Lockdown, Tag 17

Frohe Ostern, allerseits!

Es ist ruhig, es ist heiß, und es ist langweilig. Soweit die Lage derzeit in der Isolation des Clubgeländes. Falls hier irgendwo Ostereier versteckt waren, sind die mutmaßlich schlicht geschmolzen. Heute Nachmittag waren es rund 35°C bei Windstille, und außer den überaus nervigen Fliegen, war hier den ganzen Tag lang insgesamt nicht so ganz viel Bewegung auszumachen. Selbst die Wasseroberfläche im Hafen sah zum überwiegenden Teil aus wie ein Spiegel. Eigentlich ist der Sommer längst vorbei und die Temperaturen sollten sich ein wenig reduziert  haben, aber anscheinend funktioniert selbst das derzeit nicht so recht.

Nachmittags, kurz vor 17 Uhr

Mal abgesehen davon, daß Feiertag war und ich eigentlich nicht die geringste Lust hatte, irgend etwas anzufangen, ist es mir trotzdem wenigstens noch gelungen, den Tagestank soweit anzuschließen. Zumindest kann er jetzt schonmal befüllt werden, und sollte dieser Lockdown irgendwann zu Ende gehen und der Shop wieder öffnen, gilt es nur noch, ein paar Meter Kraftstoffschlauch zu erwerben, um die zusätzlichen Förderpumpen von den beiden 102L-Tanks ebenfalls anschließen zu können. Der letzte diesbezügliche Versuch war ja neulich daran gescheitert, daß sie gar keinen 8mm Kraftstoffschlauch mehr gehabt hatten…

Tagestank mit Sammelfüllrohr

Ansonsten sind die letzten Tage in der Tat geprägt von gepflegter Langeweile und Nichtstun. Dinghysegeln ist verboten, Nachbarn besuchen fällt ebenfalls aus, und theoretisch ist sogar Angeln untersagt. Gestern war ich dann tatsächlich genervt genug, um den Kärcher rauszukramen und das Cockpit mal wieder vom Kohlenstaub der letzten Wochen zu befreien.

Und nachdem wir dann gestern Nachmittag, allen Anordnungen zum Trotz, die eigentlich die Anzahl der zulässigen Personen pro Auto auf EINE limitieren, problemlos zusammen zum PnP gefahren sind und einkaufen waren, haben wir auf dem Heimweg Peter in TuziGazi einen Kurzbesuch abgestattet, und ihm quasi zwischen Tür und Angel meine letzten 4 Dosen Windhoek Draught aufgedrängt. Der machte in seinem letzten WhatsApp-Status-Video den Eindruck, er würde die deutlich stärker vermissen als ich und bei mir standen sie eh nur rum 🙂

Bekanntlich hatte die Regierung ja nicht nur den Lockdown verkündet, sondern diesen auch gleich noch genutzt, um die Bevölkerung von Alkohol und Zigaretten zu entwöhnen. Mit dem Leben ohne Bier habe ich nicht das geringste Problem, aber nach nunmehr drei Wochen ohne Kippen ist der Entzug jetzt voll da, und der Japp nach einer Fluppe wird täglich stärker, statt irgendwie abzunehmen, wie man vermuten sollte. Mal sehen, wie sich das in den verbleibenden Wochen des Lockdowns noch entwickelt …

Sonnenaufgangs-Idyll morgens um 5: Kaffee, Zwieback und keine Zigaretten mehr …