Die Löcher werden weniger

Die Klopferei nebenan hat ein Ende! Endlich 🙂 Nachdem sie gestern auf schwereres Gerät gewechselt und jeder mit einem 500g-Mottek bewaffnet auf den Rost eingedroschen hatten, sind sie heute mit Flex und Fächerscheibe zugange gewesen. Das macht zwar auch Lärm, ist aber nicht mehr ganz so penetrant. Glücklicherweise stand der Wind so, daß es nicht den ganzen rostigen Schleifstaub zu mir rübergeweht hat.

Wettertechnisch gesehen, geht es hier derzeit wieder ein wenig aufwärts. Nachts sind zwar immer noch nur um die 15 Grad, tagsüber scheint aber immerhin die Sonne und das Thermometer klettert bis auf 27°C. Aber natürlich ist das nächste Tief schon im Anflug und wird wohl Freitag nachmittag hier sein.

Bis dahin ist dann vielleicht auch endlich die Badeplattform  fertig. Hayden’s HiWi hat heute den Tag damit verbracht, Platte drei von fünf mehrfach abzukleben, die Kanten mit „Pool-Resin“, einem weiß eingefärbten Harz, einzpinseln und anschließend wieder zu schleifen, um die Kanten zu runden. Irgendwie kam mir das zwar etwas planlos vor, da das bei Platte 1 vorgestern am Schluß eigentlich wieder genauso aussah wie vor der Aktion, aber Hayden befand das für in Ordnung, also gut. Warten wir ab wie es aussieht, wenn es als „fertig“ deklariert wird…

Während die Oberseite der Plattform also seit Tagen anderweitig belegt ist, habe ich mich daran gemacht, die beiden abgeschotteten hinteren Rumpfabschnitte, in denen die Ruderkoker sitzen, vom Regen der letzten Jahre zu befreien und anschließend für neue Verschlußdeckel vorzubereiten, da die alten verschollen waren. Bis 2016 waren sie noch drin; als ich das nächste Mal wiederkam, waren sie verschwunden und da die Badeplattform zu jener Zeit noch einen halben Meter kürzer war und die Öffnungen nicht überdeckt hat, konnte es monatelang fröhlich reinregnen, bis ich zwischendurch irgendwann mal DuctTape draufgepappt habe. Ganz kurz blitzte der Gedanke auf, da ein paar potente wasserfeste Lautsprecher einzubauen, der aber ebenso schnell wieder als Humbug verworfen wurde 🙂

Gestern, als ich gerade damit angefangen hatte, kam Hayden dazu, betrachtete sich die Sache und meinte dann, mich mit der Aussage erschrecken zu müssen, die Nahtstellen um die einlaminierten Ruderkoker seien undicht. Ja, da sind außen leichte Wasser-Laufspuren zu sehen und es ist minimal feucht. Andererseits haben wir aus jedem der beiden Abteile rund 10-15L Wasser geschöpft und gepumpt, also sofern da tatsächlich irgendwas undicht ist, kann es so ganz dramatisch wohl nicht sein, ansonsten wären diese Abteile leer gewesen. Ich werde also die Nahtstellen vorsichtig anschleifen, eine Sikaflex-Raupe rumschmieren und dann muß gut sein. Absaufen werde ich wohl auch dann nicht, wenn sie bis zur Wasserlinie vollaufen, da sie, wie gesagt, vom restlichen Rumpf abgeschottet sind und eh nur je um die 50L reinpassen. Vielleicht baue ich noch jeweils eine Bilgenpumpe ein, sollte sich da später tatsächlich mal mehr als 2cm Wasser drin finden…

Abdeckungen also. Die hatte ich neulich im Shop erstanden, sie sehen genauso aus wie die, die vorher drin saßen und  mutmaßlich genauso 6″-Abdeckungen waren, wie die neuen jetzt auch. Trotzdem paßten die neuen in die vorhandenen Löcher nicht rein. Die waren mit 155 ziemlich genau 10mm kleiner, als der Durchmesser der neuen Rahmen. Auftritt Einhandfräse: Das Ding ist echt cool und macht einen guten Job. Handled sich, wie ein etwas zu groß geratener Dremel. Und wo ich oben wegen des VA-Rahmens nicht hinkam, ging es mit Bohrmaschine und Fächerschleifscheibe halt etwas langsamer zu Werk, bis das paßte.

Da diese 16cm-Löcher nun mal nicht all zu weit  über der Wasseroberfläche sitzen, hielt ich es für angebracht, sie mit einer passenden Abdichtung zu versehen. Meine Kartuschenpresse hatte ich das letzte Mal vor über einem halben Jahr benutzt, und die letzten Monate hatte sie in einer Box auf dem Vordeck gelegen.

Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, daß die ohnehin fast leere Kartusche steinhart sein würde. Selbst wenn man angefangene Sikaflex-Kartuschen im Kühlschrank lagert, ist nach 3-4 Monaten normalerweise Schluß mit elastisch. Bei dieser hier komischerweise nicht. Nachdem ich den harten Pfropf aus der Spitze gestochert hatte, stellte sich raus, daß selbst dieser kaum 4cm lang war. Nachsehen ergab dann: Das war gar kein Sika, sondern Bostik MSR Konstruktionskleber, den ich mal hier im Shop gekauft hatte. Hat 6-8 Monate in der Sonne gelegen, und läßt sich immer noch einwandfrei verarbeiten. Mit 225R für die Kartusche zwar sauteuer, aber klare Empfehlung.

