Erleuchtung

Der hiesige Sommeranfang hatte zum Wochenstart eine kurze Pause eingelegt. Während Deutschland bei 38°C vor sich hinschwitzt, hatte ich die letzten zwei Abende den Heizlüfter wieder hervorgekramt, um den Nachts auf teilweise unter 12 Grad zurückgegangenen Temperaturen zu trotzen. Tagsüber war es die letzen paar Tage mit um die 25 Grad eher frühlingshaft, aber angenehm.

Die Arbeiten an Badeplattform und Geräteträger gehen voran, die Korrekturen sind geschweißt, das meiste inzwischen geschliffen und teilweise auch schon poliert, und heute war tatsächlich Hayden samt Schaumkern hier, um das Ding anhand des Edelstahl-Rahmens auf die endgültige Form zurecht zu schnitzen.

Hayden beim Feintuning des Kerns. An dieser Seite der Plattform kommt eine Aussparung hin, um einen Haltegriff knapp über der Wasserlinie für den blödesten aller Notfälle zu haben.

Nachdem wir nun dreimal hin- und wieder zurücküberlegt hatten, wo genau denn nun eigentlich die Badeleiter hin soll, wird sie nun doch nicht an der Rückseite des Steuerbordrumpfes angebracht, wie von Hein  vorgeschlagen, sondern so, wie ich das ursprünglich vorgesehen hatte, nämlich in einem Auszug unter der Badeplattform.  Damit bleibt die Oberseite der Plattform in dem Bereich frei und ich muß mich nicht halb quer die Leiter rauf/runter hangeln, um an oder von Bord zu kommen. Die Lösung an der Seite wäre zwar einfacher zu realisieren gewesen, gefiel mir aber von Anfang an nicht sonderlich.

Montag habe ich mich erneut mit dem Deckslüfter über den Pantry beschäftigt; inzwischen ist alles gepinselt, und das Ding eingebaut. Im Anschluß ging es an die vorderen Navigationslampen:

Navigations-Latüchte. Schätzungsweise so alt wie das Boot. Diese hier war zwar, genau wie die anderen, UV-geschädigt und gesplittert, funktionierte aber als Einzige wenigstens noch…

Selbstverständlich paßten die alten Löcher  nicht, weil zu groß und an den falschen Stellen, also endete auch diese Aktion damit, daß ich nach dem Ausbau wieder mal spachteln durfte, um dann heute zu schleifen und neue Löcher zu bohren.

Navi-LED neu. Gut zu sehen: Auch heute war Simon nicht da, das Deck ist gar nicht gefegt 🙂

Wo ich nun gerade mal am Bug war, habe ich dann auch noch den CQR-Anker mal an die Kette geschäkelt und mußte bei der Gelegenheit verblüfft zur Kenntnis nehmen, daß ein einziger Tag Regen völlig ausgereicht hatte, um den frisch geschliffenen und polierten Edelstahlanker schon wieder mit Flugrost zu überziehen. Sauerei!

Tja. AISI 316 ist das dann scheinbar wohl doch nicht.
dat fluchtet. Länger hätte der Schaft aber auch nicht sein dürfen, sonst kriege ich ihn nicht mehr komplett aufgeholt.

Der vorhandene Bugbeschlag ist jedenfalls ziemlich eindeutig für genau diese Art Anker gemacht. Wenn ich meinen mitgebrachten Jambo-Anker stattdessen da unterbringen will, muß ich mir wohl eine Art Verlängerung nach vorn dafür ausdenken, ansonsten piekt der Anker sich mit den Fluken direkt ins GFK am Bug. Das Problem zumindest wäre bei einem Monohull eher keines ..

Den Rest des Nachmittages habe ich heute damit verbracht, eine Zuleitung für den Einfüllstutzen des Steuerbord-Wassertanks zu basteln. So’n bischen PVC-Rohr hatte ich noch vom provisorischen Verdeckaufbau über (der inzwischen auch schon 25kts unbeschadet überlebt hat, nachdem ich die Verbinder tatsächlich verklebt habe), das Polycarbonatrohr hatte ich neulich bei Maizey’s besorgt und diese Winkelstücke sind Pfennigartikel und stammen von BuildIt.

Hintergrund der ganzen Klamotte: Ich will den Wasserzulauf beim Einfüllen über einen meiner Durchflußmesser laufen lassen, wofür ich den Schlauchdurchmesser allerdings von 38mm am Stutzen (links), auf 6mm (rechts) reduzieren muß. Die Wasserzähldinger sind zwar lt. Datenblatt eigentlich für bis zu 6.5L/min ausgelegt, schaffen aber unter Druck auch problemlos 10, was ungefähr das ist, was die hiesige Wasserleitung im besten Falls durch meinen Gartenschlauch schiebt.

In Ermangelung eines besseren Begriffes: Das ist ein Katarakt.

Nur wird das vermutlich nicht klappen, wenn man den Schlauch einfach nur oben in den Tankstutzen hält und den Hahn aufdreht. Also war die Idee bei der Sache, zum einen den Wasserdruck in der Zuleitung durch mehr Volumen zu erhöhen, und wenn das nicht ausreicht, um es schnell genug abfließen zu lassen, kommt oben eine Kappe mit einem Gardena-Anschluß rauf, um vor dem Zähler ein geschlossenes System zu haben und entsprechend Druck aufbauen zu können.

Später unterwegs, wenn das Wasser nicht mehr aus der Leitung, sondern im Normalfall mit maximal 1L/min aus dem Wassermacher träufelt oder als Regenwasser vom Dodger gesammelt wird (hab ich schon erwähnt, daß Stephen ihn noch gar nicht wiedergebracht hat?), ist das sicher eher kein Problem mehr, aber für den Moment ist die zu erwartende Wassermenge noch deutlich zu hoch, um einfach so freiwillig und vollständig durch einen 6mm Schlauch zu fließen.

Morgen mittag sollte der Kleber komplett ausgehärtet sein, dann wird sich rausstellen, ob das überhaupt funktioniert wie gedacht und ob sich PVC und Polycarbonat mit Tangit PVC-UV druckfest verkleben lassen.

Und damit niemand auf die Idee kommt, ich würde hier nur von Filet und Steaks leben: Nein, heute gab es sowas profanes wie Bratkartoffeln mit Speck, Zwiebeln, Ei und einer reingeschnippelten Bockwurst.

edit: Da bin ich doch allen Ernstes irgendwann kurz nach 21h gestern Abend bei der Grübelei über einen passenden Beitragstitel vor dem PC eingeknackt… Und als ich gegen Mitternacht aufwachte, weil mir kalt wurde, war das Internet nicht mehr erreichbar. Dachte schon, mein Datenvolumen sei schon wieder vorzeitig verbraucht, aber war wohl doch irgendwas anderes.