Sonntags-Jazz

Der Sonntag begann wie letzte Woche auch schon: Mit Regen, viel Wind, einem späten, ausgiebigen Frühstück und dem Beschluß, den Tag ruhig zu verbringen. Das war auch recht einfach, denn bis auf Brad habe ich den ganzen Tag auf dem Gelände niemanden getroffen. Der war übrigens auffallend freundlich und hat sich fast überschlagen mit Tips zum Laminieren; ich hatte beinahe den Eindruck, er hätte irgendwie ein schlechtes Gewissen.

Nach dem Frühstück startete ich die Dave Brubeck – Playlist, schnappte mir mein laminiertes Holz um die überstehenden Kanten abzuschleifen und die Seitenführungen für die LiFeYPo4-Kiste zu basteln, damit die später nicht hin und herrutschen kann. Das Laminat war ausgehärtet, und mit Flex und Fächerscheibe war das Kantenbegradigen nur eine Sache von Minuten, die dann in den letzten paar Sekunden doch noch etwas schmerzhaft wurden, weil ich einen Moment nicht aufgepaßt hatte wo ich hinschleife und meinen Daumen erwischt habe. Mit der Schleifmaus war das nie so schmerzhaft 🙁

Aua!

Nuja, bischen Verlust ist ja immer. Oder, wie es Greg neulich ausdrückte: Wenn Du nicht blutest, hast Du nicht am Boot gearbeitet. Gut, daß es nur die Flex, und nicht die Kreissäge war 🙂

Damit fertig, waren die Führungen dran. Auch das war relativ zügig erledigt, und die Dinger sollten ihren Zweck wohl eigentlich erfüllen, nämlich die Kiste in einer definierten Stellung zu fixieren. Noch ein bischen Moosgummiband als Kabelschutz um die Kante und als Klapperdämpfung unter die beiden untergeschraubten Balken geklebt, und das ganze Geschiebe flutscht leicht saugend in den Schrank. Da bewegt sich nix und rappelt nix mehr 🙂

Jetzt muß ich nur noch die 60Kg-Batteriekiste da irgendwie reinzirkeln, das wird alleine noch spannend. Vorher werde ich aber noch eine von meinen LED-Leisten innen anbringen, damit man notfalls auch im Dustern irgendwas erkennen kann, sollte mal was mit den Batterien sein.

Als nächstes war die Batteriekiste selbst dran. Bislang war das Ding ja nur wegen des Stromausfalls neulich provisorisch verkabelt und steht hier immer noch im Gang rum. Sobald sie ihren endgültigen Platz eingenommen hat, sollte ich wohl auch die 300A-Sicherung und das 400A Notabschaltrelais mit in die Plus-Leitung einbinden und den mitgebrachten Victron Batteriemonitor mit anschließen.

Also habe ich mich rangemacht, die provisorische Verkabelung wieder aufzudröseln, den Shunt für den Batteriemonitor schon mal mit in die Masseleitung einzuschleifen und mir die genauen Kabelwege zu überlegen.

Irgendwann gegen 16h30 wurde es so langsam dunkel, Herr Brubeck war am Ende der Playlist angelangt, und ich hatte auch keine Lust mehr, noch weiterzubasteln. 

Zeit, Diana Krall auf die Bühne zu holen, und mit den Essensvorbereitungen anzufangen.

Ich hatte mir gestern vom Checker’s eine neue kleinere Auflaufform und Burger-Patties aus Straußenmett mitgebracht, also stand heute Lasagne auf dem Speiseplan. Die mächtig dicken Patties in der Pfanne angebraten, nach ein paar Sekunden beim zerteilen gerade noch rechtzeitig gemerkt, daß die gar nicht so mächtig dick sind, sondern noch eine gut versteckte runde Scheibe Plastikfolie zwischen je zwei zusammengebackten Patties lag, und kurz darauf konnte ich meine neue Form mit Lasagneblättern, dem angebratenen Straußen-Mett, einer gelbe Paprika und, mangels Bechamel-Sauce oder saurer Sahne, mit einer Mischung aus einem Glas Bolognese-Sauce mit „smoked mushrooms“  und einem Glas Vollmich befüllen, mit Edamer und Feta bewerfen, und für eine halbe Stunde in den vorgeglühten Ofen schieben.

Sara, mit der ich in der Zwischenzeit über Whatsapp chattete, war zwar skeptisch, was das zu erwartende Geschmackserlebnis anging, aber das Ergebnis war überraschend schmackhaft. Also, wer mal auf Straußenmett stößt: Ausprobieren, kann man essen!  Hat deutlich mehr Eigengeschmack als das in D üblicherweise  erhältliche gemischte Hack.

Nur bei der Menge habe ich mich leicht verschätzt. Mehr als knapp die Hälfte der Schale habe ich nicht geschafft. Das reicht locker bis Dienstag. Da werde ich mir für das Stück Filet im Kühlschrank, das ich eigentlich für den Braaii-Monday eingekauft hatte, wohl noch irgendwas anderes überlegen müssen…

Ich habe zwar meine uralte Krupps-Espressomaschine mitgenommen, meist ist mir das für den „Kaffee zwischendurch“ aber viel zu viel Aufwand und so bin ich (scheint eines dieser Fahrtensegler-Klischees zu sein) bei löslichem Kaffee als Alternative gelandet. Am Anfang, aus purer Gewohnheit, weil bekannt, bei der inzwischen wohl weltweit erhältlichen Jacobs Dröhnung, habe ich mittlerweile einen löslichen Kenianischen Mokka von Douwe Egberts gefunden, der meiner Vorstellung von vernünftigem Kaffee schon deutlich näher kommt und sich im Gegensatz zu vorgenanntem auch wieder ohne Milch trinken läßt 🙂

Schätze, davon werde ich wohl ein paar Gläser bunkern, bevor ich hier irgendwann mal ablege.