Salon

Der gestrige Ausflug nach Durban war unproblematisch und relativ zügig beendet. Eigentlich hatte ich schon um 7:30 hier losfahren wollen, aber nachdem mich Tony, der Frachtagent, dann noch am Vorabend um 21:45 (!) angemailt hat, ich möge doch bitte auf seinen Anruf warten, ob der Zoll das Paket überhaupt freigegeben hat, bevor ich mich morgens auf den Weg mache, habe ich erst noch in aller Ruhe gefrühstückt und bin dann um kurz nach Acht hier abgefahren.

Um Zehn habe ich mich mit Tony am Frachtterminal getroffen, meine 2600,-R Handlingkosten und Zoll/EUSt bezahlt, die Anlage eingeladen und  bin bei strahlendem Wetter ganz gemächlich wieder nach Hause gejökelt (2x nicht geblitzt worden 🙂 )  Um kurz nach Mittag war ich zurück am Boot. Das war easy.

Ursprünglich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, gleich meineRettungsinsel mitzunehmen und in Durban warten zu lassen, aber da es keine einzige der drei angemailten dortigen Firmen für nötig gehalten hatte, auf meine Mailanfragen auch nur zu reagieren, wird sie dann halt erst in Kapstadt gewartet, sofern ich da eine willige Firma auftreiben kann, wenn ich erstmal da bin. 

Eigentlich hatte ich ja drauf spekuliert, daß Haydens Gehilfen mit dem Verkleben der Antislip-Matte auf meine Badeplattform fertig sein würden, bevor ich zurück wäre, aber dem war dann doch nicht so. Aus unerfindlichen Gründen haben sie das Ding in fünf Teile gesägt und bisher sind gerade mal drei davon aufgebracht. Teil vier, den Mittelteil mit den ganzen großen Löchern drin, haben sie gestern beim anheben durchgebrochen und Teil fünf scheiterte heute daran, daß es vor dem Verkleben anfing zu gießen wie Sau und innerhalb von Sekunden jeder von hier verschwunden war.

Nachdem Simon nun zwei Tage lang Zeit zum ausruhen hatte, war heute der Salon dran. Ich hatte den meisten Kram gestern schon aus dem Weg geräumt, also haben wir heute morgen abgeklebt und geschliffen, und obwohl er mich groß angesehen hatte, als ich heute morgen sagte „ich will das bis heute Abend fertig gestrichen haben!“, war um kurz vor 15h tatsächlich die komplette Salondecke gestrichen. Geht doch.

Jetzt, wo sie eine einheitliche Farbe hat, sieht man erstmal, was das für eine Rodelbahn ist… So wie das aussieht, haben sie in der Werft einfach nur das Deck aus der Form genommen, an den meisten Stellen innen mal mit Schleifpapier berührt und dann übergewitscht. Hier hätten sich Morgans Hiwis sicher völlig problemlos mindestens einen Monat dran austoben können, um da eine glatte, lackierfähige Fläche draus zu machen, wenn ich sie gelassen hätte …

Bei näherer Betrachtung sieht das aus, als hätten sie die Decke aus willkürlich aufgeharzten Glasfasermatten in DIN-A5-Größe zusammengepatchworked …

Egal. Eigentlich ging es ja auch nur darum, die Stellen, an denen die Farbe vom GFK abblättert zu erwischen, alles vernünftig zu schleifen und dann einen halbwegs einheitlichen Grund für die aufzubringende Dämmung zu schaffen. Das haben wir heute wohl hingekriegt, schätze ich. Zumindest ist es innen schon deutlich heller geworden als vorher 🙂

Um mich herum ist in den letzten Tagen wilde Betriebsamkeit ausgebrochen. Caspar, mein Nachbar mit dem Rallyeboot, ist seit ein paar Tagen wieder vor Ort und erzählte mir heute, er habe für den 27. einen Einwasserungstermin. Na denn…

Auf meiner anderen Seite begannen am Montag zwei Mann damit, an dem seit Jahren unberührt hier aufgebockten ex-Arbeitsboot den Rost abzupicken, nachdem sie erstmal den viertel Meter Mutterboden vom Deck geschaufelt hatten, der sich dank der Kiefernbenadelung in den letzten Jahren da abgelagert hatte.  Keine Ahnung, was genau das werden soll. Das Ding war ursprünglich mal ein Arbeitsboot für ein Projekt zum Thema „Fishfarming“ gewesen, das von der hiesigen Uni hier im Hafen durchgeführt, aber schon vor Jahren beendet wurde und ist meiner Meinung nach dank der einbetonierten Fischtanks eigentlich auch für nichts anders wirklich zu gebrauchen, wenn man nicht zufällig Verwendung für eine kleine Fähre mit großem Keller hat …

Da ich nach der Pinselei heute und nur einer einsamen Mandarine als Mittagessenersatz ein wenig schmachtig war, und zwar wieder durchgesaugt hatte, aber immer noch überall Staub rumfliegt, habe ich aufs Kochen verzichtet und mir einfach einen Brathahn vom PnP geholt. Die zweite Hälfte ist unterdessen staubdicht eingetuppert und gibt morgen sicher noch eine nette Suppeneinlage 🙂

Da wird nix „geshared“. Alles meins 🙂

Es regnet übrigens immer noch wie bekloppt, nur daß inzwischen auch noch gut 25 kts Wind dazugekommen sind.  Mein Dinghy, das Simon vorgestern so schön leergeschöpft hatte, stand vorhin schon wieder halb voll Wasser …