Dodgerbau, Tag 6

Man mag es kaum glauben, nachdem sich das fast schon zu einem running Gag entwickelte und durch die letzten paar Beiträge gezogen hat, aber seit heute bin ich tatsächlich dachlos. Hatte schon fast nicht mehr damit gerechnet, daß das diese Woche wirklich noch stattfindet, aber nach Mittag haben wir das Hardtop vom Untergrund gelöst und quasi über Bord geworfen. Naja, mehr gehoben als geworfen. Schließlich ist das so ohne Boot unten dran ein ziemlich fragiles Gebilde. Jetzt ist es zwar immer noch nicht auf dem Weg zu Stephens Workshop, sondern liegt vorm Auto im Carport, bis Stephen von irgendeinem Kumpel einen passenden Anhänger leihen kann, aber immerhin, der Anfang ist gemacht. Nun bin ich mal gespannt, wann er wohl mit dem fertigen Ding zurück kommt und es wieder aufbaut.

Die Aussage war: „In drei Wochen ist es wieder drauf“. Wieviel ich hierzulande noch auf derartige Versprechungen gebe, kann jeder selbst rausfinden, indem er mal die Beiträge seit August nachliest. Nur um es abzubauen, haben wir jetzt mit Unterbrechungen alleine schon über drei Wochen verplempert.

Also derzeit schätze ich, wenn das Ding bis zu meinem „Heimaturlaub“ am 5.2. wirklich wieder hier ist, werde ich Stephen wohl mächtig einen ausgeben. So ganz glaube ich allerdings nicht dran. Solange es dauert, muß eben mein Sonnensegel als Schutz vor Wind und Wetter herhalten. Ich habe die Kederschiene wieder auf die Dachkante geschraubt, das Sonnensegel da eingezogen und über den Edelstahlbügel am Traveller vertüddelt. Flappt zwar momentan ganz ordentlich rum, weil mal wieder garstiger Südwind seit einer Stunde, hält aber.

Simon hat heute die letzten Reste des unter dem StB-Tank hervorquellenden Wassers aus der Bilge gesammelt, deren Quelle nun wohl versiegt zu sein scheint, und anschließend die von mir bereits teilweise  zugespachtelten Außenkanten nochmal geschliffen. Ich werde da noch eine feiste Lage Spachtel drauflegen,  und danach noch zwei Lagen Glasfasermatte, bevor ich den neuen Stutzen einbaue. Man weiß ja nie…

Danach, als Stephen mit seinem ganze Werkzeug verschwunden war und wir wieder so halbwegs Ordnung ins Cockpit gebracht hatten, wurde das StB-Achterdeck noch ein zweites und drittes Mal übergemalt, und somit ist der Kahn jetzt an sämtlichen horizontalen Flächen außer den Laufdecks und dem Cockpit besandet und, abgesehen von der Kohlestaubschicht, strahlend weiß. Haken dran…

Das Thermometer an meiner Wand zeigte übrigens den größten Teil des Tages trotz verrammelter Tür und Luken und permanent laufender Klimaanlage ständig über 35°C an. Seit der Wind vorhin gedreht und aufgefrischt hat, ist die Temperatur endlich auf 26° abgestürzt, und so ganz allmählich wird es wieder erträglich.

Andries schaute vorhin auch noch kurz rein, zeigte mir seinen hochgereckten Daumen und grinste übers ganze Gesicht. Er hat wohl jemanden ausfindig gemacht, der sich mit den alten Volvo-Antrieben auskennt und meinen Z-Antrieb angeblich für ewas weniger als eine horrende Summe in Funktion setzen will. Schaun mer mal.

Nachdem sich dann alle getrollt hatten, konnte ich (endlich) duschen gehen und bin anschließend gleich noch zum PnP gefahren. Nicht nur, daß kein Brot mehr im Boot war, ich hatte auch Schmacht auf irgendwas würziges. Gefunden habe ich das dann in der Warmhaltetheke. Man reiche mir ein Huhn!

Salt & Pepper Chicken. Als nächstes werde ich mal so ein Zitronengrashuhn testen. Klingt zwar nicht direkt nach meiner Geschmacksrichtung, aber wer weiß.

Die Dinger sind echt lecker. Saftig, gut gewürzt und reichen locker, um mich zwei Tage lang ohne nennenswerte Beilagen durchzufüttern. Umgerechnet 4.25€ für so ein ganzes essfertiges Viech in der Tüte kommt mir nun nicht übertrieben teuer vor.

Und wenn ich nun schon auf irgendwelche Beilagen außer einer Scheibe Toast verzichte:

Im Küchenschapp lag seit August der uralte Krups dreimix, den Jutta vermutlich schon mit in die Ehe gebracht, aber bei ihrem Auszug wohl vergessen hat. Bevor Sara den gleich mit entsorgt, hatte ich ihn lieber mit ins Auto gepackt. Da ich das Ding nun schon 10.000Km weit in der Gegend rumkutschiert habe dachte ich mir, ich muß jetzt mal irgendwas sinnvolles damit anfangen.  Angesichts des Umstandes, daß es auf diesem Boot schon seit Andis Abflug kein einziges Mal mehr Nachtisch gab und die PnP-Obstabteilung heute tatsächlich Erdbeeren aufzuweisen hatte: Tadaa!

Mjamm. Frische Erdbeeren hatte ich das ganze letzte Jahr nicht, und mit Sahne schon deutlich länger nicht mehr.

ok, geschmacklich waren die noch ausbaufähig und auch ein wenig al dente, aber sie kamen dem, was ich zuletzt als Erdbeeren gehabt habe, immerhin schon recht nahe. Weiß nur noch nicht so recht, was ich jetzt mit der restlichen Sahne anfangen soll. Vielleicht backe ich zum Wochenende mal einen Obstkuchen, hab ich auch noch nie … 🙂

ps: Minus 11 🙂