Ene mene miste, es rappelt …

… in der Kiste. Soweit, so erwartbar. Ab ungefähr 8 Knoten relativer Windgeschwindigkeit fangen meine beiden Propellatoren an, sich zu drehen und Strom abzusondern. Die Idee von gestern, beide Generatoren erstmal an je einer 20Ah-Batterie zu testen, habe ich nach kürzester Zeit wieder verworfen und heute beide auf den LiFeYPo4-Block geklemmt, da diese kleinen AGM-Dinger bei entsprechender Windgeschwindigkeit und Ladetätigkeit innerhalb  von  Sekunden auf über 14.5V springen und sich die Regler dann abschalten, was mit dem Stillstand des Rotors endet, bis es ein paar Sekunden später wieder von vorn losgeht. Hatte wohl schon seinen Grund, daß in der Anleitung mindestens eine 150Ah-Batterie gefordert war.

Das vorübergehend in die Leitung eingespleißte Wattmeter zeigte im Verlauf des Tages dann eine maximale Ladung mit knapp über 23.5A (von nur einem Generator!), ansonsten dröppeln bei den derzeit herrschenden 10-15kts je zwischen 6-10A durch die Leitung. Allerdings war mein Akku-Pack inzwischen auch mit 98.9% voll, mag sein, daß das noch ein bischen mehr werden könnte,  wenn der mal auf 70% runter ist.

Die Geräuschentwicklung der beiden Flattermänner ist im Rahmen des erträglichen. Im Salon oder im Cockpit hört man ein leises Heulen, etwa so wie bei zehn Knoten mehr Wind durch die Wanten verursacht. Am Bug stehend hört man von den beiden Dingern garnichts, also schätze ich, daß auch irgendwelche Ankerlieger in der Nachbarschaft dann keinen Grund zur Beschwerde haben werden. Das ist ja immer eines der Haupt-Argumente, wenn es um Windgeneratoren geht: „Die Dinger sind doch so furchtbar laut“ und der Grund, warum Leute 1600,-€ für einen Silentwind-Generator auszugeben gewillt sind, der zwar leise sein soll, aber ansonsten auch nicht mehr kann. Also diese hier sind auszuhalten.

Vibrationen sind allerdings durchaus vorhanden. Da ich aufgrund der Installation auf den Träger-Auslegern keine Entkopplungs-elemente verbauen konnte, sondern die Generatoren direkt mit dem Geräteträger verschraubt sind, macht sich ab 15 Kts Wind ein leichtes Vibrieren bemerkbar und jenseits der  25kts wird es etwas rappelig. Wobei man dazusagen muß, daß der aufgebockte Kahn bei 25kts sowieso nicht mehr stoisch stillsteht, sondern man durchaus merkt, wenn dann noch eine Böe einschlägt.

Möglicherweise läßt sich ja noch ein bischen was optimieren, wenn man die Blätter präzise feinwuchtet, ansonsten muß ich damit wohl leben, daß meine Kiste von nun an leise zittert, wenn es stärker windet. Ich werde wohl in jede Ladeleitung einen Schalter setzen um sie einfach abstellen zu können, wenn es zu nervig wird. 🙂

Fazit: Ja. Ich würde sagen, die Anschaffung für ein Boot, mit dem man auf Langfahrt will, macht Sinn und ist nicht zwangsweise eine Riesen-Investition. Ob ich so ein Ding betreiben wollen würde, wenn ich in erster Linie irgendwo im Hafen mit Strom aus der Steckdose läge, statt vor Anker, sei mal dahingestellt. Vermutlich eher nicht. Da ich ein knickriger Mensch bin, habe ich aber auch nicht 3.200,-€ für zwei Silentwind Generatoren ausgegeben, sondern nur 490,- für zwei IstaBreeze i-500 (bzw. den Vorgänger) inclusive Reglern.  Eigentlich war auch nur einer eingeplant, der Umstand, daß jetzt zwei davon am Heck sitzen entsprang hauptsächlich daraus, daß die Zollmenschen in Hannover den ersten im Koffer kaputt gemacht hatten und ich beim nächsten Besuch einen neuen mitgebracht habe. Daß sich der erste dann später doch noch reparieren ließ, war unerwartet, aber willkommen.

