Dodgerbau, Tag 5

Diese dämlichen Tanks machen mich allmählich affig! Nachdem wir heute morgen den Inhalt des rechten wieder zurück in den linken umgepumpt hatten, habe ich Simon dabei gesetzt, sowohl aus der Bilge, als auch aus dem Tank das restliche Wasser zu „schwammtupfen“.  Nachdem er damit fertig war, war dann auch sage und schreibe drei Minuten Ruhe, bis sich die Bilge wieder ganz allmählich ein paar Milimeter füllte, die irgendwo unter dem Tank herausquollen. Dem völlig leeren und trockengewischten Tank, wohlgemerkt. Äh??? … :-?

Simon versuchte vehement, mich davon zu überzeugen, daß der Tank unten in der Ecke undicht sein müsse, immerhin käme es ja da her. Im Leben nicht! Wie wohl auch, bei völlig trockenem Tank? Das war mit ziemlicher Sicherheit nur ein Nebeneffekt, aber nicht die eigentliche Ursache für die Undichtigkeit.  Außerdem waren  in dem Bereich unterhalb des reparierten Risses jetzt mindestens drei Jahre lang ungefähr 100l gut abgestandenes Wasser drin und die Bilge war trocken. Nicht sehr plausibel also, daß der Tank jetzt spontan undicht geworden ist.

Entweder ist unterhalb des Tanks noch ein nicht vernünftig versiegelter, und daher mit der Bilge verbundener Hohlraum, in den es dann gestern eben auch (und hoffentlich nur von der Bilge aus) reingesickert ist und nun langsam wieder zurücklief, oder die Firma Dean Catamarans hat irgendwo einen Schwamm eingebaut. Vielleicht habe ich auch eine Frischwasserquelle im Boot, das wär ja recht praktisch. Oder einen weiteren Riß irgendwo weiter vorne im Tank, wo man aber nicht hinkommt. Das wär dann eher blöd.

Im Shop hatten sie tatsächlich noch genau einen weiteren passenden Edelstahlstutzen vorrätig. Da am gewindeseitigen Flansch eine Vertiefung eingearbeitet ist dachte ich so für mich: „Nimm doch gleich ein paar passende Dichtringe mit, statt das Ding  wieder nur mit Silikon einzusetzen.“ Habe ich dann auch getan, nachdem das Mädel im Shop entgegen allen Erwartungen tatsächlich eine Schachtel mit O-Ringen unter dem Tresen hervorzog.

Was ich allerdings nicht gesehen oder registriert hatte, und mir erst auffiel als ich den Stutzen mit dem O-Ring Stunden später eigentlich schon fast mit Silikon vollkleen wollte war, daß der innere Durchmesser dieser Vertiefung ungefähr einen Milimeter größer war, als der Gewindedurchmesser, der O-Ring also gar nicht vollständig in der Vertiefung saß, sondern schräg drinhing. Sehr schlau! Also nochmal zum Shop, und tatsächlich: In der Schachtel lagen noch genau zwei passende Ringe für meine beiden Stutzen. Puhh…

Nachdem mir dann Sven mit einem Skype-Anruf dazwischenkam und ich ihm erstmal beim Ausfüllen seines Antrags für die Erteilung einer  USt-ID assistieren durfte, ging es jetzt mittlerweile aber stark auf Sonnenuntergang zu und ich hatte eigentlich auch keine Lust mehr, heute noch weiter zu basteln. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Lieber nochmal rumdrohnen und den Sonnenuntergang filmen 🙂

Der Dodger sitzt übrigens immer noch auf dem Dach. Erneut wurde mit Glasfasern und Harz rumgeschmiert, um heute noch die Innenseiten zu stabilisieren und das Ding weiter zu verstärken. Morgen wird er nun aber ganz bestimmt abgebaut … :mrgreen:

Kurz vor Mittag war Dallen hier, Sandys Abgesandter in Sachen Segel. Eigentlich sollte der herkommen, um mir eine neue Kutterfock (cutterjib) und vielleicht auch noch ein neues Großsegel zu verkaufen, wenn sie einen anständigen Preis machen. Ich weiß nicht, wieso der völlig überrascht war, daß mein Mast unter dem Boot liegt und er somit gar keine Maße nehmen konnte, da ich das Sandy gegenüber ungefähr ein halbes Dutzend mal in diversen emails erwähnt hatte…. Das alte Groß, das wir extra aus der Garage geholt hatten, hat er dann abends auch prompt hinterm Boot liegen lassen, statt es wie vereinbart einzuladen und mit nach Durban zu nehmen, um die Maße ggf. davon abzunehmen. Was ein planloses Volk hier…

Wo ich dem Mast nun schon mal so nahe war, sprangen mich die beiden Latüchten daran wieder an, die ich ohnehin ersetzen wollte.

Einigermaßen marode und nur noch halb vollständig. Wenigstens mit der gleichen Quickfit-Halterung wie die neue auch.

Für die Dreifach-Laterne hatte ich Morgan ja bereits 2016 ein entsprechendes LED-Pendant von Aquasignal dagelassen. Wenigstens das liegt hier noch irgendwo in einer Kiste. Werde ich aber lieber erst anbauen, kurz bevor der Mast gestellt wird, ansonsten geht das Ding auch noch verloren. Was ich noch nicht mitgebracht oder bestellt hatte, war das Dampferlicht. Das ist vermutlich noch das erste und sieht bei näherem Hinsehen ebenfalls ziemlich mitgenommen aus.

So richtig Seewasserfest und UV-Stabil scheint das ja nicht zu sein. Kaum 25 Jahre alt und schon völlig verwittert.

Habe es, nachdem alle andern verschwunden waren, zumindest schon mal abgebaut. Wirklich vertrauenerweckend sieht das Ding innen jedenfalls nicht mehr aus.

Wuhaharr. Der Traum jeden Elektrikers …

Mal sehen, ob es sowas in der Bauform inzwischen auch als LED-Variante mit brauchbarem Licht gibt. Die (leere) Fassung  in dem integrierten Deckstrahler deutet bestenfalls auf irgendwas um die 5W hin. Das geht heutzutage sicher auch mit etwas mehr Power. Und wenn nicht, baue ich eine 10W COB-LED ein. Davon habe ich noch ein paar. [Edit: oder doch nicht. Die Dinger gibt es tatsächlich noch zu kaufen und immerhin hat der DS dann schon 10W. Dafür brauche ich nicht zu basteln…]

Mittag- und Abendessen fielen heute aus. Naja, Abendessen nicht ganz, ich zehre immer noch von meiner Dose Brägenwurst und hatte noch ein übergebliebenes Ciabatta-Brötchen  von Montag rumliegen. Morgen muß ich wohl mal los, neues Brot kaufen oder backen.

Da die letzten wohl ganz guten Anklang gefunden haben, hier noch ein paar Fotos vom Gelände aus den heutigen Überwachungsvideos. Heute mal ohne Raubvogelattacke 🙂