Volle Dröhnung?

Kein Regen derzeit 🙂 Stattdessen wieder nette 39 Grad, die sich aber zumindest draußen ganz gut aushalten lassen, da wenigstens ein leichter Nordwind geht. Heute morgen war er sogar so leicht, daß ich spontan entschieden habe, die letzten beiden noch unbesandeten Flächen ebenfalls noch fertig zu machen, bevor das Wetter erst wieder umschlägt.Somit haben wir den Vormittag genutzt, um die beiden schon vor Wochen geschliffenen Laufdecks abzutapen, mit schwarz gefärbtem Harz einzupinseln und Sand drauf zu werfen.  Letzteres habe ich, nach den Erfahrungen der letzten Male, dann lieber gleich selber gemacht 🙂

Zwei Stunden später war das Harz trocken, also wurde der überschüssige Sand von Bord gefegt und das ganze mit Sigmadur 550 gepinselt. Den ersten Durchgang habe ich auch noch selber gemacht, den zweiten habe ich Simon erledigen lassen. Der hat es dann allen Ernstes geschafft, genau über meinem Küchenfenster die Farbschale umzutreten, worauf ein Viertelliter weißer 2K-Lack vom Laufdeck aus der Schwerkraft folgte und sich an der Backbordseite runter verteilt hat.

Selbstverständlich auch auf das vor drei Jahren erneuerte Bullauge in der Pantry. Statt irgendwas zu sagen, hat er dann versucht, das Problem mit Aceton zu beseitigen (wofür ich ihn vor ein paar Wochen schon mal zusammengefaltet hatte, weil er beim Pinseln der Achterkabine ebenfalls Farbe aufs Fenster geschmiert hatte und das mit Aceton reinigen wollte), was die Polycarbonatscheibe wohl etwas übel genommen hat, jedenfalls war sie anschließend blind.  Argh…

Naja, ich hatte ja vorausschauender Weise zwei mehr gefräst als ich brauchte.

Alle horizontalen Laufflächen besandet und weiß lackiert

Beim Rumkramen in der Garage auf der Suche nach meinen Carling-Schaltern (die allerdings nicht mehr aufzutreiben waren) stieß ich auf den da eingelagerten, 2015 vom Flughafensicherheitsdienst in Hannover zerstörten ersten mitgebrachten Windgenerator. Mein erster damaliger Versuch, die vergurkte Edelstahlschraube aus dem Alu-Gehäuse auszubohren, war ja grandios gescheitert, aber inzwischen habe ich ja eine Ständerbohrmaschine und einen Satz „easy-out“-Linksausdreher. Also habe ich eine Stunde damit verbracht, eine vergnaddelte 5er Edelstahlschraube mit einem 3mm-Bohrer längs zu durchbohren, um sie dann irgendwie rauszuwürgen.

Um es vorwegzunehmen: Der Einsatz der Linksausdreher war weitgehend erfolglos. Aber wo nun schon mal ein 3mm Loch in der Schraube war, konnte ich sie quasi „von innen“ mit einem Edelstahl-Fräser im Dremel ausfräsen. Hat zwar eine Weile gedauert, und das Ergebnis ist optisch nicht wirklich berauschend, aber es hat gereicht, daß irgendwann der Schraubenrest rauskam, ich anschließend ein 6er Gewinde reinschneiden konnte und jetzt halt eine 6mm-Schraube die Aufgabe übernimmt.

Noch die Schwanzflosse und die Blätter dran, dann ist er wieder zu gebrauchen

Nun muß ich nur noch die abgebrochene Schwanzflosse des Generatos wieder instand setzen, einen zweiten Halter am Geräteträger anbraten lassen, paar zusätzliche Kabel verlegen, das Dingens einbauen, und schon hat sich meine Windgeneratorleistung auf 800W verdoppelt. Dafür, daß ich das Ding eigentlich schon vor drei Jahren als Totalschaden abgeschrieben hatte: Nett 🙂

Nächste Baustelle war die Navi-Ecke. Nachdem wir in den letzten Tagen ein halbes Dutzend Wasserleitungen durch den Navigations-Tisch gezogen hatten, war er nun eh schon mal ausgeräumt, also habe ich gleich noch ein paar Löcher mehr reingebohrt, diverse Kabel von hier zum Elektrik-Schapp, zum Cockpit und zum Backbordrumpf  gezogen und die vor über drei Jahren mitgebrachte rechte Hälfte des Instrumentenpanels so angepaßt, daß sie jetzt auch tatsächlich in die dafür vorgesehene Öffnung paßt.

Schon mal versucht, einen 750mm langen, geraden (!) 5mm breiten Streifen von einer 5mm-Plexiglasplatte abzusägen? Nachdem ich mit der Stichsäge diesbezüglich keine allzuguten Erfahrungen gemacht habe, weil das Blatt bei solchen Schnitten schnell zu heiß wird und das Plexi direkt hinter sich in der Fuge wieder zuschmilzt, für die Kreissäge nur ein zu grobes Holz-Sägeblatt besitze und selbst der Multimaster für Plexiglas nicht ideal ist, habe ich das dann mit einer von diesen japanischen Billig-Zugsägen getan, die es hin und wieder für 4,99€ oder so bei Aldi gibt. Ging hervorragend, wenn auch etwas mühsam! Der 5mm-Streifen ist natürlich prompt 3cm vor Schluß doch noch abgebrochen, als ich einen Moment  nicht aufgepaßt habe wo ich hinsäge und verkantet habe, war aber egal, da ich ja ohnehin die andere Seite der Platte brauchte 🙂

Die Navi-Ecke nähert sich allmählich der Vollendung

Jetzt sitzt da immerhin schon mal eines der beiden Einbaugehäuse für meinen portablen Backup-Kartenplotter (GPSMap 620) drin. Das andere kommt noch irgendwo ins Cockpit, dann kann ich den Plotter  je nach Bedarf einfach umstecken.

