel durfte das Formular ausfüllen. Aha, eine Außenmission zu Schulungszwecken der praktischen Art 🙂

Sicher hätten er sie gerne das ganze Formular mit ungefähr acht Seiten ausgefüllen lassen, aber nachdem ich sie drüber informierte, daß ich wider Erwarten nicht irgendwann hier einklariert, sondern das Boot schlicht genau hier gekauft, und  das Ding Südafrika  in den letzten mindestens sieben Jahren nie verlassen hatte weil es hier nur rumstand, war das eine verhältnismäßig kurze Aktion und nach Seite 1 erledigt.

Noch kurz befragt, ob ich weitere Crew, Waffen, Alkohol oder Drogen an Bord hätte, meine Pässe fotografiert, und dann waren sie auch schon wieder weg. Nicht mal einen näheren Blick in den Innenraum wollten sie werfen. 🙂 Alles in allem, eine ganz nette Abwechslung.

Als ich meine Angel heute morgen eingeholt habe (ohne was gefangen zu haben), fehlte die vordere Hälfte vom Köderfisch einschließlich des vorderen Hakens und ungefähr 5cm 0.75er (!) Vorfach-Schnur. Glatt abgebissen! Das ist jetzt schon das dritte Mal, daß mir irgendwas nachts unbemerkt den Köderfisch in der Mitte durchbeißt und morgens nur noch der Schwanz an der Angel hängt. Auch wenn die Garricks angeblich nur beißen, wenn man ein starkes Monofil-Vorfach anstelle von Stahl benutzt: Für heute Nacht habe ich statt Monofil und zwei gestaffelten Einzelhaken ein Stahlvorfach mit Drilling geriggt. Mal sehen, ob es was nutzt. Beim ersten Mal hatte ich auf die Art immerhin einen knapp anderthalb Meter langen Dusky Cob am Haken …

Das sollten eigentlich zwei sein. Einfach abgebissen. Sauerei …

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