Zahn um Zahn

So langsam beschleicht mich der leise Verdacht, ich hangele mich von einer Gesundheits-Baustelle zur nächsten. Nicht genug damit, daß ich am Dienstag zusätzlich zu der immer noch anhaltenden partiellen Gesichtslähmung den Nerv in einem meiner Backenzähne eingebüßt habe, nein, heute bricht mir das Dienstag aufgedrechselte Mistding auch noch zur Hälfte weg. Allmählich ist nun aber echt gut…

Nachdem Simon mich, wie angekündigt, zwei Tage lang ungestört rekonvaleszieren lassen hatte, weil er mit irgendwas anderem beschäftigt war, stand er heute morgen wieder auf der Matte, um die Scheuerleiste fertig zu pinseln. Auch das ist inzwischen soweit erledigt, somit bleibt uns als nächste „Außenbaustelle“ das Cockpit und der Wiederanbau der demontierten Beschläge ringsum auf dem Boot. Butylband hatte ich ja aus Deutschland mitgebracht, somit sollte das Abdichten derselben wohl kein Problem darstellen.

Meine täglichen Besuche im Cluboffice betreffend des längst überfälligen Paketes mit dem Bordgrill waren übrigens immer noch von keinerlei Erfolg gekrönt, abgesehen davon, daß mich Dudu jetzt jeden Morgen mit einem strahlenden Lachen begrüßt. Mein Highlight des Tages, auch wenn es jedesmal direkt von einer Entäuschung gefolgt wird. Heute sind es drei Wochen, die das Paket von Pretoria aus angeblich unterwegs ist. Ein echtes Ruhmesblatt für jeden Kurierdienst (oder die RSA-Post, wer auch immer das verzapft hat).

Dafür konnte ich im Shop immerhin den vor fast vier Wochen bestellten 40mm-Dieselschlauch für die Verbindungen von den Einfüllstutzen zu den Tanks in Empfang nehmen. Wenigstens was. Früher saßen da simple, durchsichtige Kunststoff-Wasserschläuche mit Drahteinlage dran. Die hätten den Zweck sicher auch künftig erfüllt, aber auch die hätten sie mit 40mm im Shop erst bestellen müssen, also habe ich gleich zwei Meter von denjenigen bestellt, die da eigentlich hingehören, ohne vorher großartig nach dem Preis zu fragen.

Nunja… Es steht „Vetus“ drauf, und alles wo Vetus draufsteht, wird direkt vom Distributor in Kapstadt aus in den Niederlanden bestellt und kostet hier einen wirklich horrenden „Yachtzuschlag“. Die Wasserschläuche hätten mutmaßlich nicht ein Fünftel gekostet…

Anyway, gestern war nochmal angenehmes, sonniges und windarmes Wetter, also bin ich noch ein wenig über das Gelände und in Richtung Hafenausfahrt geflogen. Komischer Weise hat mein Spark die Video-Aufnahmen in unregelmäßigen Abständen kommentarlos beendet, so daß ich trotz dreier verflogener Akkus letztlich nur mit 10 Minuten Video dastand, in dem die eigentlich interessanten Scenen fehlten. Toll. Das werde ich die Tage wohl nochmal wiederholen, sofern das Wetter mitspielt. Hiermal ein paar der wenigen brauchbaren Snapshots daraus:

Blick nach Süden vom Ende des Clubgeländes. Das vorn rechts ist Pelican Island, gegenüber der Strandbar gelegen.
Gleiche Blickrichtung wie im vorigen Bild, nur von ca. 100m weiter rechts. Hier die Ausfahrt des Clubhafens, links wieder Pelican Island. Ganz oben links am Ende des Wellenbrechers ist die Ausfahrt zum indischen Ozean, nach rechts geht es in den Industriehafen und den TuziGazi-Kleinboothafen.

Für diese Aufnahmen hatte ich dem Spark  einen von den ND-Filtern vorgeschnallt, die ich neulich mal erstanden hatte. Das sieht imho, auch ohne sonstige Nachbearbeitung, schon irgendwie „gefälliger“ aus, oder?

Während Simon mit dem Bemalen der Scheuerleiste beschäftigt war, habe ich derweil den Wocheneinkauf erledigt. Dabei sprangen mich im PnP heute gleich zwei Dinge an, die mir dort bislang noch nicht untergekommen waren: Frischer grüner Spargel, und das hier:

Deutsches Vollkorn-Brot.

Richtiges deutsches Vollkornbrot. Seit Monaten schmerzlich vermißt, weil ich die drei mitgenommenen „Dosenbrote“ für „später unterwegs „eingelagert hatte. 🙂

Geschmacklich zwar nicht ganz auf dem Level meines bevorzugten Harry’s Sonnenblumenkern-Roggenbrotes, aber will  ich mich deswegen beschweren?  Und da das Mestemacher-Zeugs bis 2020 haltbar ist, hatte ich auch kein Problem damit, gleich ein wenig mehr davon einzukaufen. Wer weiß, ob und wann es das hier mal wieder gibt.

 Der Spargel kam zwar „nur“ aus Peru und kostete kurioserweise für die acht Stangen gerade mal etwas mehr als einen Euro, schmeckte aber trotzdem und wurde zur Abwechslung mal in Packungsgrößen angeboten, mit denen ich als Einzelesser was anfangen kann. Mit gebratenem Hake-Filet, ein paar mitgebratenen Krabben, Reis und grünem Spargel erkläre ich die diesjährige Spargelsaison hiermit für eröffnet 🙂

gebratener Seehecht mit Reis und grünem Spargel

Nur wobei ich mir hier den Zahn abgebrochen habe, hat sich mir echt nicht erschlossen. Da war nun wirklich nichts Hartes zum Draufbeißen dabei. Ich habe das Stück auch nicht wiedergefunden. Wahrscheinlich habe ich es einfach verschluckt…

Der Vollständigkeit halber hier noch der derzeitige  Grad meiner Entstellung:

sieht immer noch irgendwie Hamsterbackig aus, reißt aber wenigstens nicht mehr ganz so leicht und häufig auf wie letzte Woche …