Still ruht der See

Die letzten zwei Tage ist hier nicht so ganz viel aufregendes passiert. Freitag war wegen Wind mit bis zu 40 Knoten und gelegentlichen Regengüssen draußen nicht viel auszurichten. Meine Schweißer waren gar nicht erst erschienen, und Simon habe ich um 13 Uhr vorzeitig ins Wochenende geschickt, nachdem er vorher bei seiner Poliererei fast vom Vordeck geblasen worden wäre. Ich hatte eigentlich bei dem Wetter auch keine wirkliche Lust, noch irgend etwas neues anzufangen, also war ich nach Mittag nur noch kurz zum Einkaufen bei PnP und habe den weiteren Nachmittag dann mehr oder weniger verdöst und mir abends nochmal die ersten beiden „John Wick“ – Filme reingezogen. Kapitel drei läuft hier gerade im Kino, vielleicht lege ich ja Sonntag mal einen Kinotag ein. Mal sehen, wie das Wetter wird …

Dieses Wochenende findet im Nachbar-Club eine „fishing competition“ statt, Rudelfischen par excellence. Alle Wege und Wiesen ringsum sind komplett zugeparkt, buchstäblich Hunderte von Anglern saßen heute dicht an dicht am Ufer des Motorbootclubgeländes und fingen sich gegenseitig die Fische weg, und dutzende von Angelkähnen, teilweise mit fünf bis sechs Personen in einem Boot in der Größe meines Dinghies, fuhren hier auf und ab, die ersten übereifrigen schon gestern nachmittag bei Windstärke 5-6 und Platzregen. 

Auch wenn mich Telani (inzwischen sowas wie meine persönliche Verkaufsassistentin hier im Shop 🙂 ) überzeugen wollte, da doch mit zu machen, nachdem ich neulich mal eine Angel und ein paar Köder gekauft hatte:  Sowas war schon nicht mein Ding, als ich noch in Deutschland im Angelverein war.

Wenn ich schon eine Angel ins Wasser halte, dann entweder, um was zu essen zu fangen, oder um meine Ruhe zu haben. Aber sicher nicht, um mit dutzenden oder gar hunderten anderer rauszufinden, wer den größten hat/fängt.

Ich war heute stattdessen mit Peter zum Essen verabredet. Also habe ich mich kurz vor zwölf auf den Weg zum TuziGazi-Hafen gemacht, habe ihn da eingesammelt und dann waren wir in der Restaurant-Zeile dort beim Thai. Nachdem ich jetzt fast ein Jahr lang auf meine „Gebratene Ente mit Nudeln“ verzichten mußte und schon befürchtet hatte, in einem Land ohne Enten gestrandet zu sein,  stand auf der dortigen Speisekarte immerhin Ente mit Reis

Eher an der Konsistenz, als an der Portiongröße war festzustellen, daß es sich wohl um ein ziemlich erwachsenes Tier gehandelt haben mußte, das das Land vermutlich aus eigener Kraft zum Überwintern angeflogen hatte, aber immerhin, es gibt hier auch Ente. 🙂

Das Essen war gut, und nachdem wir jeder noch eine Bananen-Frühlingsrolle als Dessert vertilgt und zweieinhalb Stunden verquatscht hatten, beschlossen wir, das gelegentlich zu wiederholen, und dann habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht.

Elf Monate lang hatte ich versucht, hier eine brauchbare Microwelle mit Grill und Heißluft aufzutreiben. Die Einzige, die das alles hatte, war dummerweise dramatisch zu groß für meine Pantry und sollte außerdem fast 300,-€ kosten. Heute habe ich aufgegeben, und bei einem Aktionsangebot für knapp 60,-€ ein ganz simples Ding ohne großen Spielkram gekauft. Die hat nun zwar weder Grill noch Heißluft, ist aber immerhin programmierbar und klein genug, um hier irgendwo in einen noch zu bauenden Schrank zu passen. Um mal eine Suppe aufzuwärmen oder eine Tasse Reis zu kochen, wird die auch genügen. Und mit 700W wird sie wohl auch problemlos am Inverter zu betreiben sein.

Das heutige Titelbild zeigt die andere Hafenseite mal zu einer völlig ungewohnten Tageszeit: Kurz nach Sonnenaufgang gegen 7 Uhr. Da war das Thema „Wind und Wetter“ schon längst wieder gegessen und der Hafen lag still und friedlich in der Morgensonne. Bis dann kurz danach schon wieder die ersten Angler auftauchten …