Alle Beiträge von Martin

Lockdown, Tag 167

Life goes on, so to speak. Die aufgepeitschte Lage im „wer hat die schöneren Haare„-Scenario hat sich etwas beruhigt, nachdem es eine öffentliche Entschuldigung der Konzernleitung gab und sämtliche Produkte des betreffenden Herstellers aus den Regalen genommen wurden, niemand wurde gelyncht, soweit bekannt, und mit ein bischen Glück, kann ich meine Tabletten doch noch da kaufen.

In der Zwischenzeit ist ein Streit in der Politik darüber entbrannt, ob man es noch als „gemäßigten Aufruf zum Protest“ werten kann, wenn ein Parteichef seine Anhänger mit dem Schlachtruf „Clicks must fall!“ zur landesweiten Blockade und Besetzung von 1400 Drogerien auffordert. Im Zuge dieser Aktion wurden nämlich diverse davon demoliert, und zwei durch Molotow-Cocktails abgefackelt. Eine ernstzunehmende Distanzierung dazu, gab es vom aufrufenden EFF-Vorsitzenden Julius Malema allerdings nicht. Ein haariges Thema, sozusagen.

Von einer anderen Front gibt es auch seltsames zu berichten: Meine Lockdown, Tag 167 weiterlesen

Lockdown, Tag 165 die Zweite

Der „wir ham‘ die Haare schön“-Aufstand

Montag war ich zum Doc, für meinen aufgrund des immer noch anhaltenden Lockdowns schon leicht überfälligen Bluttest. Und wo ich schon mal da war, habe ich mir gleich ein 6-Monatsrezept für meine Blutdruck-Tabletten ausstellen lassen.. Wer weiß, wann ich hier wegkomme, aber auf jeden Fall will ich einen gewissen Vorrat an Bord haben. Außerdem hatte ich meinen bestehenden Vorrat Montag morgen aufgebraucht.

Das Rezept in der Tasche, machte ich mich auf den Weg zur Clicks-Pharmacy, direkt neben dem PnP gelegen. PnP war offen, bei Clicks war alles zappenduster. Ich schob das auf das gerade mal wieder angelaufene Loadshedding für diesen Stadtteil, und fuhr unverrichteter Dinge wieder zurück zum Boot. Würde auch einen (oder mehrere) Tage ohne Blutdrucksenker überleben, immerhin ist mein Gewicht Lockdown, Tag 165 die Zweite weiterlesen

Lockdown, Tag 165

Eigentlich fing der Tag ganz gut und sonnig-warm an, entwickelte sich aber dann erneut zu einer gewissen Dramatik. Ich startete mit einem minimal-Frühstück, und dann versuchte ich erneut, Peter zu erreichen. Anstelle unseres üblichen Thai-Lunchs hatte er mich  für Sonntag zum Essen bei sich an Bord eingeladen, und „Spanische Tortillas“ angekündigt. Drei Stunden bevor das losgehen sollte, rief er allerdings an, um abzusagen. Er fühle sich nicht wohl, hätte extreme Bauchschmerzen, und wollte jetzt ins Krankenhaus. Ich bot ihm an, ihn hinzufahren, aber er lehnte ab, weil er wohl bereits im Krankenhaus angerufen hatte, und die ihm einen Wagen schicken wollten. Lockdown, Tag 165 weiterlesen

Lockdown, Tag 161

Auch der heutige Tag war einer der besseren: Als ich gegen 7 Uhr Wach wurde, schien die Sonne, und irgendwie war mir heute nach Wühlerei. Nach dem Frühstück (die Zeitung habe ich heute irgendwie total verpaßt, fällt mir gerade auf :-?) habe ich mir Eimer und Schwamm geschnappt, erstmal all die in den letzten Wochen durch Wasser-Tropferei und Kohlenstaub verpäkten Schränke wieder in einen benutzbaren Zustand gebracht, und anschließend sämtliche Bilgen des Bootes leergeräumt, ausgewischt und getrocknet.

Alle bekannte Süßwasserleckagen sind eigentlich inzwischen beseitigt, also sollte jetzt noch irgendwo Wasser herkommen und in einer der Bilgen landen, müßte sich die Quelle wohl finden lassen. Auch wenn das ein Segler ist und die angeblich immer ein bischen Wasser irgendwo ansammeln: Bestimmt geht das auch ohne.

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Lockdown, Tag 160

Damit das hier nicht den Eindruck erweckt, ich würde neuerdings nur noch rummeckern: Nein, hin und wieder erlebe  ich her auch Tage, an denen tatsächlich mal was funktioniert. Heute zum Beispiel war so einer.

Angefangen damit, daß ich erst kurz vor acht und ziemlich ausgeschlafen aufwachte ohne daß mir mal irgend etwas weh tat, und dabei in einen strahlend blauen Himmel blickte, war es bereits um die Uhrzeit angenehm warm und staubtrocken. Zwei Scheiben Toast zum Frühstück verhaftet, und als nächstes wurde (endlich) die Waschmaschine angeschmissen. Just in Time, sozusagen, denn mein Vorrat an sauberen Shirts und  Slips endete genau heute morgen.

Kurz nach halb neun stand John vor dem Boot, ein strahlendes Grinsen im Gesicht, wünschte mir Lockdown, Tag 160 weiterlesen