Archiv der Kategorie: Unterwegs

Abgeschossen

Der letzte Beitrag ist, zugegeben, schon wieder eine Weile her. Was nicht zuletzt daran lag, daß es zum Einen wenig berichtenswertes gab, und mir zum Anderen auch ein wenig an Motivation gemangelt hat, hier was in die Tastatur zu picken, nur um irgend etwas  geschrieben zu haben.

Um es vorwegzunehmen: Stand letzten Mittwoch war unser Antrieb noch immer nicht wieder funktionsfähig. Zwar wieder montiert, und auch der Motor stand wieder an seinem angestammten Platz, hakte die Fertigstellung dann allerdings wieder mal an den letzten „geringfügigen Kleinigkeiten“, so daß der Kahn nun immer noch in Durban am Steg liegt.

Lou und ich sind allerdings derzeit nicht mehr an Bord. Eigentlich wollten wir ja dem südafrikanischen Winter aus dem Weg gehen und drei Monate in Europa verbringen. Also habe ich, nachdem auf der Website der deutschen Botschaft zu lesen war, daß die Erteilung eines Schengen-Visums normal zwischen 10 und 14 Tage dauert, frühzeitig Anfang April angefangen, mich bei TLS in Durban um einen Termin für das Procedere zu bemühen. Seit einiger Zeit wird das ganze Drumherum der Visa-Sache nämlich nicht mehr vom Konsulat selbst gehandhabt, sondern ist Abgeschossen weiterlesen

Good bye, Richards Bay …

Auch wenn (vermutlich nicht nur) ich so manches Mal leise gezweifelt habe, ob ich es wohl jemals noch in Richards Bay aus dem Hafen schaffen würden: Donnerstag morgen haben wir die Leinen losgeworfen und uns auf den Weg nach Durban gemacht.

Sah der ursprüngliche Plan noch vor, in einem Stück nach Port Elizabeth durchzusegeln, machte uns natürlich prompt das Wetter einen feisten Strich durch die Rechnung, da am Abfahrtsmorgen für Samstag/Sonntag statt der ursprünglich angesagten 20kts auf einmal 35kts in der dortigen Gegend angedroht wurden. Nix, was ich auf unserem ersten Törn unbedingt haben müßte, also Plan  B:

Auf nach Durban.

Das sind rund 90nm von Richards Bay aus; kann man mit einem schnellen Segler und passendem Wind in 14-15h schaffen, wie unser früherer Stegnachbar zwei Wochen vorher kundgetan hatte. Wir hatten weder das Eine, noch das andere, also richteten wir uns darauf ein, wohl einen ganzen Tag unterwegs zu sein und irgendwann in den frühen Morgenstunden vor Durban einzutrudeln. Immerhin sollte dies unser „Shakedown-Törn“, ein erster Test-Trip, werden, um zu sehen, wie sich das Boot verhält und ob alles brauchbar funktioniert.

Laut Prognose war bis 11h kaum Wind um Richards Bay zu erwarten, danach sollte eine leichte Brise mit 6-10kts aus Nordost einsetzen, perfekt für unser Vorhaben. Daß beim Klarmachen für den Törn mein neulich geliefertes und bis dato komplett unbenutztes AWN-Steiner Fernglas beim Herausziehen aus der Tasche vorwarnungslos in der Mitte durchbrach, tat der Vorfreude zwar ein wenig Abbruch, aber wir hatten ja noch das alte Compass-Glas an Bord.

Unsere  Stegnachbarn Markus und Lee waren  extra früh aufgestanden, und verabschiedeten uns kurz nach 7h am Steg. Wir fuhren bei absoluter Windstille und bedecktem Himmel aus dem Hafen, wichen einem gerade hereinkommenden Schiff aus, das uns auf der falschen Seite entgegenkam, und Lou hatte direkt hinter der Ausfahrt Gelegenheit, ihren allerersten freischwimmenden Delfin zu sehen. Ich hab ihn allerdings verpaßt, weil ich gerade damit beschäftigt war, Imke nicht im Weg rumzustehen.

