Nackig gemacht …

Mahlzeit! Gottseidank ist die bislang desaströseste Woche meines bisherigen Hierseins heute zu Ende (bis jetzt ohne besondere Vorkommnisse heute, immerhin) und ich hoffe, das geht jetzt nicht nahtlos so weiter. Ohne das hier im Detail vertiefen zu wollen, aber meine Pläne haben jedenfalls gerade einen gewaltigen Dämpfer erhalten. Mal sehen, wie sich das nun weiterentwickelt.

Arbeitsmäßig ist hier am Boot ein bischen was passiert im Lauf der Woche: Die Arbeiten in der Backbordkabine gehen voran, und sofern der Shop dann nächste Woche tatsächlich mal wieder weiße Farbe liefern kann:wall:, werden die restlichen Schränke gepinselt.

Nachdem ich mir die Woche lang mitangesehen hatte, wie die Stahlspezis planlos an meinem Nachbarboot rumakadierten, um eine merkwürdig aussehende Spoiler-Konstruktion (nach Vorgabe des Eigners) aufzustellen, statt meinen Krempel hier fertig zu

Wintergarten oder nur ein Pavillon? Auf jeden Fall ein ziemlich seltsames Konstrukt. Wie er damit noch segeln will, ist mir derzeit noch unklar.

schweißen und zu polieren, habe ich Andries, als er  Freitag Mittag endlich selbst hier auftauchte, mal gründlich zusammen gefaltet, warum sie eigentlich bei jedem Projekt nur 70% fertigstellen, es dann für Tage oder Wochen liegen lassen, und zum nächsten übergehen. Als Reaktion kam ein entschuldigendes Schulterzucken und 5 Minuten später war die Nachbarbaustelle geräumt und ich hatte vier seiner Leute und ihn selbst hier am Boot arbeiten.

Geräteträger ab, Badeplattformrahmen ab. Während ich die ganzen Kabel vorn im Boot löste, um sie komplett mit dem Geräteträger rausziehen zu können, schraubten sie zu viert die Stahlteile ab.

Das sieht jetzt tatsächlich irgendwie schon ein wenig nackt aus, so ganz ohne Stahl hinten dran

Bis Feierabend waren sie damit durch, Samstag morgen standen sie zu viert wieder auf der Matte und fingen an, alle überflüssigen Teile abzubauen, Löcher zuzukleistern, und das Heck abzuschleifen. Bis zum Feierabend Samstag Nachmittag war das Heck immerhin schon mal teilgrundiert

.

Heute morgen nun kam Andries nur in Begleitung von Hasan, einem weiteren seiner Schergen, der den Tag allerdings überwiegend damit verbrachte, nebenan einen antiken Angelkahn zu einem Konsolenboot umzubauen und dann, nachdem seine erste  Mixtur innerhalb unerwartet weniger Minuten schlagartig ausgehärtet war, ausgerechnet von mir Tips zum Thema „Laminieren“ haben wollte, er hätte das noch nie gemacht.

Naja, zumindest was das angeht, habe ich mir hier ja inzwischen ein bischen was abgeguckt und gelernt, auch wenn ich mich nun wirklich nicht als Experten bezeichnen würde. Nachdem wir dann geklärt hatten, daß man sinnvoller Weise drei Teile Harz mit einem Teil Härter mischt, und nicht andersrum, kam er dann doch noch zu einem ersten Ergebnis :mrgreen:

Andries hingegen war zum lackieren gekommen. Es war warm, windstill, und somit fast ideal, wenn man denn schon draußen lackieren muß. Nachdem wir das Heck nochmal angeschliffen und er eine weitere Lage Grundierung aufgepustet hatte, ging es erneut ans Schleifen und schließlich kam Farbe ins Spiel. Er hatte in einer Lackiererei 2K-Lack in Cremeweiß anmischen lassen, der zumindest so ähnlich aussah, wie die vorhandene Farbe. Ich hätte das notfalls auch so durchgehen lassen, aber er bestand drauf, nochmal nachzumixen und noch eine Schicht draufzusprayen.

Stand der Dinge, Sonntag abend.

Zugegeben: Das paßt besser als vorher. Wenn er jetzt die Klebekanten zwischen Grundierung und erster Farbschicht noch vernünftig weggeschliffen hätte, wär’s fast gut. Aber was soll’s, ist ja nur ein 27 Jahre altes Boot …

Immerhin, Thelxinoe’s Heck sieht jetzt „gecleant“ aus, solange man nicht all zu nah rangeht. Die alten Inspektionsluken in den Rümpfen waren ja seit Jahren kaputt, bzw. verschollen, nur die Rahmen saßen noch drin, da kommen neue rein. Blöderweise hatten sie im Shop keine mit 155mm Durchmesser, sondern nur mit 165. Auch egal, besser so als andersrum. Auffräsen ist einfacher als zukleistern…

