Warten auf Godot

Woche 12 des Themas: „Wir stellen den Mast wieder auf“. Immerhin, nachdem ich wochenlang rumgenervt habe, liegt er jetzt, einigermaßen vollständig verdrahtet mit allem was da dran sollte, vor Jaques Garage. Mehr aber auch nicht. Die Woche über war strahlend blauer Himmel, Temperaturen um 24°C, seit Dienstag kein Wind mehr, aber mein Mast liegt immer noch da rum. Wenigstens haben sie (angeblich) gestern meine Stagen bestellt, nachdem ich dann zum dritten Mal 7.000R auf den Tisch geworfen hatte.

Nachdem bis gestern nachmittag insgesamt vier feste Krantermine ereignislos verstrichen waren, hieß es zwar seitens Jaques noch „Freitag aber, ganz bestimmt.“ Nuja. Heute war dann irgendwas im Innenstadt-Bereich los, bei dem der Kran gebraucht wurde, also wieder nix. Wenn das so weitergeht, kommen die Stagen vielleicht doch noch vor dem tatsächlichen Kraneinsatz. Der Eigner von Terrapin, wegen dem der Krantermin ursprünglich mal angesetzt worden war, weil er ohne Mastlegen nicht weiter arbeiten kann, springt inzwischen im Dreieck und macht überhaupt einen etwas angenervten Eindruck auf mich. Nur gut, daß ich doch so ein ausgeglichener, geduldiger und beherrschter Mensch bin und fast alle Zeit der Welt habe, um hier im kohlestaubverpäkten Richards Bay auf dem Trockenen rumzulungern, anstatt wie geplant seit einem dreiviertel Jahr irgendwo über dunkelblaues oder türkises Wasser zu segeln. Ommmm….

Die Schweißer basteln immer noch an meinem Geräteträger rum. Aus irgend einem unerfindlichen Grund hatte irgendwer, nach dem Schweißen und anschließenden Abbauen des Dings, sämtliche Kabel rausgezogen, die ich vor der Demontage extra alle in Batterienähe gelöst und ausgebaut hatte, um genau das zu vermeiden. Hein war es angeblich nicht. Auf jeden Fall haben wir somit den heutigen Tag damit verbracht, jede Menge 6mm²-Kabel fürs Solarpanel und die Windgeneratoren um 47 Ecken durch dieses Rohrgeflecht zu würgen. Zumindest die Hälfte ist schon mal drin. Morgen noch die für den zweiten Windgenerator und das vom Heckspiegel nach oben versetzte Hecklicht, und dann kann das Teil wieder angebaut werden.

(Die original-Kabel hatten die ganze Schweißerei übrigens schadlos überstanden, lagen aber auch gar nicht direkt in dem Bereich, in dem geschweißt worden war. Also keine Ahnung, was das Rausziehen sollte.)

In der vorderen Kabine habe ich inzwischen mal testweise die neuen, eigentlich viel zu dunklen, Vorsatzscheiben angebaut. Naja, kann man auch noch mit leben. Das spart immerhin die Jalousien und macht die Bude in der Tat deutlich kühler 🙂

Bischen dusterer als geplant, aber dafür kühler. Von den im letzten Beitrag angesprochenen 26 Schrauben am linken Außenfenster ließen sich tatsächlich gerade mal 10 wieder heile entfernen ohne abzureißen oder rundzudrehen. Da lag ich mit meiner Schätzung ja  nicht so ganz weit daneben …

Heute morgen ist es mir dann tatsächlich mal gelungen, Stephen ans Rohr zu kriegen. Irgendwelche neuen Erkenntnisse zum aktuellen Zustand des Dodgers hat das zwar auch nicht gebracht, er wollte sich aber (eigentlich) heute abend mal blicken lassen. Erfahrungsgemäß funktioniert das bei ihm eh nie auf Anhieb, also gehe ich davon aus, daß er irgendwann Dienstag hier aufschlägt und wortreiche Rechtfertigungen vorbringt, warum er immer noch nicht fertig ist.

Wie auf dem Titelbild zu sehen, haben wir für die feierliche Rückkehr des Mastes immerhin schon mal das Deck frei geräumt. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich Simon vielleicht nochmal mit dem Kärcher rüberjagen sollen. Mal sehen, wie lange es nun wohl noch dauert, bis der Stengel wieder aufgepflanzt ist. Wenigstens ist mein Dinghy jetzt wieder auf dem Boden, wo ich es  auch allein bewegen kann. Vielleicht mache ich am Wochenende einfach doch mal einen Tag frei und gehe segeln …