Wir motorten also fröhlich vor uns hin, erreichten irgendwann die 80m-Tiefenlinie auf der wir gen Südwesten segeln wollten und warteten auf die Brise, die uns das Leben ein wenig erleichtern und tatsächliches Segeln ermöglichen sollte. Dummerweise ist das Wetter hier alles, aber nicht brauchbar vorhersagbar, und ändert sich schneller, als man gucken kann. Good bye, Richards Bay … weiterlesen

Landausflug

Wir waren unterwegs. Eine Woche lang waren wir Boot-los und haben in einem richtigen Bett geschlafen, was auch mal ganz nett war. Die letzte Woche haben wir in Pretoria bei Lou’s Familie verbracht und einfach mal sowas wie Urlaub gemacht.  Nicht wirklich spektakulär, aber sehr erholsam. Nachdem wir beim ersten Mal über die N2 hingefahren und anschließend querfeldein zurückgekommen waren, haben wir diesmal  die N3 von Durban nach Johannesburg und auch wieder zurück genommen. Die ist, im Gegensatz zur N2 ziemlich gerade, vierspurig ausgebaut, hat vergleichsweise sehr wenig Schlaglöcher, und man kommt gut voran. Die Strecke zieht sich zwar trotzdem mächtig hin, schließlich ist es ein recht großes Land, hat aber landschaftlich auf jeden Fall ihre Reize. Mehr Bilder dazu gibt’s weiter  unten. Landausflug weiterlesen

Zwei Schritte vor …

… und einer zurück. Das ging jetzt irgendwie schneller, als erwartet: Seit Anfang letzter Woche sind wir wieder im schärferen Lockdown-Level 2. Mit verlängerter Ausgangssperre, weniger offenen Geschäften, verkürzten Öffnungszeiten, und so weiter. Und die „Fieberkurve“ der täglich Neuinfizierten steigt wieder steil in die Höhe. Nicht zuletzt wohl, weil hierzulande immer noch nichtmal 1% der Bevölkerung vollständig geimpft sind.

Wettertechnisch gesehen, waren diese letzten Wochen ziemlich bewegt, und das nicht nur im übertragenen Sinn. Erstmals seit über einem Jahr ging plötzlich der Starkwind-Alarm meiner Wetterstation los, den ich irgendwann mal auf einen Grenzwert von 45kts programmiert hatte. Nix großartiges passiert, auch die immer noch nur provisorisch befestigten Verdeckseitenteile haben die drei Tage unbeschadet überstanden, aber natürlich fegte der Wind den Regen trotzdem bis vor die Eingangstür und unsere Aufenthaltsmöglichkeit beschränkte sich somit auf den Innenraum. Sei’s drum, die Woche ging auch mit Netflix und Computerspielen rum … Zwei Schritte vor … weiterlesen

Live-Musik im Garten

Diese Woche war ein wenig Kultur angesagt: Kirsten hatte nach dem gemeinsam besuchten Event im Mtunzini Country Club neulich ja angekündigt, sich darum zu bemühen, den dort aufgetretenen Nibs van der Spuy auch in den Zululand Yachtclub zu holen, und das hat nun tatsächlich geklappt. Nibs war da, und er hatte Anton mitgebracht. Ein eigentlich in Portugal lebender südafrikanischer Guitarerro und ein in London geborener Fiddler, der aber seit Jahrzehnten in Richards Bay lebt, die zusammen für gut eineinhalb Stunden mit eigenen Songs Pub-Feeling in den Club brachten. Und auch wenn das Ganze mitten in der Woche am Donnerstag draußen an der Wetbar stattfand und es schon vor Beginn des Events ein wenig arg kühl wurde, war das ein richtig gelungener und, Corona zum Trotz, gut besuchter Abend und die ca. achtzig Anwesenden begeistert.

Nibs van der Spuy und Ant Cawthorn-Blazeby

Auch wenn irisch angehauchte Folkmusik normalerweise nicht so wirklich mein Ding ist: Live kommt sowas eben doch anders rüber, und diese beiden waren wirklich gut :-) Live-Musik im Garten weiterlesen