Oben ohne

Gegen 9Uhr waren im Boot trotz aufgerissener Luken schon knapp 32°C, Tendenz steigend. Draußen ging immerhin noch ein leichtes Lüftchen, was das Ganze erträglicher machte. Windy.com hat für die nächsten 3-4 Tage ähnliches Wetter mit Regen erst wieder am Sonntag angesagt, das Bilgencleanup ist soweit abgeschlossen, zum drinnen-arbeiten ist es zu warm und die Tanks brauche ich eh nicht einzubauen, solange ich keine Anschlüsse und/oder Tankgeber habe, weil ich ansonsten noch ein Loch in jede Cockpitsitzbank sägen müßte, um da später dranzukommen, also zurück zu Baustelle Nr. 3 auf der Liste.

Auch wenn es bislang nicht explizit erwähnt wurde: Die Öffnung für die neue Luke im Bad war seit immerhin fast eineinhalb Wochen ausgesägt und der Flansch zwischenzeitlich auflaminiert. Heute war nun das Wetter und die Prognose ideal, um mal nachzusehen, ob das auch alles so funktioniert hatte und ggf. weiterzumachen.

Das sah gut aus! Abgesehen davon, daß ich direkt nach dem Laminieren sinnvollerweise das den Bereich begrenzende Malertape drumrum hätte entfernen sollen, was mich heute rund zwei Stunden Pulerei gekostet hat, sieht das bis hierhin nicht nennenswert anders aus, als das, was Eric und der Storch da im gleichen Zeitraum fabriziert hatten. Nur daß ich in der Zwischenzeit aufgrund des Wetters gar nichts dran gemacht hatte und es solange auch kein Geld gekostet hat 🙂

Da ich nicht die Absicht habe, ebenfalls Wochen mit Schleifen und Spachteln zu verbringen, packte ich die entsprechenden Werkzeuge aufs Dach

Tupfer, Skalpell, Akku-Flex …

und fing an, dem ganzen  ein wenig Feinschliff zu verpassen. Für das grobe Zurechtstutzen der überstehenden Glasfasermatten hat sich inzwischen die kleine Bosch Akku-Flex als ideal erwiesen, die ich eigentlich mal ausschließlich deshalb mitgekauft hatte, weil es sie halt gerade günstig im Set zusammen mit dem 12V-Akkuschrauber gab: Leicht, handlich und man kommt in fast jede Ecke damit. Das war einfacher als gedacht. (Alle Daumen noch dran) 🙂

Nachdem ich zunächst das überflüssige, harzgetränkte und somit äußerst hartnäckige Klebeband wieder abgefrickelt hatte, ging es mit 60er Papier auf dem Rutscher an Deck weiter, um die Laminatkanten halbwegs verschwinden zu lassen. Für die Anlageflächen auf dem Flansch, bei denen es dann doch einigermaßen auf eine plane Fläche ankommt, wenn die Luke auch dicht werden soll, bot sich die Schleifmaus an, die jedoch nach einer halben Stunde prompt den Geist aufgab. Zunächst war ich überzeugt, daß das eine Spätfolge des damaligen Tauchgangs in der Bilge war, eine halbe Stunde später sprang sie allerdings anstandslos wieder an. War wohl schlicht überhitzt gewesen.

Beim Kramen in der Werkzeugtasche hatte mich ein Zubehörset für den Multimaster angesprungen, das ich noch nie benutzt hatte und von dem mir auch gar nicht mehr so recht bewußt war, daß es überhaupt mit an Bord ist, weil ich das gedanklich mehr in der Ecke „für Fliesenarbeiten“ einsortiert hatte.

Inhalt neben diversen anderen Fugen-Schleifklötzen: Eine konvexe Schleifpapieraufnahme samt passenden Schleifblättern, geradezu ideal für die am Flansch zu schleifende Hohlkehle. Goil! 🙂

Multimasterhohlkehlenschleifklotzaufsatz. Wasset nich alle jibt …

An den Kehlen der anderen beiden Luken haben sich die beiden Spezialisten alleine schon zwei Tage aufgehalten und die Daumen gewärmt…

Irgendwann gegen 14Uhr wurde mir das auf dem Dach dann allerdings doch etwas zu warm. Die Kontrollmessung unter Deck ergab einen Wert von 41.8° unter der Decke. Mein T-Shirt hatte ich schon Stunden vorher schweißgetränkt weggehängt und mir heute vermutlich leicht das Rückenfell angesengt, nun fiel mir auch noch auf, daß ich weder gefrühstückt, noch Mittag gegessen hatte. Zum Kochen hatte ich angesichts der Temperaturen allerdings auch keine Lust, also wurde die vorletzte Dose Brägenwurst aufgemacht,  zwei Scheiben Brot geschmiert, ein Glas Milch dazu, Pause!

Nach einer halben Stunde Siesta auf der Cockpitbank ging die Schleiferei noch eine Weile weiter, inzwischen dank der Konifere hinterm Boot immerhin überwiegend im Schatten. Nachdem ich eine halbwegs gerade Fläche fabriziert hatte, kramte ich die Dosen mit dem Epoxy-Finefairing und dazugehörigem Aktivator hervor, mixte ein wenig Spachtelmasse an und verpaßte der Fläche um den Lukenrahmen noch eine dünne Schicht Spachtel, die es dann morgen zu begradigen gilt, um einen brauchbaren Übergang zum restlichen Deck hin zu kriegen.

Immerhin: Die Luke paßt rein, und da heute Nacht weder mit Regen, noch mit viel Wind zu rechnen ist. lasse ich sie jetzt einfach bis morgen früh lose drinliegen. Wird wohl reichen, um Affen oder Katzen vom Einbruch abzuhalten.

Um 16h30 war es Zeit für eine Dusche und den ersten (!) Kaffee des Tages. Inzwischen fühlten sich auch die immer noch 30° im Cockpit gar nicht mehr so schlimm an, also blieb ich da einfach sitzen, mixte mir eine Stunde später einen leichten Gin-Tonic und genoß den Sonnenuntergang. Life’s easy …