Da ich im Zuge der Navi-Tischumrüstung auch das Radio ausbauen mußte, fiel mir erstmals bewußt auf, daß das Ding einen Netzwerk-Anschluß hat. Irgendwie war ich davon ausgegangen, daß es sich zwar fernbedienen ließ, aber eben nur über eine optionale Kabelfernbedienung bzw. den Plotter via NMEA2000. Ein Blick in die Anleitung half weiter:

Wenn man eh ein Bordnetzwerk mit (LAN-fähigem) WLan-Router betreibt und die Kiste mit an den Router knotet, kann man sie über jedes per WLan im selben Netz eingebuchte iPad, iPhone oder iPod fernbedienen, sofern darauf die FusionLink-App installiert ist. Daschamal nett. Funktionierte mit der Fritzbox auf Anhieb und zeigt, im Gegensatz zur Darstellung auf dem Plotter, immerhin auch das Cover des gerade gespielten Titels an.

Fusion MS-700ip fernbedient über iPad Mini.

Und da es nun einmal ausgebaut war, habe ich auch gleich das mitgebrachte  zusätzliche Lautsprecherpaar verkabelt (die ersten beiden waren ja ebenfalls geklaut worden. Gut daß die aus meinem alten Creative 7.1-System stammten und noch ein paar übrig waren) und die Dinger passend mit im Salon drapiert. Zusammen mit dem Teufel Boomster als aktivem Subwoofer, ist das nun zwar immer noch kein 5.1 Surround, macht aber im Salon schon mächtig Druck und klingt recht brauchbar, wenn man die Lautstärke hochfährt. Nun noch die Cockpit-Lautsprecher irgendwann einbauen, und feddich. Let’s rock!

Vor ungefähr vier oder fünf Monaten habe ich erstmals angefangen, mir ernsthaft Gedanken über die Isolierung des Bootes zu machen. Letzter Versuch, die Wärme aus dem Boot fernzuhalten, war das Aufspannen eines 4x3m-Sonnensegels über dem Salon. Da das Ding aber mangels Mast und somit Befestigung an der Takelage derzeit weitgehend direkt aufliegt, war der Erfolg nur mäßig. Meine diesbezüglichen Versuche, hier irgendwo Armaflex-Platten oder ähnliches aufzutreiben, waren allerdings bis gestern einigermaßen fruchtlos geblieben. Das hat sich inzwischen geändert:

Durch den Tip eines Clubmitgliedes wurde ich in Richtung eines Betriebes hier in Richards Bay geschubst, der Klimaanlagen bzw. Kühlräume und ähnliches installiert. Die hatten auf meine Nachfrage hin tatsächlich Armaflex-Platten vorrätig.

Armaflex. Ist in Deutschland auch nicht wirklich billig, kostet hier aber nochmal knapp das Doppelte.

Zwar nur in 15 statt wie eigentlich geplant 19mm Dicke, und eigentlich ist das, was die da wohl seit Jahren als Klima-Isolierung einbauen, auf dem Karton ziemlich klar als „Acoustic-Foam“ gekennzeichnet und ziemlich schwer, soll aber angeblich prima auch als Wärme- bzw. Kältedämmung funktionieren. Wird sich zeigen…

Wenn es schon nicht kühler wird, wird es dafür sicher wenigstens leiser und man hört den Regen nicht mehr so auf’s Deck pladdern. Außerdem kann ich dann die Anlage weiter aufreißen, ohne die Nachbarlieger zu erschrecken :mrgreen:

Also habe ich gestern erstmal 10qm für den Spottpreis von umgerechnet 168,- € 8-O erstanden und werde die gelegentlich unter meiner Salondecke verkleben. Ich schätze allerdings, ich werde die einmal durchschneiden. So ein Quadratmeter am Stück ist allein wohl doch eher unhandlich über Kopf zu verarbeiten, auch oder gerade, wenn eine Seite selbstklebend ist und die zu beklebende Fläche keinerlei rechte Winkel aufweist. Wenn das nennenswert was bringt, kommen die beiden vorderen Kabinen auch noch dran.

Nachtrag zu Vorgestern: Auch „Frutti-di-mare“ war ein Erfolg in meinem neuen Ofen. Sieht zwar einigermaßen klein aus, aber wenn man die Pizza brauchbar belegt, komme ich mengenmäßig schon wieder an meine Grenzen. Mehr als eine brauche ich jedenfalls nicht  :ws:

Gestern und heute  gab es dafür dann Burger aus der Pfanne. Ich hatte mir beim Einkaufen am Montag Beef-Patties mitgebracht, und da auch die hier nur mindestens im Viererpack verkauft werden, „mußte“ ich also zwei Tage lang Double-Cheeseburger essen. Buns hatte ich zwar nicht mitgekauft, zwei Scheiben Vollkorntoast erfüllen allerdings denselben Zweck, sind bestimmt viel gesünder  8-) und zerbröseln auch nicht so schnell wie die Schwämme, die sie hier als Sesambrötchen vermarkten. Bilder gibt’s davon allerdings nicht; nachdem ich die Dinger fertig gebaut hatte, war irgendwie immer keine Hand mehr frei 🙂