Lockdown, Tag 141

Irgendwie war die Woche fast andauernd Wind. Von ein paar Stunden Ruhe mal abgesehen, bläht es seit letzter Woche schon fast permanent mit 15 bis 35 Knoten aus südlichen Richtungen. Und ist dann auch bös kühl. Solange der Wind noch aus Norden kommt, sind auch die Temperaturen ganz ok, aber den größten Teil der Woche über pustete es direkt von hinten ins Cockpit. An Arbeiten in demselben war somit kaum zu denken. Montag hatte ich mir die hintere Sitzbank aus dem Dinghy geholt und zerlegt um eigentlich nur zwei Angelrutenhalter nachzurüsten, und bis Freitag Mittag war dann immerhin das mitgeschleppte Reservefunkgerät inclusive einer 18Ah-AGM-Batterie, sowie eine Halterung für den GPSMap 620 Backup-Plotter darin eingebaut und beide Geräte per NMEA verbunden. Eigentlich fehlt mir nun nur noch ein portabler Fishfinder …

Die Funke ist zwar sicher 15 bis 20 Jahre alt und stammte noch aus einer der Bayliners, die ich 2006/2008 aus den USA importiert hatte, wies aber noch nichtmal eine programmierte MMSI aus und ließ sich völlig problemlos mit meiner zugeteilten Nummer füttern. Das Ding hat zwar nur DSC und kein ATIS oder gar AIS, aber wat soll’s.  Da kommt jetzt noch das kleine 10W-Solarpanel drauf, und dann ist das Dinghy energiemäßig weitgehend autark.  Und da ich in einer meiner Kisten gerade noch den zweiten Satz Navi-Lampen wiedergefunden habe, kommen die demnächst auch noch dran. Womit ich dann mutmaßlich der Einzige hier bin, der eine ordnungsgemäße Beleuchtung an seinem Beiboot hat. Alle anderen fahren im Dunkeln schlicht ohne Licht rum oder haben bestenfalls ein aufgepflanztes LED-Gartenlicht am Heck.

Reservelatüchten. Sollten eigentlich schon damals an die Virgin Wood …

Witterungsbedingt ist diese Woche hier angelmäßig herzlich wenig passiert. Mein Nachbar auf dem Kat gegenüber an Steg B  hat allerdings eines ruhigeren Abends tatsächlich den Garrick gefangen, hinter dem ich eigentlich her war … :motz:

Immerhin: 24Kg. Nett 🙂

Mir ist dafür heute lediglich ein Rochen durch die Lappen gegangen, nachdem er mich eine gute Viertelstunde lang beschäftigt hatte und in einem 80m-Radius umhergetobt war, bis ich ihn endlich am Boot hatte. Dummerweise hat er sich schließlich irgendwo unter dem Boot verkeilt, nach relativ kurzer Zeit hat es die 0.45er Schnur zerfetzt und weg war er, Sauerei! Ein paar Mal war er vorher an der Oberfläche gewesen und hatte teilweise rumgewedelt, so daß ich immerhin sehen konnte, was da dran hing. Das Viech sah eigentlich garnicht soo ungemein groß aus, war aber äußerst sperrig und widerspenstig und hatte ganz gut Power 🙂

Gebissen hat es übrigens auf eine 30cm Razorbelly-Sardine, die mit zwei 6.0er Einfach-Haken an einem 0.75er (!) Vorfach hing. Garricks mögen angeblich keine Stahlvorfächer, haben aber wohl andererseits auch keine sonderlich scharfen Zähne, deswegen wird hier stattdessen mit feisten Monofil-Vorfächern gearbeitet, die halt im Wasser schlechter zu sehen sind als Draht. Was wohl auch der Grund dafür war, daß neulich eine Möve versucht hat, mit meinem ziemlich weit entfernt schwimmenden Köderfisch stiften zu gehen, ihn nach 20m dann aber doch wieder fallen ließ. Blöde Viecher 🙂

Sodele, Samstag 21 Uhr. Den ganzen Tag über war es mit über 31°C knackig warm und fast windstill, nun ist seit einer halben Stunde wieder Südwind angesagt und es bläht derzeit mit 25kts rum, bei angesagten Böen bis 42kts.

Einziger Vorteil: Die Windgeneratoren bringen den Batteriepack bis zum Morgen wieder auf Maximum… Seit zweieinhalb Wochen ist nämlich das Ladegerät aus und wir leben stromtechnisch gesehen von Wind und Sonne. Eins von beiden ist eigentlich immer da, und tiefer entladen als 50% DoD habe ich den Akkupack seither noch nicht erlebt, auch wenn inzwischen drei Kühlboxen/-schränke laufen, eine davon im Gefrierbetrieb.

Mal wieder ein Essenbildchen: Beef-Medallions mit Pommes und panierten und frittierten Pilzen. Auch nett 🙂

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