In the air tonight

Der Rückweg verlief glücklicherweise doch etwas hindernisärmer als die Hinreise. Zwar hatte auch dieses Mal mein südafrikanischer Zubringer-Flug fast eine dreiviertel Stunde Verspätung und bei dem Taxifahrer, der mich von Richards Bay zum Flughafen nach Durban kutschiert hat, überfiel mich aufgrund seiner Fahrweise unterwegs durchaus das ein oder andere Mal das Gefühl, er hätte irgendwelche obskuren Pilze zum Frühstück gehabt, aber trotzdem habe ich meinen Anschlußflug von Johannesburg nach Paris erwischt. Dank der Verspätung war sogar noch Zeit genug, im „Soaring Falcon“ Steakhouse am Airport einen Salat zu essen. Ich hatte zwar im letzten Beitrag geschrieben, es sei noch reichlich Mampf für ein anständiges Frühstück im Kühlschrank, aber leider übersehen, daß sich mein restliches Brot über Nacht in eine grünliche Masse verwandelt hatte, was das Frühstück dann doch etwas kleiner ausfallen lassen hatte als geplant.

Wer behauptet eigentlich immer, ich würde keinen Salat essen? 200g Steak mit ein bischen Grünkram drumrum ist doch völlig ok und zählt auch 🙂

Lediglich die Immigrations-Beamten in Jo’burg haben mich bei der obligatorischen Kontrolle dann noch leicht verwirrt, weil die einen meinen deutschen Paß sehen wollten (mit dem ich gebucht hatte) und die anderen meinen südafrikanischen (mit dem ich offiziell eingereist war, was für südafrikanische Staatsangehörige unter Strafandrohung verpflichtend ist, wenn sie mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen). Wie auch immer, letztlich wurde auch diese Hürde genommen und ich konnte in den A380 nach Paris klettern (wenn auch als so ziemlich letzter abgefertigter Passagier beim Boarding).

Normalerweise verpenne ich interkontinentale Nachtflüge zum größten Teil, was mir aber dieses Mal echt schwer fiel. Mag an der Sitznachbarin gelegen haben, die sich die ganze Nacht mit französischen Komödien auf dem Screen vor ihr belustigt hat, auf denen ich immer mit einem Auge hängen blieb, lag aber vielleicht auch am Kaffee-Entzug den Tag über. In Paris angekommen, war ich jedenfalls nicht wirklich ausgeruht und fühlte mich etwas angenervt.

Von Paris nach Hannover ging es nach einer Pause von knapp einer Stunde, die ich immerhin für ein „petit dejeuner“ mit Croissant und Café au lait und die erste Zigarette nach 18 Stunden nutzen konnte, am nächsten Morgen ohne besondere Vorkommnisse weiter.

Andi stand pünktlich in Hannover um mich abzuholen, mein Koffer kam tatsächlich mal als einer der ersten übers Ausgabeband und somit saßen wir kaum 10 Minuten nach der Landung schon im Auto und waren auf dem Weg nach Hause.

Fazit der ganzen Urlaubs-Aktion: Mein ursprünglich ausgegebenes „geplantes Aktivitätsprotokoll“ habe ich halbwegs eingehalten. Ich habe tatsächlich ein paar Tage in der Sonne gesessen, zwei Bücher gelesen und versucht, mal den Kopf vom Alltagskram frei zu kriegen und „auszuspannen“. Hat, mit Einschränkungen, funktioniert.

Gesegelt bin ich diesmal zwar nicht, das mit dem „Wein trinkend im Cockpit relaxen“ war auch eher auf Kaffee oder Tee reduziert und wettermäßig hat sich der südafrikanische Ostküsten-November dieses Jahr irgendwie als mitteleuropäischer April getarnt, aber immerhin konnte ich dadurch verifizieren, daß mein Boot nach den bisherigen minimalen Umbauaktionen weiterhin bzw. wieder zumindest von oben wasserdicht ist, also hatte selbst das noch irgendwas positives an sich.

Die bis zur Herstellung der Reisetauglichkeit der Thelxinoe abzuarbeitende ToDo-Liste ist dagegen erwartungsgemäß nicht wirklich kürzer, sondern vor allem durch die entdeckte Plünderung und die aufgetretenen Lackschäden eher länger als vorher. Inzwischen glaube ich zwar, daß das vermutlich völlig normal ist, trotzdem wäre es vermutlich ein entspannterer Urlaub geworden, wäre ich einfach für 14 Tage nach Hurghada zum Tauchen geflogen und hätte von den Problemen erst nächstes Jahr erfahren 🙂

Aber, das Leben ist schließlich kein Ponyschlecken, wie es so schön heißt. Wenigstens weiß ich, was ich für nächstes Jahr nun noch so alles einplanen muß. Und falls hier irgendjemand mitliest, der noch zwei guterhaltene, gern auch ältere,  2-Gang-Selftailingwinches von Harken, Andersen, Lewmar oder Barbarossa in der Größe zwischen 44 und 52 einigermaßen günstig loswerden will: „HIER!

Einfach unten als Kommentar einfügen oder besser noch, mich anmailen:

Der Garmin Inreach Explorer+ den ich vor dem Urlaubsbeginn gekauft hatte, um schon mal anzutesten, wie ich denn in meinem späteren Seenomaden-Leben mit dem Rest der Welt in Verbindung bleiben kann, hat übrigens nach anfänglichen Unklarheiten scheinbar auch ganz gut funktioniert. Bis es denn soweit ist, werde ich vermutlich auch eine Möglichkeit gefunden haben, das Ding hier irgendwie permanent zu verlinken, so daß meine alle paar Stunden aktualisierte Position angezeigt wird.

Die aktuelle Position der Thelxinoe findet sich dann unter https://share.garmin.com/thelxinoe.

Ansonsten wird auf dieser Seite nun wohl erstmal wieder für eine Weile etwas weniger Aktivität stattfinden. Vielleicht berichte ich hin und wieder nochmal von zwischenzeitlichen Bastel-Aktionen, und spätestens ab Juli 2018 sollte es dann wohl wieder einigermaßen regelmäßig weitergehen, wenn ich mit Andi runterfliege, um die Thelxinoe nun aber endgültig klar zu machen und auch endlich mal damit segeln zu gehen, nachdem sie dann seit über drei Jahren in meinem  Besitz ist und schon seit mehr als fünf Jahren an Land steht.

Bis dahin denn …