Arbeitsteilung

Das, was hier so dekorativ abgebildet ist, sind Andries‘ Mannen beim Lackieren des Nachbarbootes. Ein klarer Zweimann-Job: Einer pustet Farbe drauf, der andere hält den Luftschlauch fest.  🙂

Glücklicherweise kam das bischen Wind heute immerhin überwiegend von der richtigen Seite,so daß sie mehr Farbnebel auf dem gegenüberliegenden Boot verteilt haben als auf meinem, aber trotzdem, man  hätte vorher auch einfach großflächig eine Plane auf die jeweils benachbarten Boote stülpen können, machen alle anderen hier ja auch.

Bei sowas sind die hier auf jeden Fall ziemlich schmerzfrei. Ja, die turnen da beide barfuß direkt neben der aufzutragenden Farbe rum und nein, keiner von denen hatte eine Maske o.ä. auf.

Sei’s drum. Zumindest war heute die Gefahr relativ gering, daß die Bäume hinter uns größere Mengen Kleinteile auf den frischen Lack abwerfen, insofern alles gut.

Die andere Hälfte von Andries‘ Belegschaft, er selbst eingeschlossen, hat es heute immerhin geschafft, die Transomplatte endgültig einzubauen und den Motor entsprechend auszurichten.

Der seit Wochen angeblich bestellte Adapter/Stutzen für die Frischwasser-Zufuhr durch den Antrieb ist zwar bis heute nicht da, ist jetzt aber auch nicht mehr wirklich wichtig, da ich vorhin nochmal einen genaueren Blick auf den Antrieb geworfen habe und feststellte, daß das Rohr, das eigentlich von ganz oben im Antrieb (Nr. 28 im Bild) durch den den ganzen Unterwasserteil bis zu den „Kiemen“ am unteren Ende gehen sollte, irgendwo in der Mitte aufhört und somit die Chance, über diesen Weg Kühlwasser anzusaugen, nicht  sonderlich groß ist.

Wenn ich mir diese Zeichnung so ansehe, stelle ich mir jetzt eh die Frage, was genau er da eigentlich bestellt haben will, bzw. womit er mich die ganze Zeit hingehalten hat. Die Nr. 28 ist vorhanden, Nr. 11 ist mutmaßlich sowas wie ein Delrin-Stutzen, den ich selber zuhause wohl in 30 Minuten auf der Drehbank hingebastelt hätte, und an die Teile 12+13 kommt man ohnehin nicht dran, ohne den ganzen Kram nochmal zu zerlegen. Sehr mysteriös …

Um die Nr. 23 geht es.
Nein, das ist nicht der „zersägte Jungfrau“-Spachtel… Das Rohr ist tatsächlich da zuende, vershlossen und hat somit überhaupt keine Verbindung nach unten. Nicht wirklich leicht zu sehen, vor allem wenn man nicht damit rechnet, aber spätestens beim Zerlegen hätte man das merken können.

Da fragt man sich schon, was der Typ eigentlich so gemacht hat, der diesen Antrieb angeblich überholt haben will. Spätestens da hätte das ja eigentlich schon auffallen können…. Womit wir also wieder bei der Frage angelangt wären: Woher soll nun künftig das Kühlwasser für den äußeren Kühlkreislauf kommen?? Ich hätte da da noch ein ansonsten völlig überflüssiges zölliges Loch mitten in der Nacelle anzubieten …

Während Andries & Konsorten also im Verlauf der Woche so vor sich hinwurstelten, habe ich in z.B. die erste meiner seit dem Tausch der Borddurchlässe immer noch rumliegenden manuellen Bilgenpumpen  mal grundgereinigt und neu verschlaucht wieder eingebaut, den Einfüllstutzen für den Backbord-Wassertank neu verrohrt, alle möglichen künftig überflüssigen Löcher im Cockpit zutapeziert, nachdem Simon mit dem Abschleifen soweit fertig war

Ehemalige Instrumenten-Löcher zulaminiert

und mich ansonsten noch mit jeder Menge anderer Möckelei beschäftigt. Abends z.B. mit ein wenig Elektronik-Bastelei:

Prototyp des Bilgen- und Wassertankwächters

Das sieht zwar derzeit noch ein ganz klein wenig wild aus, ist aber auch erstmal nur ein Testaufbau für den Bilgenwächter. Momentan ist es immerhin soweit gediehen, daß der verwendete Arduino Nano (das fisselige kleine 3,-€-Ding mit der grünen LED rechts auf dem Steckbrett) den Wasserstand in den beiden Backbord-Bilgen überwacht (falls da Wasser drin sein sollte. Wir erinnern uns: Keine Automatic-Pumpen bisher und, mangels Platz, auch keine Schwimmerschalter!), den Füllstand der Wassertanks, Temperatur und Luftfeuchtigkeit der hinteren Backbordbilge und im Moment testweise zusätzlich noch die Kraftstoff-Temperatur im Dieselfilter und die Abgastemperatur im, seit heute eingebauten, Endrohr vor dem Z-Antrieb.