Während Andries noch am Lackieren war, habe ich mich heute Mittag auf den Weg nach TuziGazi gemacht, weil ich mit Peter beim Mexikaner verabredet war. Scheint wohl sowas wie ein regelmäßige Einrichtung zu werden, unser sonntägliches Lunchtreffen 🙂

Der Chicken-Burrito war ok, und anschließend gab es bei Peter an Bord noch Cappucino und für jeden ein Stück meines zweiten selbstgebackenen Obstkuchens, den ich Samstag Nachmittag als Frustausgleich in den Ofen gesteckt hatte. Dieses Mal mit Birne, Pflaume, Erdbeere und Banane und alles in Allem möglicherweise ein bischen zuviel davon, jedenfalls war er sehr fruchtig und saftig. Hat aber allen Beteiligten geschmeckt, insofern hat er seinen Zweck erfüllt. :mrgreen:

Und diesmal hat er auch auf allen Seiten die richtige Farbe.

Der vorerst letzte Ärger der Woche ereilte mich am Samstag Nachmittag. Sara meldete, daß das 20Kg/102,-€-Paket, das ursprünglich schon seit Wochen auf dem Weg zu mir sein sollte, gerade wieder bei ihr abgegeben worden sei. Mit der dazugelegten Begründung, es sei nicht ordnungsgemäß als Gefahrgut deklariert worden. 8-O

Äh, watt? Näheres Nachforschen ergab dann, daß in der Packung der mit eingetüteten OdeoFlare Seenotsignalfackel vier 1.5V-Batterien enthalten waren. Was keiner von uns auf dem Schirm hatte: Das sind Lithium-Batterien. L91-Zellen mit 3000mAh, gibt es im 24er Blister auch für um die 30,-€ bei Amazon und die kommen vermutlich nicht per Gefahrgut-Spedition, wenn man sie bestellt …

ALAARM! Gefahr durch hochexplosive Energiezellen!

Die sind zwar auch nicht größer als jede stinknormale AA-Taschenlampen-Batterie, nur halt aus Lithium-Eisenoxid und somit deklarationspflichtig. Die merken doch echt nix mehr mit ihrer Gefahrgut-Paranoia …

Ob sie bei der Kontrolle die vier Gewichte in der mit eingepackten USB – Maus (mit Kabel natürlich) nun auch noch fälschlicherweise als Knopfzellen und somit ebenfalls als Gefahrgut identifiziert haben, ging aus dem Schreiben nicht weiter hervor. Wundern würde mich das aber auch nicht, jedenfalls war die Maus aufgeschraubt, der Deckel lag lose im Paket und sie hatten sie wohl inspiziert …

Da kann man ja echt nur von Glück sagen, daß diese Sicherheitskompetenzler  bei DHL nicht auch noch die beiden CO2-Patronen in den Rettungswesten als Gefahrgut eingestuft haben. Ist schließlich komprimiertes Gas und  nach allgemeiner Meinungslage für den bevorstehenden Weltuntergang verantwortlich  …

Die Bastelei des Sonntags: Nachdem ich nun fast ein dreiviertel Jahr mit offenem Fußboden in der Pantry gelebt habe, konnte ich mich heute morgen tatsächlich nebenbei noch aufraffen, mal ein Stück Leiste passend abzulängen und eine zweite Auflage für den Deckel über dem Wassertank zu basteln. Bisher hatte ich mich immer gescheut, das tatsächlich zu zu laminieren, falls ich nochmal dran müßte. Aber zum einen komme ich mit meinen dicken Armen da eh nicht rein, und zum anderen waren die drei bisherigen Versuche, das Problem  nur mit Schrauben zu lösen, von wenig Erfolg gekrönt. Nun ist es also tatsächlich mit einem feisten Batzen Epoxy eingeklebt und ich habe widerwillig vier Schrauben zum fixieren in meinem schicken Holzfußboden versenkt.

Mal sehen, ob ich die nachher gefahrlos wieder entfernen kann oder nur braun anpinsele. Sieht so ein bischen blöd aus.

Bastelei des Freitags: Da das nun scheinbar irgendwie doch endlich in Gang zu gehen scheint mit meinem Mast und die Kiste mit dem ganzen  Mast-Krempel ohnehin obenauf stand, habe ich mal die WebCam ausgepackt und testweise installiert um zu sehen, ob sie wenigstens noch funktioniert, nachdem sie hier zwei Jahr lang untätig rumlag: Jo, tut sie. Sogar im Dustermodus.

Witzigerweise steht auf der Verpackung, dass die Kamera POE-tauglich sei. Ich weiß gar nicht, wieso ich mich damals  geärgert hatte, daß ich versehentlich eine „nicht-POE-Kamera“ gekauft hatte. Aber vielleicht hatte ich mich auch nur geärgert, daß es keine WLAN-Kamera war. Ist irgendwie auch schon ganz schön lange her.

Wenn ich nun nur noch wüßte, wo ich die beiden POE-Injektoren hingepackt habe, die ich mal irgendwann gekauft hatte. Das wären immerhin zwei 2.5mm²-Kabel weniger im Mast  zu ziehen …