Sensation! Hermine Granger’s verschollene magische Handtasche wiederentdeckt!

Eigentlich wollte ich Samstag  aufgrund der vorherschenden knapp 40 Grad  ja nur endlich die von Brad letztes Jahr im Zuge der Einbruchsvereitelingsprävention mit Sikaflex zugeklebte Luke in meiner Kabine aufschneiden und suchte das gelbe Teppichmesser. Da Andy das Ding Anfang der Woche auch schon nicht wiederfinden konnte und Morgans Jungs in Verdacht hatte es mitgenommen zu haben, habe ich das Thema gestern vorläufig ignoriert und die Klebenaht halt mit einem Spachtel zerstört. Heute morgen fand ich dann die Ersatz-Klingen für besagtes Messer und beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen. In einer der gelben Kisten war es definitiv nicht, die hatte ich ja gerade erst komplett umsortiert. Im Elektro-Keller unter der Treppe (gibt’s hier tatsächlich) war es ebenfalls nicht, also nahm ich mir mal die von Andy zu seiner „Einsatz-Tasche-mit-den-allernötigsten-Werkzeugen-damit-man-die-nicht-immer-erst-irgendwo-zusammensuchen-muß“ umfunktionierte Tragetasche des Multimasters vor. Ich wunderte mich zwar, daß ich das Teil kaum noch heben konnte, aber nachdem ich sie dann mal Stück für Stück ausgepackt und den Inhalt auf den Salontisch drapiert hatte, wußte ich immerhin, warum das so war:

Ja, das war alles in einer Tasche, in der eigentlich lediglich ein Fein Multimaster, ein paar Sägeblätter und vielleicht noch ein paar Schleifpads sein sollten.

Plus noch ungefähr 30 Bohrer und ein bischen anderes Kleinzeug, für das ich auf dem Tisch beim besten Willen keinen Platz mehr gefunden habe. Unglaublich, daß dieses ganze Zeug tatsächlich in eine bessere Handtasche gepaßt hat.

Ich denke, ich muß mir bei Gelegenheit wohl mal ein etwas anderes Werkzeugaufbewahrungssystem ausdenken 🙂

Heute morgen waren angenehme 28°C, kaum Wind und nur 35% Luftfeuchtigkeit, also linste ich nach dem Duschen um die Ecke in den Raum mit den Waschmaschinen, stellte fest, daß niemand zu sehen war, und legte dann spontan einen Waschtag ein, da meine verbleibenden sauberen T-Shirts im Verlauf der Woche die kritische Menge von 1 unterschreiten würden.

Die Maschinen waschen auch ohne daß ich dabei stehenbleibe, also wuchtete ich nach dem Beladen der Waschmaschine die gestern von der Badeplattform gewehte alte Batteriefußbank wieder an Bord und sägte daraus zwei passende Balken, die die Basis für mein neues Batteriefach werden sollen. Das Ding scheint tatsächlich aus massivem Teak zu sein, wenn man die Konsistenz des Sägemehls und das Gewicht des ganzen Dingens so betrachtet.  Dann hebe ich die Reste mal lieber auf, statt sie zu entsorgen. Kann man sicher immer mal wieder gebrauchen.

Der Rohstoff für mein künftiges Batteriefach.

Irgenwann war meine Wäsche fertig und ich terbelte hin, um sie wieder aus der Maschine zu laden und hinterm Boot aufzuhängen. Auf dem Rückweg ging ich mal nicht da lang, wo ich sonst eigentlich immer langgehe, sondern nahm den Umweg unter dem direkt vor mir stehenden Katamaran durch, als mir das hier

Ich bin offenbar nicht der Einzige, bei dem irgendwelche „Experten“ am Boot geschraubt haben…

ins Auge sprang. Ich war nicht oben drin um nachzusehen, was die da wohl verschraubt haben mögen, aber ich tippe mal auf den Captain’s Chair und einen Tischfuß. Daß sie nicht unten noch Flügelmuttern druntergeschraubt haben, ist echt alles.

Und dann war da noch Andries …

Ich war gerade dabei, meine Wäsche wieder abzunehmen, als mich jemand ansprach: „Sehr schönen Motor hast Du da“ und sich als Andries vorstellte. Ich hatte ihn gestern schon mal  kurz dabei beobachtet, wie er bei 20-25kt Wind in einer ziemlich halsbrecherisch aussehenden Aktion

Ich kam leider erst zum fotografieren, als sie das Ding schon im Inneren versenkt hatten

mit ein paar von Jannies Leuten und einem am ausgeschwenkten Großbaum angeschlagenen Kettenzug einen baugleichen Volvo Penta in die rechts vor Thelxinoe stehend Fortuna gewuppt hatte. „Ja, in der Tat. Ich suche nur noch jemanden, der mir einen passenden Adapter zwischen Motor und Antrieb CNC-fräst, damit ich ihn auch irgendwann einbauen  kann. “ „Ja, das kann  ich“.

Öhem?? Sollte das zur Abwechslung wirklich mal so einfach sein?

Wir haben dann eine Viertelstunde an Motor und Antrieb rum akadiert, festgestellt daß es wohl machbar ist und dann war er wieder weg. Nächste Woche schickt er jemanden her, der die genauen Maße nimmt, kalkuliert das Ganze durch und sagt mir Bescheid.

Nachdem ich seit Andys Abflug nicht  mehr gekocht hatte (die Rühreier zum Frühstück zähle ich mal nicht mit), war mir heute abend nach warm essen zumute. Also gab es ein paar panierte Hähnchenbrustfilets auf gebuttertem Panini. Nicht überragend, aber gut essbar. Fünf Tage nur mit Frühstück und ohne warmes Essen oder Allohol haben ihre Spuren hinterlassen: Meine Hose fängt schon wieder an zu rutschen 🙂

Das gelbe Teppichmesser war dann übrigens tatsächlich mit in der Tasche. Gleich neben dem neuen Scheibenkratzer mit den gleichen Klingen, der sich zu allem Überfluß auch noch des Protectors entledigt hatte. Glücklicherweise habe ich ihn beim Rumtasten in der Tasche am stumpfen Ende erwischt, statt mir eine Fingerkuppe abzuschneiden 🙂