auf dem Sprung

Jannie macht Ernst! Kurz vor Mittag, ich saß im Cockpit und war gerade dabei, einen meiner Drehbolzen vom Antrieb ein wenig zu läppen, kam er zu mir ans  Boot gestiefelt, um erneut zu fragen, wann ich denn wohl ins Wasser will, woraufhin ich sagte „vor Ende diesen Monats“. Theoretisch hätte ich natürlich auch einfach „jetzt“ oder „übermorgen“ sagen können. Abgesehen vom Antrieb und dem leidigen Loch in der Nacelle, ist inzwischen eigentlich alles erledigt, wofür man besser an Land stehen sollte, selbst die vor Wochen schon mit Antifouling gepinselten Grobsiebe für die ganzen Borddurchlässe hatte ich gerade eine halbe Stunde vorher  angebaut, aber da die Club-Prominenz heute morgen feierlich ein „World ARC 2020“-Fähnchen am Clubhaus gehisst hat, deren Gros wohl in den nächsten Tagen hier einläuft, läßt mich das vermuten, daß die paar derzeit freien Stegplätze in den nächsten Tagen wohl anderweitig gebraucht werden. Meine Fresse, das ist echt schon die dritte World ARC, die hier an mir vorbeifährt, während ich an Bord bin und an Land rumstehe …

Jaques, zu diesem Thema befragt als ich eh grad bei ihm war, meinte in seiner Eigenschaft als Vice-Commodore dann auch nur, ich möge doch bitte noch bis nach dem 20. abwarten, danach wären die ARCler wohl alle wieder weg. Ist ja auch egal. Ich hänge jetzt seit fast eineinhalb Jahren hier rum, da kommt es auf zwei weitere Wochen nun auch nicht mehr an. Aber vielleicht spornt ihn der dräuende Termin wenigstens an, nun doch endlich meine Stagen irgendwann fertigzumachen und anzubauen.

Auf jeden Fall habe ich heute meinen Carport eingebüßt: Nach Mittag wurde ich dezent gebeten, ich möge doch mal mein Auto da wegfahren, sie wollten jetzt Eco Promise auf den Sliptrailer stellen, um ihn morgen aus dem Weg zu räumen und irgendwo in eine Ecke zu stellen, was dann bis Feierabend auch prompt passierte. Hurra! :mrgreen:

Drehbolzen? Wollja. Der Antrieb ist ja nun mal ankippbar, und das passiert über zwei stabile Bolzen, die seitlich an den rot markierten Stellen sitzen. Um diese Bolzen wird der Antrieb geschwenkt. 

Ja, ich weiß daß die Einfüllschraube im Deckel nicht festgezogen ist. Es fehlen auch noch ungefähr 1.5L Öl im Antrieb…

Damit die nun im Betrieb nicht einfach so rausfallen, hat jeder der Bolzen eine seitliche Aussparung, durch die im Original eine 5/16″-Schraube von oben geführt und dann im Gehäuse verschraubt wird.

Aussparung als Verdreh- und Verschiebesicherung

Wie unschwer zu erkennen, sitzt diese Aussparung nicht in der Mitte des Bolzens, und der Bolzen an sich ist an einer Seite minimal dünner als an der  anderen, weil er auf der Innenseite in einer Kunststoff-Buchse sitzt. (Kann natürlich auch sein, daß meine einfach nur eingelaufen sind) Damit man diese Dinger nach ein paar Monaten oder Jahren auch noch wieder rauskriegt, sollte man jemals das Unterwasserteil des Antriebs abbauen wollen, haben die Bolzen an der Außenseite ein 8er (oder vermutlich ebenfalls eher ein 5/16″-) Gewinde und damit man sie passend so hindrehen kann, daß die Sicherungsschraube auch wirklich da reinpaßt und sichern kann, zusätzlich einen Schlitz. Von außen sieht das normalerweise dann so aus:

Wenn man hier eine lange 8er Schraube mit ganz aufgeschrauber Mutter und großer Unterlegscheibe durch eine 27er Nuß steckt und in den Bolzen schraubt, ergibt das einen nahezu idealen Auszieher. Zumindest habe ich die Dinger damals so problemlos rausgezogen.