Abgastemperatursensor. Momentan  ein 1-Wire-Sensor (DS18B20), mal sehen, ob der auf Dauer ausreicht.  Sollte er eigentlich, denn wenn die Temperatur über dessen Meßbereich hinaus (>125°C) ansteigt, ist irgendwas grundlegend falsch und vermutlich der äußere Kühlwasser-kreislauf ohne Funktion.

Das ganze wird auf einem LC-Display dargestellt und zusätzlich in Form von NMEA0183-Datensätzen an den PC gemeldet, der das dann irgendwie anzeigt und ggf. Alarm schlägt, falls irgendwas aus dem Ruder läuft. Wenn sich das mit dem Wasserstandsalarm als zuverlässig erweist, lasse ich den Arduino vielleicht später auch noch die Bilgenpumpen entsprechend schalten. Ein paar Relaiskarten habe ich hier irgendwo noch rumfliegen. Und sobald Saras nächstes Paket mit meinen bestellten ESP32 eintrudelt, werde ich mir mal die Anbindung an das NMEA2000-Bordnetz vornehmen. Wär ja schon schön, wenn man die ganzen gesammelten Werte auch auf dem Kartenplotter im Cockpit angezeigt bekommen würde.

Bis hierhin sieht das jedenfalls ganz vielversprechend aus und läuft ziemlich stabil. Für die schon erwähnte, zwangsläufig auftretende „Schwapperei“ und daraus resultierende Anzeigeschwankungen bei den Tanks habe ich mir inzwischen ebenfalls eine Lösung überlegt. Mal sehen, ob das so funktioniert wie gedacht. Nächste Woche, oder so …

Außerdem habe ich die Woche mal einen Gedanken an das  Dutzend leerer Instantkaffee-Gläser verschwendet, die sich im  Verlauf der letzten Monate hier angesammelt hatten, und meine ganzen angefangenen und lose in Tüten im Schrank stehenden Vorräte umgetopft, bevor sie irgendwelchen Käfern zum Opfer fallen.

Insektensicher umgetütet

Gefällt mir irgendwie besser. Jetzt brauche ich nur noch ein passendes Regal dafür.

Zum Essen gab es die Woche auch ein paarmal Gelegenheit:

PVC-Suppe
Nein, das nicht. Das ist ein Stück Sanitärtauglicher PVC-Schlauch, den ich anstelle des bisherigen besseren „Gartenschlauchs“ für die manuellen Bilgenpumpen eingebaut habe. Unglaublich zäh, kaum zu weiten und überhaupt extrem widerborstig. Aber wenn man ihn 3 Minuten in kochendes Wasser tunkt, läßt sich ein 38mm-Schlauch problemlos auf einen 42mm-Stutzen schieben (jedenfalls, wenn man schnell genug ist) und behält anschließend sogar die Presspass-Form bei. Ab geht er danach jedenfalls nur noch durch Aufschneiden.

Mittwoch gab  es Rinderfilet (Rest von Montagsbraai) mit Kartoffeln, Butterbohnen und ein paar Restpilzen. Und da ich heute irgendwie Jap auf Kartoffelsalat und außerdem noch ein paar originäre Bockwürste im Kühlschrank liegen hatte, die weg mußten,

heißt sogar so …

gab es heute den ersten selbst geschnitzten Kartoffelsalat an Bord. Abgesehen davon, daß ich mich ungefähr um den Faktor 3 bei der Menge verschätzt habe (und es den somit wohl morgen auch noch mal geben wird), war der für ein Erstlingswerk imho durchaus ganz gelungen und sehr eßbar. Der Einfachheit halber, hatte ich allerdings die Bockwürste gleich mit in der Brühe mitgekocht und direkt mit reingeschnippelt. Ißt sich auch viel einfacher 🙂

Und wie man auf dem nächsten Bild sehen kann, steht EcoPromise immer noch vor mir rum. Eigentlich hatte es zwar geheißen „diese Woche kommt er nun aber ganz bestimmt ins Wasser“, aber nun ja. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, daß das tatsächlich passiert. Irgendwelche verbindlichen Planungen oder Terminierungen sind in diesem Land (oder jedenfalls in diesem Club) offenbar nicht mehr möglich.

Solange man das weiß und mit bei seinen Planungen einpreisen kann, ist alles gut, wenn auch lästig. Es gibt hier aber auch Leute, die „mal eben“ aus dem Wasser geholt werden um irgendwelche Kleinigkeiten erledigen zu lassen und anschließend wochenlang an Land rumstehen, weil nix fertig wird. Das würde mir zumindest gehörig auf den Senkel gehen, zumal jeder Tag an Land richtig Geld kostet (und das Leben auf einem Boot an Land alles andere als komfortabel ist, wenn man ansonsten auf dem Wasser lebt).

EcoPromise. Immer noch „high & dry“ vor mir geparkt…