Kein Lob ohne Meckerei:

Hatte ich mich gestern noch gefreut, daß Andries pünktlich am Samstag morgen zum Anbau des Geräteträgers erschienen war, kam heute die Ernüchterung, nachdem ich mir die etwas seltsam aussehende Befestigung an Steuerbord mal etwas näher betrachtet hatte:

Daß Andries ein Grobmotoriker und eher LKW-Schrauber als Feinmechaniker ist, ist kein Geheimnis. Weiß hier jeder,  ich auch. Daß er aber den Geräteträger ohne von innen hintergelegte Verstärkung an die Bordwand schraubt und dabei so anknallt, daß es die Mutter samt großer Unterlegscheibe durch das GFK reißt, nehme ich ihm echt übel. Zur Erinnerung: An dieser Stelle war mal „irgend was gewesen“.

So sah das 2015 aus

Keine Ahnung, ob jemand den Kahn mal mit Schmackes ungeschickt eingeparkt hatte oder irgendwer hinten draufgefahren ist, jedenfalls war das GFK an dieser Stelle ohnehin gerissen gewesen und vor dem Lackieren entsprechend nachlaminiert und gespachtelt worden, und der untere Rohrbogen des Trägers sah in sich verdreht aus, weswegen ich ihn von Hein abtrennen und einen neuen einschweißen lassen hatte. Die Trägerplatte, auf der dieser Bogen sitzt, ließ sich nicht wirklich wieder geradebiegen, stand also ein wenig ab. Heins Biegeversuch scheint hier eher kontraproduktiv gewesen zu sein.

Mit ein bischen Nachdenken statt blindem drauflosschrauben hätte man erkennen können, daß das ohne  großzügige Hinterfütterung von innen (so wie überall sonst an diesen beiden Aufnahmen) und möglicherweise auch von außen wohl gerade hier nicht funktionieren kann.

Daß er bei der Aktion im Verlauf des Samstagmorgens zu allem Überfluß dann auch noch die im Cockpit stehende Dose Härter umgetreten hatte, die sich im Verlauf des Wochenendes wohl unbemerkt über die Cockpitbank entleerte, habe ich leider erst heute morgen bemerkt und war nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Simon war dann den halben Tag damit beschäftigt, den Mist wieder von der neulich lackierten Bank zu kratzen. Die werden wir wohl nochmal lackieren dürfen …  🙁

Hein hatte seine Tätigkeit heute an den Bug verlagert. Um den Jambo-Anker vernünftig aufholen und lagern zu können, muß der Bugbeschlag geändert werden und außerdem schlagen dessen Spitzen beim Aufholen momentan noch ungehindert ins GFK am Bug ein, also muß da eine größere VA-Platte angebracht werden.

Edelstahlplatte am Bug. Ist ok für den alten CQR-Anker, aber zu schmal für den Jambo

Der Braai-Abend fällt, zumindest für mich, u.a. wegen des immer noch anhaltenden Windes (und gefühlten 16°C) flach. Ohnehin wartete im Kühlschrank noch ein zerlegtes Resthuhn auf seine weitere Verwendung, also habe ich vorhin auf die Schnelle ein Curry zusammengerührt, das Huhn und eine grüne Paprika mit reingeschnippelt, eine Tasse Reis in die Microwelle gestellt, und bin nach der Hälfte jetzt auch satt. Muß ja Montags nicht immer Filet sein …

Chicken Fastfood: Geschnetzeltes Resthuhn mit zwei EL Kokosöl in den Wok, eine Paprika, eine Knobi-Zehe, zwei Esslöffel rote Currypaste, ein Becher Naturyoghurt plus ein bischen Soya-Sauce, Pfeffer, Salz und PeriPeri dazu, fertig. Dazu eine Tasse voll Jasminreis. Hat kaum 10 Minuten gedauert…