Soweit die Theorie …

Als ich den Kahn 2015 gekauft habe, waren die beiden Löcher für die Sicherungsschrauben, in denen sich eigentlich unten ein Gewinde befinden sollte, schon durchgebohrt, und anstatt der vorgesehenen ca. 50mm langen 5/16″-Schrauben staken zwei elend lange 8er Bolzen in den Löchern, von unten mit einer normalen Mutter gekontert. Das das so nicht gehörte, war auf den ersten Blick zu sehen. Diese beiden langen Bolzen sind dann irgendwann im Zuge der Antriebsüberholung ohnehin irgendwo verschwunden, aber dafür kam nun bei näherer Inaugenscheinnahme und dem Versuch, neue Sicherungsbolzen da reinzukriegen, wieder mal eine der Andries’schen Perlen der mechanischen Pfuschkunst ans Tageslicht:

Kein Schlitz, kein Gewinde. Hm…

Nicht nur, daß sie diese Bolzen ganz offensichtlich vor dem Einbau nicht blankgeschliffen und gefettet hatten, die Dinger waren zum einen auch komplett mit weißer Farbe verkleet und zum anderen hatte, wer auch immer das Ding dann tatsächlich zusammengebaut haben mag, es auch noch geschafft, den Drehbolzen auf der rechten Seite verkehrt herum einzuführen. Also mit Gewinde und Schlitz nach innen, wo man nun beim besten Willen nicht mit irgendwas sinnvollem hinkommt, um ihn je wieder rauszuziehen oder nur zu verdrehen. Andries ist zwar ein Grobmotoriker,  aber eigentlich halte ich den nicht für dämlich genug, um etwas so offensichtlich beklopptes zu tun, das sieht für mich eher nach einer typischen „Danny“-Aktion aus.

Wie auch immer, die Bolzen saßen dank des sinnlosen Anstrichs zwar halbwegs stramm drin, waren aber weder durch Sicherungsbolzen gesichert noch konnte man diese überhaupt einführen, weil sich zumindest der rechte Drehbolzen garnicht verdrehen ließ. Dafür waren sie aber weit genug reingeschlagen, um bei jedem starken Lenkvorgang schon am Kreuzgelenk-Balg zu schleifen, also irgendwann hätte es den Balg mutmaßlich durchgescheuert oder das ganze Ding wäre samt der Kunststoffbuchse nach innen gewandert und hätte früher oder später die Lenkung blockiert.

Willkommen in Honkhausen … :wall:

Irgendwann hatte ich es dann geschafft, den Bolzen trotzdem wieder zu extrahieren und nachdem ich das Ding glattgeschliffen und gefettet hatte, sah meine (ebenfalls gepfuschte) Lösung dann so aus, daß ich das Loch 20mm von unten auf 9.5mm aufgebohrt, und einen M8-Messingdübel drin versenkt habe.

Der ist dick genug, um nicht durch die Aussparung im Drehbolzen gezogen werden zu können und es sieht nicht ganz so bescheuert aus, wie die vormals verbaute Lösung mit den durchgesteckten Bolzen und außenliegender Mutter. Die momentan verwendeten Sicherungsbolzen sind allerdings ein bischen zu kurz, um den Dübel tatsächlich anständig zu spreizen, also werde ich wohl morgen mal wieder das Bolt Centre besuchen und noch ein paar längere erstehen. Wenn man hier im Shop nach Inbusschrauben egal welcher Größe und womöglich noch in Edelstahl fragt, erntet man jedenfalls höchstens verständnislose Blicke. Gibt’s hier nicht, braucht keiner …

Ansonsten war das heute ein eher geruhsamer Tag. Bis um 10h hatte sich, entgegen der Voraussage, der Regen verzogen und außer der obigen Antriebs-Aktion habe ich heute eigentlich nur noch den gestern angelieferten Gasflaschenhalter an die Reling geschraubt und anschließend mit Jaques über eine Lösung zur Befestigung meiner Badeleiter unterhalb der Badeplattform konferiert. Das Ding lag seit Beginn der Badeplattform-Erneuerung in Andries‘ Trailer unter dem Boot und da die es bis heute nicht geschafft haben, meine geplante Lösung brauchbar (bzw. überhaupt irgendwie) umzusetzen, lasse ich das jetzt lieber jemanden machen, der das mutmaßlich hinkriegt und bei dem es anschließend nicht gepfuscht aussieht, auch wenn es ein paar Rand mehr kosten mag. Immerhin hat er eine Firma an der Hand, die Edelstahl laser-schneiden kann, was die Sache vereinfachen sollte.

Zu Essen gab es heute nur eine Banane und ein paar Kekse. Meine Waage hatte mich, nachdem ich sie ein paar Tage lang nicht benutzt hatte, gestern mit einer Anzeige verblüfft, die nur noch haarscharf 3-stellig war. Zweistellig hatte ich seit über 30 Jahren nicht mehr, „seit ‚wir‘ mit Sven schwanger waren und deswegen temporär das Rauchen aufgegeben hatten„, das will ich jetzt aber echt sehen :mrgreen:

Keine Bilder vom Essen. Wie eine Banane aussieht, wissen vermutlich auch sowieso  die meisten 🙂