Italienische Momente

Nach einem leichten Durchhänger gestern, einhergehend mit ganztägigen Magenschmerzen, ging es mir heute wieder gut genug, um völlig ungeniert einfach mal bis 9h in der Kiste liegen zu bleiben. Hat irgendwie doch auch seine Vorteile, dieses Frührentner-Dasein 🙂

Kurz nach dem Frühstück schlug Brad, Morgans Compagnon, bei uns auf, um kurz die Lage zu diskutieren, da Morgan selbst derzeit auf irgendeinem Lehrgang ist und wohl erst morgen wieder auftaucht. Nachdem ich meinem Frust über die geklauten bzw. versenkten Werkzeuge ein wenig Luft gemacht hatte, wandten wir uns den ausstehenden Aufgaben zu und zumindest Brad war optimistisch genug, meinen avisierten Einwasserungstermin für Thelxinoe Ende Oktober für nicht völlig unrealistisch zu halten. Aufgrund der bislang gemachten Erfahrungen, was die hiesige Arbeitsgeschwindigkeit angeht, bin ich zwar noch ein wenig skeptisch, aber es wäre ja mal ein echter Lichtblick, wenn das wirklich funktionierte.

Anschließend war ich im Club-Office, um uns endlich „legal zu machen“, sprich: Uns anzumelden, das gefühlt 40-seitige Formular für das „Temporary Liveaboard Agreement“ sowie einen neuen Clubausweis und einen Windschutzscheibensticker für die Wache am Eingang in Empfang zu nehmen.

Mein Versuch, eine Garage oder zumindest eine der kleineren Storage-Einheiten zu mieten, war dagegen von weniger Erfolg gekrönt, da alles belegt ist. Mal sehen, wo wir den ganzen Kram unterbringen können, während Morgans Jungs hier rumwerkeln. Vielleicht muß ich doch noch für ein bis zwei Monate ein Haus mieten, um das ganze Zeug solange aus dem Weg zu haben. Oder ich frage einfach mal Kirsten, ob er mir das Zimmer seines  Sohnes vermietet. Der ist nämlich heute morgen zu einem Segeltörn auf einem 65ft-Katamaran auf die Seychellen aufgebrochen und wird erst im November zurückerwartet. Glückspilz der …

Irgendwann im Verlauf des Nachmittages war ich versucht, mal meine ganzen Jacken, Hosen und Sakkos auszupacken und in den Hängeschrank in meiner Kabine aufzuhängen, um ein wenig Ordnung zu schaffen. Nach dem ersten weniger flüchtigen Blick in besagten Schrank, habe ich anschließend die komplette Ommadawn und die A-Seite von Hergest Ridge damit verbracht, ihn erstmal gründlich auszuwaschen und von dem auch da überall anhaftenden Kohlenstaub plus diversen Ansätzen von Schimmel zu befreien. Bähh..

Das war kurz nach Halbzeit. Bevor ich hier ablege, werde ich wohl alle Schränke nochmal leerräumen, schleifen und neu streichen, da wie hier in fast allen die Farbe abblättert und man direkt auf nacktes GFK guckt.

Nachdem der der gestrige Braii-Abend von der Gesellschaft her zwar sehr nett, kulinarisch aber eher ein Griff ins Klo war (die Steaks waren mit Abstand die zähesten, die ich hier je gekauft habe, und das nur, weil kein Filet zu kriegen war), hat Andy sich heute abend echt selbst übertroffen: Es gab zunächst einen gemischten Salat, der für sich schon top war, und anschließend Spaghetti al Pomodoro i Funghi (oder so), jedenfalls mit einer begeisternden Bolognese-Sauce angereichert mit Champignons und getrockneten Tomaten. Dazu einen 2016er Cabernet-Sauvignon. Mjamm 🙂

Zufrieden grinsender Koch nach getaner Arbeit