Weihnachts-Einkaufs-Chaos

Nix neues vom Dodger heute. Stephen ist wie angekündigt nicht aufgetaucht und hat hoffentlich derweil die Seitenteile laminiert, Simon war zwar gegen 8h kurz hier, hat sich dann aber wieder zu Kirsten verzogen um dessen Motor wieder mit einzubauen, also habe ich nach dem Frühstück die Luke in der Backbordkabine raus genommen, um endlich den Flansch passend zu schleifen und nochmal zu spachteln. Zumindest von außen will ich das endlich soweit fertig haben, daßnach Weihnachten das betreffende Seitendeck angemalt werden kann.

Ansonsten war hier auf dem Gelände absolut tote Hose. Die ganzen schwarzen Arbeiter hatten sich schon gestern Mittag zum Weihnachts-Braii versammelt und mutmaßlich die Feiertage eingeläutet, heute war, im Gegensatz zu sonstigen Samstagen, kein einziger mehr zu sehen. Vermutlich aufgrund des bedeckten und ziemlich windigen Wetters war noch nichtmal irgendwer auf der Sliprampe, um ein Angelboot zu wassern wie an den letzten Wochenenden immer.

Lediglich Francois, der Skipper des aufgepallten Aluracers ein paar Meter rechts vor Thelxinoe, freute sich wie ein Schneekönig, als das Paket mit seiner vor Wochen in Frankreich bestellten neuen Schwenkkiel-Aufnahme eintrudelte und hat sich direkt in den Umbau gestürzt. Sein 90-Tage-Visum läuft Anfang Januar ab, wie er mir neulich erzählte, und er hat wohl Bammel, daß das zu Komplikationen führen wird, wenn er sich nicht zeitig vom Acker macht. Wenigstens das Problem habe ich hier nicht …

Saras Weihnachtspaket ist dagegen immer noch nicht da, inzwischen ist es sogar aus der DHL-Sendungsverfolgung verschwunden. Letzter mir bekannter Stand der Dinge war, daß es vorgestern oder so beim Zoll im Zielland eingetrudelt sei. Das läßt nicht so ganz viel Hoffnung zu, daß das Ding bis Montag noch hier abgeworfen wird. (Oder zumindest ein „nicht zustellbar“-Zettel)

Nachdem ich mit schleifen und der Spachtelkleisterei fertig war, bin ich duschen gegangen, und dann zum Einkaufen zur Mall gefahren. Wie erwartet, war der Riesen-Parkplatz ungefähr dreimal so voll wie an einem normalen Samstag. Das ist hier bei solchen Anlässen kein Deut besser als in Deutschland auch. Gut, daß ich nur einen der kleinen Einkaufkorbswagen schon direkt vom Parkplatz weg mitgenommen hatte, denn im Laden gab es keine mehr, und  mit den normalen hatten die Massen doch deutliche Probleme, durch die Gänge zwischen den Regalen zu navigieren, ohne irgendwen umzuschubsen oder die Auslage umzuraken. 

Allerdings hatten sie beim Checker’s wohl extra Personal requiriert, denn in fast jedem Gang war jemand permanent mit Regalauffüllen beschäftigt und sämtliche (25?) Kassen waren besetzt, so daß wenigstens der Checkout samt bezahlen nicht nennenswert länger dauerte, als sonst auch.  Eigentlich wollte ich meiner Kassiererin noch das schicke rot-weiße Weihnachtskäppi abluchsen, mit denen die da alle rumsitzen, aber sie ließ sich nicht erweichen 🙂

Das Chaos setzte sich dann auf dem Parkplatz nahtlos fort. Dazu muß man wissen, auf jedem größeren (oder auch kleineren) Firmenparkplatz steht in jeder „Parkgasse“ mindestens ein gelb bewesteter Parkboy rum und versucht, den da manövrierenden größere Unannehmlichkeiten durch spontane Kaltverformung ihres Fahrzeuges zu ersparen. Insbesondere schwarze Autofahrer(innen) scheinen ihre Führerscheine häufig ohne jede Fahrstunde zu kriegen, das hindert aber niemanden daran, sich trotzdem mit einem möglichst großen Mobil in die richtige Welt zu wagen. Wenn man mal eine Weile beobachtet, wie planlos auffallend viele junge, schwarze Frauen mit Navarras, Amaroks, Rangers oder Großkoffern ähnlichen Kalibers ein- oder auszuparken versuchen, kann man über die Jungs in den gelben Warnwesten echt nur froh sein, die als Einweiser oft das Schlimmste verhindern.

Naja, sei’s drum. Ich bin dem Gewirr unbeschadet entkommen. Über die Feiertage bin ich jetzt jedenfalls mit allem nötigen versorgt. Da Heiligabend hier ein „ganz normaler Tag“ ist, wird  wohl Montag abend auch ganz normal gebraiit werden, wofür ich diesmal ein Porterhouse-Steak erstanden habe, da es wieder mal keine Filets gab. Mal sehen, ob das was taugt.

Für den kleinen Hunger bis dahin habe ich noch zwei feiste,  fertig gegrillte Hühnerbeine mitgenommen. Hätte zwar lieber Ente gehabt, aber sowas habe ich hier überhaupt noch nicht gesehen. Gans gabs auch nicht, und die zuhauf angebotenen, gefrorenen Truthähne sahen definitiv zu groß für eine Person aus. Außerdem bin ich mir sicher, wenn ich so ein Viech in meinen Backofen schiebe,  (sofern es überhaupt rein paßt) ist spätestens nach der Hälfte der Garzeit das Gas alle. Eigentlich warte ich schon seit Wochen drauf, daß diese 2015 angeschlossene und seit 5 Monaten in Benutzung befindliche 11Kg-Flasche doch mal irgendwann leer sein muß …

An die Camper unter den Lesern: Kündigt sich das irgendwie an? Durch Änderung der Flammfarbe oder so? Seit ein paar Tagen scheint sie gelblicher zu sein, als das übliche Blau? Ich habe in meinem bisherigen Leben noch nie eine Gasflasche leergenutzt…

ps: Kein Bild heute. Die Luke war mir nicht wichtig (oder fertig) genug, um sie zu fotografieren, und beim Einkaufen hatte ich sogar das Handy im Boot vergessen wie ich merkte, als ich das Parkchaos fotografieren wollte. Und ein fertig gebraten gekauftes Hühnerbein zu knipsen, war mir denn doch zu blöd 🙂