Nachdem ich den gelenkigeren Simon dazu abgestellt hatte, das restliche Wasser auszuschwammtupfen und mal durchzuwischen, bleiben die Dinger jetzt bis Freitag offen, damit sie austrocknen können, und dann werden auch die vorletzten beiden Löcher im Rumpf dichtgemacht.

Danny, einer von Andries‘ unterbezahlten Knechten, war von diesem für heute wohl nicht mit sonderlich vielen Aufgaben ausgestattet worden, jedenfalls stand er die meiste Zeit nur als Beobachter daneben, als sein Kumpel den Nachbarkahn mit frischem Antifouling berollte. Vermutlich hatten sie nur eine Rolle dabei. :roll:

Da ich nicht verantworten wollte, daß er sich bei seinem kargen Gehalt auch noch langweilen muß, habe ich den heute einen Ersatz für den komischen Lederlappen bauen lassen, der bislang verhindern sollte, daß Wasser durch die beiden Umlenkrollen nach innen dringt, durch die die Lenkseile rausgeführt werden. Das schlabberige Ding war seit der Lackieraktion ohnehin verschwunden gewesen, und außerdem sah es einfach nur bräsig aus.

Also habe ich ihm eine grobe Skizze gemacht was ich eigentlich von ihm wollte, er hat daraufhin eine Halfpipe aus einem beim Plattformrahmen übergebliebenen Reststück Rohr geflext und ein paar Flacheisen drangebraten, und nachdem das alles angebaut und  poliert ist, sieht es auf jeden Fall schon mal dramatisch besser aus als vorher. Eine Kantbank hätte die Sache sicher noch um einiges optimiert und die Schweißerei gespart, die haben sie aber nicht.

Da ich seit Kindheitstagen dazu tendiere, mir an allen möglichen vorstehenden Teilen die Schienbeine zu lädieren, wollte ich nun nicht unbedingt zwei scharfe Kanten eines 1.5mm starken Rohres in entsprechender Höhe haben, über das ich täglich rübersteigen muß um an oder von Bord zu kommen, also haben wir mit der Lochsäge eine runde Scheibe aus der immer noch ungenutzt unterm Boot stehenden Delrin-Platte gestanzt, zwei Halbmonde draus gemacht (wobei ich mir bei dem Versuch, Danny die Vorzüge einer Japansäge und die damit erzielbaren superdünnen Schnitte zu demonstrieren, prompt in den Daumen gesägt habe :oops:) und die entsprechend an den offenen Enden angebracht. Das sollte hoffentlich helfen. Und wenn nicht, verhindern sie zumindest, daß Wasser von der Seite reinfließt 🙂

Um eine beliebte Frage ein wenig abzuwandeln:

Woran merkst Du, daß Dein Auto alt wird?

Daran, daß es anfängt, auseinanderzufallen und daß es keine Ersatzteile mehr gibt. :evil:

Bei meinem Ausflug nach Durban letzte Woche machte es irgendwann mitten auf freier Strecke während der Fahrt mit gemütlichen 120Km/h auf  der N2 „fupp!“, und als ich das nächste Mal in den linken Außenspiegel sah, war das Glas verschwunden. Kann mal passieren. Das Gehäuse hat ebenfalls ein Loch, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das nicht womöglich schon vorher drin war.  Da ich nicht annehme, daß irgendjemand auf mich geschossen hat und mir auch nicht bewußt bin, eine dieser zahllosen Bananenverkäuferinnen umgefahren zu haben, die alle Naselang an der Autobahn stehen, bleibt nur die Erkenntnis, daß mein Auto derzeit halt nur noch einen Fahrer-Außenspiegel hat.

Das ist auf Dauer recht lästig, zumal ich seit Jahrzehnten nur nach beiden Spiegeln rückwärts fahre und hier unter meinem Carport-Katamaran häufig von allen möglichen Leuten zugeparkt werde. Also war ich am Montag bei Midbay VW in Richards Bay, um ein neues Spiegelglas zu bestellen. Bestellen sie nur gegen Vorkasse, mit 1150R fast geschenkt.

Heute morgen kam dann der Anruf: „Nicht mehr lieferbar“.  WHAT? Mein Sharan ist gerade mal knapp volljährig! :motz:

Der Versuch, über Oliver ein passendes Glas in Deutschland zu bestellen führte zum gleichen Ergebnis, also könnte ich jetzt noch eins über ebay in England bestellen, oder  mir selbst eins schnitzen.

Rein zufällig habe ich hier ja noch einen knappen Quadratmeter Polycarbonatspiegel rumliegen, den jemand auf mein Geheiß hin in handliche Stücke gesägt hatte, weil ich daraus eigentlich einen Badezimmerschrank  bauen wollte. Aber da derjenige aus unerfindlichen Gründen die einzelnen Teile zum Versand mit Tesa-Paketband direkt zusammengeklebt hatte, statt sie vorher in eine Plastiktüte zu stecken, was dann hier beim wiederabfrickeln die Spiegelschicht großflächig vom Polycarbonat getrennt hat, sind sie dafür ohnehin nicht mehr zu gebrauchen. Mal sehen, ob ich noch ein hinreichend großes Stück mit genügend Spiegel finde, um da mit der Oberfräse was passendes draus zu basteln…

ps: Ja, Maizey’s verkauft auch 3mm Polycarbonatspiegel. Mein Versuch, einen neuen Quadratmeter zu erstehen wurde allerdings dadurch vereitelt, daß sie das Zeug nur in ganzen Platten á 3x2m abgeben. Mit den restlichen gut 5qm hätte ich ja die Decken in den vorderen Kabinen verspiegeln können, das war mir aber dann doch zu teuer 🙂