Lockdown, Tag 132

War es Montag mit Sonne, knapp 30°C und annähernd Windstille noch ziemlich angenehm und wie oben zu sehen, kurz nach der Sundownerzeit so richtig idyllisch im Cockpit, lädt das heutige Wetter nun wirklich nicht gerade zum draußensitzen ein. Aktuell sind noch knapp 17°C, und seit heute Morgen hat der Wind auf Südost gedreht und sich mittlerweile auf ziemlich konstante 28kts hochgearbeitet, in Böen auch durchaus deutlich mehr. Windy sprach von bis zu 52kts heute am späten Nachmittag…

„In Böen muß mit Wind gerechnet werden“ 🙂

Da seit ein paar Tagen nun endlich auch die beiden Windgeneratoren abschließend verdrahtet und ins Ladekonzept eingebunden sind, habe ich vorgestern wieder mal das Ladegerät abgeschaltet um zu sehen, wo wir energietechnisch ohne Landanschluß landen werden.  Einer der beiden  Windgeneratoren  wurde vom Regler inzwischen weggeschaltet, wohl weil die Akkuspannung derweil bei  14.4V angekommen war, und der andere lädt so vor sich hin  und wird nur gelegentlich eingebremst.

Trotz reichlich Licht im Inneren und drei laufenden Kühlschränken, zeigt der Batteriemonitor des 400Ah LiFeYPo4-Blocks inzwischen ziemlich konstante 99.7% und 14.35V, das Ganze scheint also wohl zu funktionieren. Und was die oftmals bemäkelte Geräuschentwicklung von Windgeneratoren angeht: Klar kann ich hier drinnen   hören, wenn die Dinger anlaufen, es ist aber durchaus erträglich. Im unteren Drehzahlbereich sind hier an Bord auch tw. deutliche Vibrationen spürbar, die sich möglicherweise durch präzises Nachwuchten der Blätter bzw. der ganzen Nase noch verringern ließen. Wenn einem das denn wichtig wäre. Und sobald die Rotoren richtig Speed drauf haben, ist die Vibration eh so gut wie weg. Das Ganze ist jedenfalls nicht so laut, daß man (ich) davon wach würde, und daß sich bei 25Kts+ Wind die Nachbarlieger von meinen beiden IstaBreeze i500 Windgeneratoren belästigt fühlen würden, halte ich für einigermaßen ausgeschlossen. Alles gut, und kein Grund, mehr als den sechsfachen Betrag für Silentwind-Generatoren ausgeben zu müssen 🙂

Bevor das mit dem Wind hier losging, war ich noch ein bischen draußen aktiv: Montag hatte ich mit Jaques den Furler vom Kutter-Stag demontiert, da sich dieser bekanntlich nicht im geringsten drehen ließ, und bei der Gelegenheit stellte sich raus, daß vermutlich die Hälfte der Delrinkugeln im unteren der beiden offenen Kugellager (was eine bescheuerte Idee!) fehlt. Das hätte man natürlich wunderbar instandsetzen können, während der Mast mit den Stagen und dem ganzen Gerödel monatelang vor Jaques Garage gelegen hatte, aber nein …

Heute morgen habe ich dann noch ein Loch in meinen neuen Dodger geflext:

Nun kann man auch vom Steuerstuhl aus ohne Verrenkungen sehen, was oben im Mast so vor sich geht.

Hayden hatte mir ein „coaming“, also einen Aufbaurahmen, aus einem Stück Coosa-Platte gebastelt und mit GFK versehen, und nachdem ich das Ding mit der Fräse nachgearbeitet und an die letzte verbliebene der mitgebrachten Dach-Luken angepaßt hatte, kamen als nächstes Flex und Einhandfräse zum Einsatz, um eine entsprechende Öffnung ins Dach zu schneiden. Ist zwar nicht ganz fertig geworden bevor der zunehmende Wind dann für ein etwas abruptes Ende der Arbeiten sorgte, und ist auch noch nicht auflaminiert, aber immerhin schon mal mit 4 Schrauben fest. Das sollte wohl auch 52kts-Böen widerstehen 🙂

Und auch, wenn sich Shaheda mokiert hat, daß es einem da ja als Fahrer in den Nacken tropfen könnte, wenn die Luke bei Regen undicht würde: Dat is’n Segelboot, und auch wenn ein Dach überm Cockpit ist, ist das immer noch draußen! Wenn’s regnet, wird man halt naß. Naja, so’n bischen jedenfalls. So richtig hardcoremäßig mit überkommender Gischt und völlig durchweichtem Ölzeug muß ich nun auch nicht unbedingt haben, deswegen ja der Dodger. 🙂

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