Holes in One

Nach einer Woche, die für meinen Geschmack zum großen Teil deutlich zu kalt und verregnet war, schien heute morgen glatt mal die Sonne. Es wurde zwar den ganzen Tag nicht nennenswert wärmer als 20 Grad, war aber trotzdem recht angenehm. Gestern hatte ich mit Simon noch die Schapps unter den Salonbänken geschliffen und neu bemalt, damit ist nun erstmal genug mit Pinselquälerei. Als nächstes geht es an die Deckenverkleidung.

Für heute war (wieder mal): „Löcher ins Boot bohren“ angesagt. Gegen neun schlug Andries auf, und nach kurzer Diskussion hatte ich ihn davon überzeugt, daß ich meine Rumpfdurchbrüche und Seeventile lieber gesammelt in einem Schrank hätte, als irgendwie über das Boot verteilt, auch wenn das ein paar Meter mehr Rohr bedeutet. Ein paar Meter passende Rohre und Fittings hatte ich noch von der damaligen Aktion mit Stephan überbehalten, also sollte das kein Problem darstellen.

Nachdem das geklärt war, bohrten wir also ein 40mm Loch in den Boden des Backbordrumpfes kurz hinter dem Einlass für den Generator, steckten statt des eigentlich geplanten, aber nicht lieferbaren TrueDesign-Kunststoffdurchlasses einen Edelstahl-Durchlass mitsamt Seeventil rein, verlegten die letzten noch vorhandenen paar Meter Kunststoffrohr und -Winkel und nun fehlt eigentlich nur noch das Übergangsstück vom Borddurchlass zum Rohr und  der letzte Meter Rohr bis zum Grobfilter, und dann könnte der Motor auch Kühlwasser ansaugen, wenn ich es denn mal irgendwann ins Wasser schaffe 🙂

Außerdem sind die neuen Züge für Gas und Schaltung immerhin schonmal verlegt und an Motor bzw. Antrieb angeschlossen, auch wenn noch ein paar Adapterstücke für die Befestigung an der Einhebelschaltung fehlen.

Nachdem wir soweit damit durch waren, verschwand Andries, „um jetzt ein Bier zu trinken“, wie er sich ausdrückte. Hab ihn dann für den Rest des Tages nicht mehr gesehen, aber ich kann mich ja auch allein beschäftigen.

Da er morgens die Löcher für das Rohr zur Nacelle entgegen meiner Angabe prompt genau wie Stephan damals irgendwie halb diagonal anstatt geradeaus rüber gebohrt hatte, kaum daß ich mal nicht

Das, was im Vordergrund wie ein feister Regenwurm aussieht, ist die Gasleitung, die vor der Bohraktion noch anliegend an der vorderen Wand befestigt war. Notgedrungen mußte ich jetzt die Befestigung versetzen, weil das andere Rohr selbstverständlich auf der gleichen Höhe direkt rechts daneben gebohrt wurde, statt 15 cm weiter rechts, wie ich eigentlich gesagt hatte …

hinsah, paßten natürlich die Füße für den Zwischenboden unter dem Tank jetzt nicht mehr, was genau der Grund für meine Angabe gewesen war. Also   bestand meine nächste Aktion darin, diese

Direkt neben den neuen Loch für den Dieselschlauch, nämlich.

wieder entsprechend umzubasteln. Als nächstes habe ich ein Loch für die Spritleitung gebohrt und entgratet, und selbige anschließend durchgezogen. Beim Versuch, den Tank soweit fertig zu machen, daß er eingebaut und dann endgültig angeschlossen werden kann, stellte sich raus, daß mein toller NMEA2000-Tauchrohr-Tankgeber für den hier installierten Tagestank leider ziemlich genau einen halben Zentimeter zu lang für diesen Tank ist. Ich bin mir doch ziemlich sicher, daß ich den damals einen Zentimeter kürzer als die für den Tank angegebene Innenhöhe bestellt hatte, aber er paßte trotzdem nicht rein. 🙁

Also, Improvisation ist schließlich Fahrtenseglers Alltag, habe ich einen übergebliebenen Verschlußdeckel aufgebohrt und aus dem und der dazugehörigen Dichtung ein 7mm-Distanzstück gebastelt. Nun läßt er sich auch widerstandslos bis zum Anschlag draufschrauben, ohne den Tankboden auszubeulen …

Damit war dann aber auch genug gebastelt für heute. Ich beschloß, stattdessen ein paar Sonntagsbrötchen vorzubereiten, und da man ja nun nicht dauernd nur „Normal-Brötchen“ essen kann (8-)), gab es heute Roggenbrötchen. Geht im Prinzip auch nicht viel anders als die von letzter Woche, nur halt mit 60% Roggenmehlanteil und ein bischen mehr Warterei. Anders als letzte Woche, habe ich den Teig diesmal nicht vom Back-o-maten rühren lassen, sondern das mit dem Krups selber erledigt.

Das sieht nach dem zweiten „gehenlassen“ doch mächtig voluminös aus. Waren aber auch nur 450g Mehl und sollten acht Brötchen ergeben.

Gebacken habe ich sie dieses Mal nicht wieder auf Blech und Backpapier, sondern auf meinem Pizzastein, der lt. meinem Thermometer auf gute 245° aufgeheizt war. Nach 16 Minuten waren sie essbar und hatten auch noch die richtige Farbe 🙂

Waren es dann auch. Die ersten vier habe ich heute gebacken, die restlichen Teiglinge stehen im Kühlschrank. Mal sehen, ob die sich morgen auch noch problemlos backen lassen, oder ob es einen ernsthaften Grund hat, warum Bäcker so früh aufstehen …

Dazu gab es eine, mit dem Resthuhn und ein bischen Gemüse angereicherte, Gulaschsuppe aus der Dose und zur Feier des Tages, das erste Bier seit Wochen an Bord.