Kleine Brötchen backen

Nachdem ich gestern ja schon angedroht hatte, heute meine ersten Brötchen  backen zu wollen, habe ich vor Beginn noch einen forschenden Blick auf Chefkoch.de geworfen. Die Zutatenliste ist ja , ebenso wie der Aufwand, wirklich äußerst überschaubar:

Ein halbes Pfund Mehl,  ein Tütchen Trockenhefe (7g), ein knapper Teelöffel Salz und ein großes Glas lauwarmes Wasser werden in einer endothermen Reaktion zu 4-6 Brötchen. Da ich irgendwann mal ein Pfund Backmalz gekauft und mitgebracht hatte, habe ich auch davon noch eine Messerspitze mit dazu gegeben. Das ganze zu einem Teig zusammengerührt, den eineinhalb Stunden lang rumstehen lassen, eine 5-6cm dicke lockere Rolle draus rollen, die in 6 Stücke schneiden und auf ein Blech drapieren und dann für 20-25  Minuten ab in den vorgeglühten Ofen. Da mein Gasofen keine brauchbare Temperaturkontrolle vorsieht, wurde halt mit Vollgas gebacken, was erfahrungsgemäß so ungefähr 225°C ergibt.

Was soll ich sagen? Die einzigen wirklich essbaren Brötchen, die ich hierzulande bislang gefunden habe, sind die Paninis (Ciabatta-Brötchen), die man bei PickNPay oder Checker’s kaufen kann. Alle anderen sind bestenfalls verkappte Hotdog-Mäntel oder zumindest genauso labberig wie diese, völlig egal wie gut sie aussehen. Ohne Aufbacken geht garnicht. Zu meiner großen Überraschung waren meine allerersten selbst manufaktierten Kreationen dagegen sowohl außen knusprig, wie auch innen fluffig. Genau so, wie man sich ein anständiges Sonntags-Brötchen vorstellt 🙂

Gut, um die Idealform zu erreichen, bedarf es wohl noch ein wenig der Übung, und der ungleichmäßigen Hitzeverteilung meines Gasofens geschuldet, hätte ich sie nach 15 Minuten vielleicht auf dem Blech mal umsortieren oder nach 20 Minuten rausnehmen sollen, so wurden die beiden  mittleren von unten ein wenig sehr dunkel und selbst das Backpapier war dort leicht angekokelt, aber ansonsten: Top! 

Also, wer es schafft, unfallfrei eine Dose Knack&Back-Brötchen aufzumachen und die dann zu backen, kann mit minimalem Mehraufwand seine Brötchen auch gleich ganz selber machen und bedarfsweise noch mit Sesam, Sonnenblumenkernen oder sonstwas bestreuseln. Besser als die K&B-Dinger schmecken sie meiner Meinung nach allemal. Ich werde dann für unterwegs wohl noch ein paar Kg Mehl extra einkaufen. Und da mein Back-o-Mat ein reines „Teig & gehenlassen“-Programm und sowas wie eine Zeitschaltuhr hat, kann ich die Zutaten da sicher auch schon abends reinwerfen, das Ding um 6h automatisch loskneten lassen und muß dann nach dem Aufstehen nur noch die reine Backzeit überbrücken, bevor das mit dem Frühstück losgehen kann. 🙂

Nachdem sich der Wind gestern immer mehr aufgeschaukelt hat, am Abend vor der Küste Böen mit 60kts gemeldet wurden und mein Windmesser immerhin um die 44 hier am Boot zeigte, war heute morgen nix. Null Wind. Dafür kam nach drei Tagen mal wieder die Sonne zum Vorschein und nachdem mein erster Blick aufs Thermometer morgens um Sieben noch nur 15°C gezeigt hatte, waren es zwei Stunden später immerhin knapp 24. Also habe ich mich mit meinem Frühstückskrempel ins Cockpit verholt und ausgiebig in der Sonne gefrühstückt. Sonntag ist toll 🙂

Apropos Wind: Irgendwann gestern Nachmittag ging mir ein durchdringendes Klappern irgendwo in der Nachbarschaft ganz mächtig auf den Zwirn, also beschloss ich, mal draußen nachzu-sehen, ob irgendwer seine Fallen nicht weggebunden hatte. Auf die Idee, daß das meine eigenen sein könnten, war ich zugegebener-maßen gar nicht gekommen. War dann aber tatsächlich so, wie peinlich. An die Tatsache, daß ich jetzt wieder einen Mast habe, muß ich mich wohl erst gewöhnen.

Einziges Bootsprojekt heute war die Versiegelung der gestern gefrästen Schnittkanten beim Instrumententräger mit weiß eingefärbtem Harz. Wie mir erst heute morgen auffiel, nachdem ich mir eine Viertelstunde lang einen Wolf gesucht hatte, standen mein Harz und Härter wohl seit Wochen auf dem Vordeck in einer meiner offenen Transportkisten, die Simon da hinplaziert hatte. Ich hoffe mal stark, das Zeug ist nicht übermäßig UV-empfindlich und in der Zeit in der Sonne zu irgendwas komischem degeneriert. Zumindest ist aber bis jetzt, gute acht Stunden nach dem Pinseln, immer noch keine nennenswerte Trocknung oder Aushärtung des Harzes erfolgt, obwohl es eigentlich hinreichend warm war und ich den Rahmen extra anschließend in die Sonne gelegt hatte. We will see …

Nachmittag war ich dann an der Beach Bar. Da fand heute sowas wie eine Inthronisierungs-Zeremonie des neuen Commodore des Zululand Yacht Clubs statt. Letzte Woche war Jahreshauptver-sammlung gewesen, Morgans Frau Jackie wurde zum neuen Commodore gewählt und  Jaques ist seither Vice-Commodore. Wie auch immer, es gab Essen vom Grill, jede Menge zu trinken an der Bar und netten und erstaunlich gut gebrachten Rock’n Roll und Blues von zwei Herren in meinem Alter mit E-Gitarre und Congas.

Eigentlich war ich überhaupt nur hingegangen, um mal ein bischen zuzuhören und dabei die Sonne zu genießen, lief dabei aber ausgerechnet Andries über den Weg und  habe den Fehler gemacht, mich zu ihm zu setzen und ihm ein Bier auszugeben. Schon in überaus leutseliger Verfassung, versuchte er mir im Verlauf des Nachmittags zu diversen weiteren Bieren, was zu Essen und zu einer Freundin zu verhelfen (in der Reihenfolge :lol:). Ich habe dann nach zwei Bier und einem Rotwein auf wieder weitgehend nüchternen Magen zugesehen, daß ich noch heile zum Boot zurückkam. 🙂